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New Yorker Glory Gospel Singers gastierten in Altenburg

Gepflegtes Durcheinander New Yorker Glory Gospel Singers gastierten in Altenburg

Konzerte von Gospel-Gruppen sind verstärkt im Trend. Davon gab es im vergangenen Jahr in der Altenburger Brüderkirche einige. Auch eines der Glory Gospel Singers aus New York. Nun gastierte diese fünfköpfige Gruppe nach genau einem Jahr wiederum hier. Aber es war diesmal nicht das Gleiche – leider muss man sagen.

Große Stimmen, kein Konzept: Glory Gospel Singers (hier bei einem früheren Auftritt).
 

Quelle: Mario Jahn

Altenburg.  Die zwei Sängerinnen und drei Sänger sowie ein Klavierbegleiter sind ein kleiner Teil der über 70 Sänger umfassenden Gospel Society in der US-Metropole, die regelmäßig in die Welt ausschwärmen und auf Tournee gehen. Dabei wollen sie das „Wort Gottes“ musikalisch verkünden und zeigen, wie in den afro-amerikanischen Gemeinden Gottesdienste gefeiert werden. Die Künstler stehen nicht nur still im Altarraum und singen ihr Programm für die ruhig lauschenden Zuhörer. Einige ihrer Lieder begleiten sie mit Umherlaufen und mit gestenreichen Bewegungen. Auch laufen sie ins Publikum und fordern es auf, mitzuklatschen oder mitzusingen.

Für letzteres gab es allerdings zu wenige Möglichkeiten, denn man sparte sich diesmal die bekannten Gospelsongs, von denen man Melodie und Text beherrscht. Dafür hatten sie Lieder im Programm, die Momente absoluter Ruhe und Innigkeit boten. Da bleibt keiner unberührt von den herrlichen Stimmen, die alle am Blues geschult sind und alle gesanglichen Ausdrucksfacetten beherrschen und von der Tiefe in die höchsten Höhen bis zum Falsettgesang gehen können.

Wenn die fünf Sängerinnen und Sänger ohne Klavierbegleitung Lieder aus der Liturgie ihrer Gottesdienste singen, kommen alle auf ihre Kosten, die den reinen A-cappella-Gesang mögen, der hier wunderbar gepflegt wird und der mit dem Lied „Kumbaya my Lord“ das Programm eröffnete. Es wurde auch häufig solistisch gesungen. Eine Solistin mit voller Altstimme interpretierte in Begleitung der anderen den Gospel-Klassiker „Let my People go“ eindringlich als Anklage. Songs in dieser Art gesungen, kraftvoll, nachdenklich und tief religiös überwogen im Programm und weniger die bekannten, die ein solches Konzert prägen und das Publikum mitreißen, was wohl auch viele erwartet hatten. So verlief die erste halbe Stunde in einem musikalischen Gleichklang, bis die Gruppe je vier Frauen und Männer nach vorn baten, um einen Background-Chor zu bilden.

„We want to sing to you, for you and with you“ versprach das kleine Ensemble. Das alles verlief ohne Konzept sehr unprofessionell und mehr als ein La,la la kam nicht zustande. Peinlich für die acht Mutigen und auch für das Publikum, das 20 Minuten lang ein wirres Durcheinander mit ansehen musste, für das man nicht rechtzeitig das Ende bestimmte, obwohl das Bewegungsrepertoire längst erschöpft war.

Dieses Kein-Ende-Finden war auch gegeben in den Songs, in denen die einzelnen solistisch brillierten wie in „Amazing grace“ oder „Swing low, sweet Chariot“ und in dem schon genannten „Let my People go“. Hier ging Stimmenpräsentation vor Liederangebot.

Der Song und Ohrwurm „Oh Happy Day“ am Ende war wie eine Erlösung, aber es wurde mit dem Publikum immer und immer wiederholt. Der Abschied zog sich hin und mündete in das Abschiedsgebet „Amen“ – a cappella ganz wunderbar leise in allen möglichen Variationen gesungen

Das Konzert blieb somit zwiespältig, auch wenn die amerikanischen Vokalisten allen, die erreichbar waren, zum Abschied die Hand drückten, eine ungemein warmherzige Geste, die in ihren amerikanischen Gottesdiensten als selbstverständlich gilt.

Von Manfred Hainich

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