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Altenburg Neues Schwanendrama: Jetzt ist der Erpel Witwer
Region Altenburg Neues Schwanendrama: Jetzt ist der Erpel Witwer
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13:04 28.09.2018
Neues Drama auf dem Teich in Gorma: Nachdem seine Schwanendame vermutlich einem Fuchs zum Opfer fiel, zieht der Schwanenerpel nun alleine seine Runden. Quelle: Mario Jahn
Gorma

Ach, Gorma und deine Schwäne... Noch vor knapp einem Jahr war der Rositzer Bürgermeister Steffen Stange (parteilos) darüber glücklich, dass die Liaison zwischen dem aus Unterwellenborn geholten Schwanenmännchen sowie der auf dem Teich im Rositzer Ortsteil schon ansässigen Schwanendame nach ersten Scharmützeln aufzugehen schien.

Doch nun dies: Seit kurzem ist jetzt Herr Schwan allein und verlassen auf dem kleinen Gewässer mitten im Dorfzentrum unterwegs. „Vermutlich hat ein Fuchs das Weibchen angegriffen und getötet. Bauhofmitarbeiter haben nur noch das tote Tier aufgefunden“, schildert Bürgermeister Stange merklich betrübt. „Ehrlich gesagt, sind wir jetzt erst einmal ein wenig ratlos. Und wir hoffen, dass sich nochmals so ein Glücksfall einstellt wie im Juli 2017, als von Saalfelder Tierschützern das Schwanenmännchen angeboten wurde, dass in Unterwellenborn verwitwet seine Bahnen zieht“, so Stange.

Beziehung startete bereits mit Problemen

Nun, anfangs klappte es mit dem Verkuppeln des Paars überhaupt nicht. Im Gegenteil: Schwäne leben ohnehin monogam und sind auch in dem Fall, in dem ein Partner verstirbt oder verschwindet, manchmal recht schwer für einen neuen Partner entflammbar. Wie auch in Gorma, wo in den ersten Wochen der erhofften trauten Zweisamkeit erst gehörig die Fetzen oder besser die Federn flogen. Denn die Alte wollte schlichtweg den neuen Erpel nicht auf „ihrem“ Teich haben und vertrieb ihn immer wieder.

„Schwani“, wie die Gemeindemitarbeiter den verschmähten Erpel mittlerweile getauft hatten, und seine widerborstige Zwangspartnerin wurden durch einen eigens durch das Gewässer gezogenen Zaun getrennt, um sich so vielleicht näher zu kommen. Was auch gelang. Noch im Oktober des vergangenen Jahres herrschte unter den gemeindlichen Kupplern leise Freude: Die beiden Langhälse hatten sich aneinander gewöhnt und zogen einträchtig Seite an Seite über das Gewässer. Zumindest bis zu jener Nacht, als Gormas endlose Schwanengeschichte nun um ein trauriges Kapitel reicher wurde.

Über zwei Jahrzehnte Rätselraten

Schon Mitte der 1990er-Jahre kam auf den kleinen Teich wieder Leben, als der SPD-Partnerverein Welschen-Ennest im Landkreis Olpe der Gemeinde zwei Schwäne schenkte. Zwei Jahrzehnte lang herrschte dann in Rositz darüber Rätselraten, warum sich bei scheinbar doch so einträchtig lebenden vermeintlichen Pärchen kein Nachwuchs einstellen wollte. Des Rätsels Lösung: Zwei Weibchen zogen dort ihre Bahnen.

Es war 2010 wohl auch jener Fuchs mit tödlichem Geschmack für Schwan, der einem Tier den Garaus machte. 2012 keimte neue Hoffnung: Aus dem Zoo Halle kam für das vereinsamte Weibchen ein Männchen hinzu, dass bis dahin allein unter Flamingos lebte. Die erste Eheanbahnung fruchtete: 2012 stellte sich tatsächlich der lang ersehnte Nachwuchs. Aber das Glück währte nur kurz. Denn auch dieser Schwan segnete das Zeitliche.

Weitere erfolglose Verkupplungsversuche

Im benachbarten Kriebitzsch schienen die Rositzer Partnerschaftsstifter dann wieder fündig geworden zu sein: Dort half sogar der Kriebitzscher Bürgermeister Bernd Burkhardt 2016 als Kuppler mit. Was überhaupt nicht funktionierte. Federn und Fetzen flogen, der Anbahnungsversuch wurde rasch abgebrochen.

Vorerst letztes Kapitel war eben „Schwani“ aus Unterwellenborn, der nun allein in Gorma seine Runden zieht. Den Kontakt zu den Saalfelder Tierschützern hatte damals Andrea Rücker hergestellt, die sich sozusagen als Chefin des Vereines „Hoffnung für Wildenten, Schwäne & Co.“ von Amts wegen um das Schwanenwohl kümmert.

Tierschützerin will weitersuchen

Auch bei der engagierten Tierschützerin aus Altenburg herrschte ob der Nachricht vom neuerlichen Ableben eines Partners auf dem Gormaer Tümpel tiefe Bestürzung: „Das alles tut einem so leid“, sagte sie. Und gab sich zugleich weiter entschlossen, nun „Schwani“ erneut erfolgreich unter die Haube zu bringen. „Ich werde auf jeden Fall umgehend den Landestierschutzbund über den verwitweten Schwan informieren. Dort hat man den Überblick, ob und wo es eventuell ein einsames Weibchen gibt. Es hat ja schon einmal geklappt. Warum nicht noch einmal?“, meinte sie.

Nur dann sollten die Rositzer tunlichst darauf achten, dass Reinecke Fuchs mit Geschmack für Schwanenmenüs künftig dem Teich fern bleibt – oder auf einen anderen Geschmack kommt...

Von Jörg Wolf

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