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Altenburg Neugierig auf Carmen - Großes Publikumsinteresse für die neue Inszenierung schon beim Theaterfrühstück
Region Altenburg Neugierig auf Carmen - Großes Publikumsinteresse für die neue Inszenierung schon beim Theaterfrühstück
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21:17 05.11.2012
Die neuen Mitglieder im Musiktheater-Ensemble, Johannes Beck und Katie Bolding, Chefdramaturg Felix Eckerle, Theaterchef und Regisseur Kay Kuntze sowie der musikalische Leiter Jens Troester (v.l.) geben Einblicke in die neue Inszenierung. Quelle: Mario Jahn

Von Frieder Krause

Chefdramaturg Felix Eckerle leitete seine informativ-lockere Gesprächsrunde mit der Vorstellung zweier neuer Ensemblemitglieder ein. Katie Bolding wird in "Carmen" als Micaela und Johannes Beck als Stierkämpfer Escamillo zu erleben sein. Bolding, aus Oklahoma stammend, sei sozusagen der Sprung von der Ranch auf die Opernbühne geglückt. Als Gitarristin in Studenten-Rockbands ist nebenbei ihre Stimme entdeckt worden, die sie zielstrebig ausbilden ließ. Ihr Wunsch, nach Deutschland zu gehen, wurde wahr. Sie sieht das deutsche Opernsystem als großes Geschenk.

Beck, der als Österreicher in der Regel alles entspannter angeht, bringt schon große Erfahrungen - unter anderem zehn Jahre am Gärtnerplatztheater München - auf der Opernbühne mit. Bereits 58 Mal stand er in "Carmen" auf der Bühne. In Altenburg wird er aber erstmals den Escamillo singen. Darüber freut er sich sehr. Mit der Arie der Micaela und dem Auftrittslied des Escamillo - begleitet von Miao Liu am Flügel - gaben beide dem Publikum schon mal eine Kostprobe. Im kleinen Musiktheaterensemble wird weiterhin auf hohe Qualität gesetzt.

Alle Protagonisten des Theaterfrühstücks lehnen den Stierkampf eigentlich ab, billigen dem spanischen Mysterium aber seine Faszination zu. Regisseur Kay Kuntze bekannte, dass Spanien in seiner Inszenierung aber kaum eine Rolle spielt. Auch der Komponist Bizet hat als Franzose bis auf Folkloristisches kaum spanische Musik vertont. So wird "Carmen" im heutigen Altenburg angesiedelt sein.

Dennoch sei es ihm wichtig gewesen, mit Assoziationen zu arbeiten, sagte Kuntze. Die Aufführungspraktiken von "Carmen" hätten zu oft unter Verfremdungen gelitten, seien mit Klischees zugekleistert worden. Der Theaterchef legt daher großen Wert darauf, in das Innere des Stückes und in die Charaktere seiner Handelnden vorzudringen. Micaela und Escamillo sind für ihn interessante Gegenspieler zu Carmen und Don Josè, beleuchten das soziale Umfeld und Religiöses. Auch kämen in der Oper keine "edlen" Charaktere vor.

Jens Troester als musikalischer Leiter möchte in seiner Interpretation das eigentliche Drama des Werkes herausarbeiten und die Wunschkonzert-Mentalität vermeiden. Er sei froh, dass im Inszenierungsprozess das Ineinandergreifen von Szenischen und Musik eine wesentliche Rolle spielte und die originale Dialogfassung erklingt.

Vorgestellt wurde auch der Musikwissenschaftler Fritz Oeser. 1911 in Gera-Untermhaus geboren, widmete er sich speziell den Werken Anton Bruckners, aber auch etlichen Opern. Für "Carmen" erarbeitete er kritisch eine Neufassung nach den Intentionen Bizets, die dem Werk zur heutigen Popularität verhalf. Anlässlich der Geraer Premiere wurden Dokumente zur Arbeit Oesers gezeigt, einige davon waren auch beim Theaterfrühstück zu sehen.

⁄Premiere für die Oper "Carmen" ist an diesem Sonntag um 18 Uhr. Karten an der Theaterkasse (☎ 03447 585160) und in der OVZ-Geschäftsstelle (☎ 03447 574942) - Abonnenten erhalten an beiden Kassen zehn Prozent Rabatt - sowie unter www.tpthueringen.de. Nächste Vorstellungen am 25. November, 14.30 Uhr, und am 25. Dezember, 19.30 Uhr.

Kay Kuntzes Inszenierung der Bizet-Oper "Carmen" beginnt mit einer eindrucksvollen Szene voller Symbolik. Dafür sucht das Theater noch als Statistin eine junge Frau, die bereit ist, sich mit freiem Oberkörper zu zeigen. Ihr Gesicht werde aber durch eine Maske verborgen bleiben, heißt es.

Meldungen und Rückfragen bei Marco Schmidt unter ☎ 0365 8279102 oder 0162 9237120.

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