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Altenburg Nikolaus Dorsch: Menschen aus sozialer Not zu helfen, dauert lange und ist mühselig
Region Altenburg Nikolaus Dorsch: Menschen aus sozialer Not zu helfen, dauert lange und ist mühselig
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16:41 02.12.2016
Das Sozialwerk Innova Altenburg rund um seinen Geschäftsführer Nicolaus Dorsch kümmert sich um soziale Projekte und eröffnet auch berufliche Perspektiven. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

„Mu-Ki“ heißt die Wohngruppe für Mütter und Kinder in Not, für die die OVZ eine Spendenaktion durch die Adventszeit bis zum Heiligen Abend gestartet hat. Die Bewohner in der Molbitzer Straße wünschen sich ein kleines Gerätehäuschen für Kinderwagen und Spielsachen. Die „Mu-Ki“ ist aber nur ein kleiner Teil jenes Spektrums, das das Innova-Sozialwerk für Menschen im Altenburger Land leistet, die Hilfe brauchen.

So gibt es allein acht Wohngruppen in Altenburg, Schmölln und Meuselwitz, für unterschiedliche Zielgruppen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, mit insgesamt 60 Plätzen. Zur Tageszeit oder rund die Uhr wird sich da gekümmert. Darunter befinden sich geschützte Räume, die sich im Fachjargon Inobhutnahme nennen. Dorthin kommen jene Jungs oder Mädchen, die in relativ kurzer Zeit aus den verschiedensten Gründen von ihren Eltern getrennt werden müssen und schnell eine neue Unterkunft brauchen. Auch minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland kamen, wohnen in einem Gebäude der Innova und werden dort betreut.

Die Innova kümmert sich auch um jene Menschen, die wieder arbeiten möchten, es aber aus eigener Kraft nicht schaffen. Dafür gibt es viele Gründe. Gesundheitliche Probleme, das Verlernen eines geregelten Tagesablaufes, vom Alltag – auch wegen der Kinder – überforderte Menschen. Um nur einige Gründe zu nennen.

Dafür griff die Innova 2009 beispielsweise das Projekt Tizian auf. Es steht für Thüringer Initiative zur Armutsbekämpfung mit Nachhaltigkeit und wendet sich speziell an alleinerziehende Mütter mit Kindern. 20 Stellen gibt es dafür bei der Innova, begrenzt auf 18 Monate. Die Zuweisung erfolgt über das Jobcenter. Die Teilnehmerinnen sind im Moment zwischen 28 und Mitte 40, die Kinder zwischen einem und 15 Jahre alt. In Einzel- und Gruppengesprächen wird den Müttern Hilfestellung in Erziehungsfragen und bei Verschuldung gegeben, werden sie bei Gängen zu Behörden oder dem Arzt begleitet. Denn die Mütter haben viele – meist auch gesundheitliche oder seelische – Probleme auf einmal.

Ziel ist das Erlernen eines regelmäßigen Tagesablaufes und die Motivation, am Ende wieder eine Arbeit aufzunehmen. „Aber das ist nicht erstrangig und mitunter auch nicht möglich“, erläutert Claudia Cekan, eine der beiden Tizian-Betreuerinnen. Auch Nicolaus Dorsch, der Geschäftsführer der Innova kennt die Realitäten: „Es ist ein elendig langer Weg für viele Menschen, um wieder einer geregelten Arbeit nachzugehen, auch wenn es viele freie Stellen gibt.“

Meist sei schon viel geholfen, wenn die Frauen aus ihrer sozialen Isolation kommen, ihre gesundheitlichen und finanziellen Probleme und den Alltag in den Griff bekommen. „Es ist toll, dass man sich dabei auch um die Kinder kümmern kann, ihnen Erfolgserlebnisse verschafft, mit Ausflügen in den Geraer Zoo oder die Schmöllner Kletterhalle hin und wieder für eine sinnvolle Freizeitgestaltung sorgt“, nennt Claudia Cekan die schönen Momente ihrer Arbeit.

Hilfe für Menschen in Not ist jedoch nur ein Teil der Innova. Seit über 20 Jahren werden ebenso qualifizierte Bildungsangebote unterbreitet. Dafür sorgen zum einen die medizinisch-pflegerische Fachschule und zum anderen die Ausbildungsmöglichkeiten beispielsweise zum Koch, zum Lageristen, zur Bürokauffrau oder Verkäuferin. 400 Azubis bereiten sich derzeit auf einen Job vor. Das alles erfolgt mit eigenem Fachpersonal und Werkstätten. Die Krankenpflegeschule betreibt die Innova gemeinsam mit dem Klinikum Altenburger Land.

Große Spendenaktion der LVZ für Mutter-Kind-Gruppe:

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Weitere Projekte, die Sie im Rahmen der LVZ-Spendenaktion unterstützen können, finden Sie hier!

Von Jens Rosenkranz

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