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Altenburg Niederhainer Gemeindevorstand: Sanierung der Kirche ist Lebenaufgabe
Region Altenburg Niederhainer Gemeindevorstand: Sanierung der Kirche ist Lebenaufgabe
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04:07 12.02.2018
Zwar wurde an der Nikolaikirche in Niederhain schon einiges gemacht, aber es gibt dennoch viele Baustellen. Für die kaputte Grundstücksmauer fehlt ebenso Geld wie für andere Dinge. Quelle: Thomas Haegeler
Langenleuba-Niederhain

„Lotter- statt Lutherstaße“ titelte die OVZ vor anderthalb Monaten. Der zugehörige Bericht nahm den traurigen Anblick eines Teils der Straße in Langenleuba-Niederhain zum Ende des Reformationsjubiläums aufs Korn. Einen Eindruck, den Thomas Naumann so nicht stehen lassen will. Vor allem nicht mit Blick auf die Nikolaikirche, die die Lutherstraße prägt. Denn der 54-Jährige steht dem Niederhainer Kirchgemeinderat vor, hat viel Energie und Zeit in die Kirche und das zugehörige Grundstück investiert, das übrigens ein nicht entweihter Friedhof ist.

Rund 37 000 Euro flossen seit 2010 in die Sanierung

Laut Naumann flossen seit 2010 rund 37.000 Euro in die Kirche und ihre Sanierung. Etwa 7000 Euro davon habe die Kirchgemeinde selbst beigesteuert, so der Vorsitzende des Kirchgemeinderats. Darunter waren unter anderem die Beseitigung von Nässeschäden inklusive eines Hausschwamms, neue Turmglocken und ein neues Dach für den Heizungsraum. Zudem sei an der Sakristei noch nie eine Dachrinne gewesen. „Deshalb kann sie auch nicht fehlen“, entgegnet er auf den scheinbaren Mangel hin.

Zudem sei es schon so, dass sich jemand um das Grundstück kümmert, sagt Naumann weiter. „Das macht ein Bewohner des Pfarrhauses mit viel Liebe, aber er schafft es auch nicht.“ Dass das Gras auf der Wiese hinter der Kirche fast hüfthoch steht, erklärt er damit, dass dort eigentlich jemand Heu machen wollte. „Aber das ist nicht passiert, sonst wären wir – wie auf den anderen Flächen – mit dem Traktor gefahren.“

Naumann beklagt fehlende Einnahmen

Das nahe Spritzenhaus, das zusehends verfällt, sei aber Gemeindesache, stellt Naumann klar. Für die kaputte Grundstücksmauer sei man hingegen selbst zuständig. „Dafür haben wir einfach nicht genug Einnahmen.“ Als der 54-Jährige erzählt, dass das Kriegerdenkmal vor der Kirche ohne ihn und seine Familie noch schlimmer aussehe, tritt zutage, dass sich seine Frau mit des Pfarrers Frau überworfen hat und deshalb seit zwei Jahren nicht mehr um das Denkmal kümmert.

Jedoch weiß er auch, dass es noch viele andere Baustellen in und um die Nikolaikirche gibt. Kaputte Drainagen, verfallene Grundstückszugänge, zu kleine Dachrinnen an der Rückseite, kaputte Schiefertafeln oder eine wackelnde Wetterfahne. Das größte Problem ist aber das Dach des Kirchenschiffs. Für dessen Sanierung gibt es bereits ein Gutachten, was die Kosten allein dafür auf 124 000 Euro beziffert. Das Problem: Es stammt aus dem Jahr 2012 und die Baukosten sind inzwischen gestiegen. Auch den erhöhten Aufwand aufgrund des im Dachstuhl verwendeten Holzschutzmittels Hylotox ist darin noch nicht enthalten.

Viel Fluktuation, wenig Identifikation

„Die Sanierung der Kirche ist eine Lebensaufgabe“, so Naumann. Zudem gebe es nur noch etwa 300 Gemeindeglieder, von denen 90 Prozent Rentner sind. „Auch gibt es keinen Betrieb, der spendet.“ Wie schwierig die finanzielle Situation ist, zeigen die 2016er Einnahmen: 2300 Euro aus Kirchgeld und Kollekte. „Deshalb wäre es schön, wenn sich die Niederhainer mehr engagieren“, sagt er und nennt Gründe, warum das bisher nicht so ist. Das Dorf sei zu groß, damit sich jeder kenne. „Es gibt viel Fluktuation und wenig Identifikation.“ Daher will er bald zu einem Arbeitseinsatz laden – und hofft, dass ein erneut gestellter Förderantrag für eine Sanierung nun endlich positiv beschieden wird.

Von Thomas Haegeler

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