Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Neues Buch und CD – Felix Friedrich stimmt auf Weihnacht ein
Region Altenburg Neues Buch und CD – Felix Friedrich stimmt auf Weihnacht ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:14 27.10.2017
Felix Friedrich an seinem Arbeits- und zugleich Originalschauplatz seines Buch- und CD-Covers – in der Altenburger Schlosskirche. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Wer am Sonnabendnachmittag in die kleine Dorfkirche nach Kosma vor den Toren Altenburgs pilgert, dem steht ein besonderes Erlebnis bevor. Nicht nur, dass kein Geringerer als der international renommierte Altenburger Schlossorganist Felix Friedrich höchst selbst die Manuale und das Pedal bedient und der Poppe-Orgel die schönsten Töne entlockt. Nein, bei diesem vom Kosmaer Frauenchor stimmgewaltig unterstützten Herbstkonzert erleben die Besucher zugleich eine Premiere.

Felix Friedrich präsentiert nämlich erstmals der interessierten Öffentlichkeit im Altenburger Land seine neueste Publikation. Im Leipziger Benno-Verlag ist unter dem Titel „In dulci jubila“ („Im wohlklingenden Jubel“) ein Büchlein erschienen, das den Leser auf eine musikalische Entdeckungsreise mitnimmt. Es wird ergänzt durch eine CD unter dem Titel „Orgelmusik zur Weihnachtszeit“, auf der die 22 bekanntesten christlichen Lieder aus dem Advent und der Weihnacht vereint sind. Sie reichen von „Nun komm, der Heiden Heiland“ über verschiedene Kantaten und Improvisationen über die „Stille Nacht“ bis zur allseits bekannten „O, du fröhliche“. Sie reichen vom Advent bis zum Dreikönigsfest.

In dem prächtig gestalteten Buch erläutert der Organist die Hintergründe der Musikstücke und erinnert sich an den Ort sowie die Entstehungsgeschichten der Aufnahmen – ob bei 30 Grad in einer italienischen Kirche oder im österreichischen Oberndorf. Dort, wo im Vorgängerbau der wunderschönen Pfarrkirche zur Mitternachtsmesse am 25. Dezember 1818 das berühmte Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“, gedichtet und komponiert von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber, zum ersten Mal erklang. Die Faszination, die diese Kirche auf ihn ausübte, schildert Felix Friedrich sehr anschaulich.

Die Idee zu diesem Buch und der CD stammt vom Lektor des Benno-Verlags, Volker Bauch – vor Jahrzehnten Schüler von Friedrich, als dieser als Lehrer an der Altenburger Musikschule unterrichtete. Vor zwei Jahren begann das Projekt ernsthaft Konturen anzunehmen. „Und das war alles andere als einfach“, erinnert sich Felix Friedrich, obwohl er die Lieder gar nicht neu einspielte, sondern auf bestehende Aufnahmen zurückgriff. „Das ist aber mitunter schwierig, weil die Veröffentlichungsrechte bei den Verlagen liegen. Besonders, wenn die Aufnahmen im Ausland entstanden, gibt einige Hürden zu nehmen,“ so der 72-jährige Musiker. Nicht minder langwierig gestaltete sich das Vorhaben, jeden im Buch besprochenen Aufnahmeort mit einem schönen Farbfoto zu illustrieren. „Da waren oft mehrere Anfragen notwendig“, so Friedrich.

Doch das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen. Entstanden ist eine schöne, abwechslungsreiche CD. Dies vor allem, weil Felix Friedrich es nicht beim reinen Orgelspiel beließ, denn „eine Stunde reine Orgelmusik kann den Zuhörer durchaus langweilen“, bekennt der Organist. So sind unter anderem auch der MDR-Kinderchor, die Solo-Trompeter des Gewandhausorchesters und der Staatskapelle Dresden sowie verschiedene Musiker des MDR-Sinfonieorchesters mit von der musikalischen Partie.

Die Aufnahmen entstanden zum großen Teil in Deutschland, wo natürlich die Altenburger Schlosskirche mit ihrer berühmten Trost-Orgel nicht fehlen darf, aber auch in Österreich oder Italien und spiegeln so zugleich die bemerkenswerte internationale Konzerttätigkeit von Felix Friedrich wider.

Mit dem Buch„In dulci jubila“ hat Friedrich bereits zum zweiten Mal auch sein Talent zum Schreiben unter Beweis gestellt. Der Leipziger Verlag St. Benno brachte bereits 2015 unter dem Titel „Die TROSTspendende Silbermann-Orgel“ ein kleines, aber feines Buch auf den Markt, in dem der Autor heitere Geschichten und Anekdoten rund um die Orgel zum Besten gibt. Die 5000 Exemplare sind bereits restlos vergriffen. Eine Neuauflage ist nach Aussagen des Verlags, trotz vieler Nachfragen, die den Autor und die Buchhandlungen erreichen, allerdings nicht geplant.

Wie hoch die Auflage des neuen Buches und der CD ist, wollte der Verlag nicht sagen. Es sind „mehrere Tausend Exemplare“, so Mitarbeiterin Stefanie Heckl.

Das Herbstkonzert mit Orgel und Chor am 28. Oktober in der Kirche „Unsere Lieben Frauen“ Kosma beginnt um 15.30 Uhr. Die Besucher erwartet eine heiter-musikalische Entdeckungsreise durch die Welt der Orgel mit Felix Friedrich. Als Gast ist der Frauenchor Kosma unter Leitung von Pia Pröhl zu erleben. Die Kirche ist temperiert und der Eintritt frei.

Das Buch „In dulci jubila“ und die dazugehörige CD mit Orgelmusik zur Weihnachtszeit ist zum Preis für 16.95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Von Ellen Paul

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Normalerweise ist der Bornshainer Bach ein kleines wie friedliches Wässerchen durch den Nobitzer Ortsteil Zürchau. Im Falle eines Hochwassers – und speziell wie im Mai und Juni 2013 einem sehr extremen – wird auch dieser angeschwollene Bach zum reißenden und zerstörerischen Strom. Gut vier Jahre nach der Flut sollen die schweren Schäden an dem Wasserlauf endlich repariert werden.

27.10.2017
Altenburg Unstimmigkeit über Nebenkosten - Meuselwitzer Stadtrat schmettert Vorlage ab

Laut UWG-SPD-Fraktion verstößt die Aussetzung der Beteiligung der Vereine an Nebenkosten gegen Gleichbehandlungsgrundlage. Auf sein Bestreben wird die Vorlage nun erneut im Ausschuss für Kultur, Soziales und Umwelt zurückverwiesen.

27.04.2018

Häusliche Gewalt ist ein präsentes Phänomen im Altenburger Land. Das spiegelt sich sowohl in der Kriminalitätsstatistik als auch in den Erfahrungen der Opferhilfeorganisation Weißer Ring wieder. Am Amtsgericht Altenburg erhielt ein Schläger nun die Quittung: Ein Jahr und sieben Monate Haft auf Bewährung.

29.10.2017