Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Niederhainer Gemeindevorstand: Sanierung der Kirche ist Lebenaufgabe

Viele Baustellen Niederhainer Gemeindevorstand: Sanierung der Kirche ist Lebenaufgabe

Der Niederhainer Kirchgemeindevorstand Thomas Naumann hat auf die Kritik an dem Zustand der Nikolaikirche in der Lutherstraße reagiert. Zum Teil widerspricht er den Schilderungen in einem OVZ-Bericht, der angesichts des traurigen Bildes im Umfeld von einer Lotterstraße sprach. Zum Teil verstärkt er sie aber auch.

Zwar wurde an der Nikolaikirche in Niederhain schon einiges gemacht, aber es gibt dennoch viele Baustellen. Für die kaputte Grundstücksmauer fehlt ebenso Geld wie für andere Dinge.

Quelle: Thomas Haegeler

Langenleuba-Niederhain. „Lotter- statt Lutherstaße“ titelte die OVZ vor anderthalb Monaten. Der zugehörige Bericht nahm den traurigen Anblick eines Teils der Straße in Langenleuba-Niederhain zum Ende des Reformationsjubiläums aufs Korn. Einen Eindruck, den Thomas Naumann so nicht stehen lassen will. Vor allem nicht mit Blick auf die Nikolaikirche, die die Lutherstraße prägt. Denn der 54-Jährige steht dem Niederhainer Kirchgemeinderat vor, hat viel Energie und Zeit in die Kirche und das zugehörige Grundstück investiert, das übrigens ein nicht entweihter Friedhof ist.

Rund 37 000 Euro flossen seit 2010 in die Sanierung

Laut Naumann flossen seit 2010 rund 37.000 Euro in die Kirche und ihre Sanierung. Etwa 7000 Euro davon habe die Kirchgemeinde selbst beigesteuert, so der Vorsitzende des Kirchgemeinderats. Darunter waren unter anderem die Beseitigung von Nässeschäden inklusive eines Hausschwamms, neue Turmglocken und ein neues Dach für den Heizungsraum. Zudem sei an der Sakristei noch nie eine Dachrinne gewesen. „Deshalb kann sie auch nicht fehlen“, entgegnet er auf den scheinbaren Mangel hin.

Zudem sei es schon so, dass sich jemand um das Grundstück kümmert, sagt Naumann weiter. „Das macht ein Bewohner des Pfarrhauses mit viel Liebe, aber er schafft es auch nicht.“ Dass das Gras auf der Wiese hinter der Kirche fast hüfthoch steht, erklärt er damit, dass dort eigentlich jemand Heu machen wollte. „Aber das ist nicht passiert, sonst wären wir – wie auf den anderen Flächen – mit dem Traktor gefahren.“

Naumann beklagt fehlende Einnahmen

Das nahe Spritzenhaus, das zusehends verfällt, sei aber Gemeindesache, stellt Naumann klar. Für die kaputte Grundstücksmauer sei man hingegen selbst zuständig. „Dafür haben wir einfach nicht genug Einnahmen.“ Als der 54-Jährige erzählt, dass das Kriegerdenkmal vor der Kirche ohne ihn und seine Familie noch schlimmer aussehe, tritt zutage, dass sich seine Frau mit des Pfarrers Frau überworfen hat und deshalb seit zwei Jahren nicht mehr um das Denkmal kümmert.

Jedoch weiß er auch, dass es noch viele andere Baustellen in und um die Nikolaikirche gibt. Kaputte Drainagen, verfallene Grundstückszugänge, zu kleine Dachrinnen an der Rückseite, kaputte Schiefertafeln oder eine wackelnde Wetterfahne. Das größte Problem ist aber das Dach des Kirchenschiffs. Für dessen Sanierung gibt es bereits ein Gutachten, was die Kosten allein dafür auf 124 000 Euro beziffert. Das Problem: Es stammt aus dem Jahr 2012 und die Baukosten sind inzwischen gestiegen. Auch den erhöhten Aufwand aufgrund des im Dachstuhl verwendeten Holzschutzmittels Hylotox ist darin noch nicht enthalten.

Viel Fluktuation, wenig Identifikation

„Die Sanierung der Kirche ist eine Lebensaufgabe“, so Naumann. Zudem gebe es nur noch etwa 300 Gemeindeglieder, von denen 90 Prozent Rentner sind. „Auch gibt es keinen Betrieb, der spendet.“ Wie schwierig die finanzielle Situation ist, zeigen die 2016er Einnahmen: 2300 Euro aus Kirchgeld und Kollekte. „Deshalb wäre es schön, wenn sich die Niederhainer mehr engagieren“, sagt er und nennt Gründe, warum das bisher nicht so ist. Das Dorf sei zu groß, damit sich jeder kenne. „Es gibt viel Fluktuation und wenig Identifikation.“ Daher will er bald zu einem Arbeitseinsatz laden – und hofft, dass ein erneut gestellter Förderantrag für eine Sanierung nun endlich positiv beschieden wird.

Von Thomas Haegeler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
Außenansicht der Agneskirche
Ein Spaziergang durch die Region Altenburg
  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8: Hier gibt es Infos, Hintergründe und Fotos zum Thema. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr