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Nilgans im Wieratal gelandet

Nilgans im Wieratal gelandet

Für Aufsehen sorgte vor wenigen ein ungewöhnliches Gänsepaar. Die bunten Vögel hatten sich am Feldrand zwischen Flemmingen und Jückelberg niedergelassen.

Im Wieratal, wie hier auf einem Feld bei Flemmingen, wurden schon öfter Nilgänse gesichtet.

Quelle: Ilka Jost

Flemmingen/Altenburg. Von Ilka Jost

Inzwischen steht fest: Es handelt sich um Nilgänse. Tierische Zuwanderer, die genau wie Waschbär oder Marderhund ihren Weg nach Deutschland gefunden haben. Die Nilgans fällt vor allem durch das bunte Gefieder, den markanten Augenring sowie ihren rosaroten Schnabel und die gleichfarbigen Beine auf. Auch ihr lauter, gackernder Ruf ist sehr markant.

"Seit über zehn Jahren ist die Nilgans bei uns vertreten und mittlerweile an fast jedem Gewässer anzutreffen. Selbst an Dorfteichen lässt sie sich nieder, wie zum Beispiel in Treben und Plottendorf. Allgegenwärtig ist sie nicht nur in der Pleißenaue, sondern auch im Wieratal und anderen Regionen anzutreffen", berichtet Mike Jessat, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Altenburger Land.

Wie der Name bereits vermuten lässt, stammen die farbenfrohen Gänse aus Afrika. Die Nilgänse sollen schon den alten Ägyptern, Römern und Griechen als Parkvögel bekannt gewesen sein. Im 17. und 18. Jahrhundert gelangten sie nach Westeuropa. Hier wurden sie in Parks und Zoos gehalten und gezüchtet. Aus einigen ausgebüxten Tieren haben sich inzwischen europaweit zahlreiche Nilganspopulationen entwickelt.

Die anpassungsfähigen Wasservögel fühlen sich auch im Altenburger Land sehr wohl und finden hier alles, was sie zum Leben brauchen. Mit etwas Glück kann man sie an den Haselbacher Teichen, der Talsperre Schömbach, den Eschefelder oder Wilchwitzer Teichen beobachten. Auch auf Überschwemmungsflächen oder Äckern lassen sie sich nieder. In ihrer Nistplatzwahl sind die Exoten sehr flexibel. Sie brüten am Boden, im Gebüsch, ja sogar in Höhlen und auf Gebäuden.

Zwischen Mai und Juli legen sie in der Regel fünf bis zwölf Eier. Mehr als 30 Tage bebrütet ausschließlich das Weibchen das Gelege. Nach 70 bis 75 Tagen werden die Jungvögel flügge, bleiben aber noch mehrere Wochen bis Monate bei den Eltern. Eine Zeit, in der mit den Gänsen nicht gut Kirschen essen ist.

Wegen ihres hübschen Aussehens stellen die Nilgänse zwar auch eine Bereicherung unserer Fauna dar. Doch die Naturschützer und Ornithologen kennen die Schattenseiten. "Leider ist die Nilgans sehr zänkisch und macht einheimischen Vögeln die Brutplätze streitig. Sie besetzt Horste des Weißstorchs und Nester von Raubvögeln. Welche Auswirkungen dies langfristig auf die heimische Vogelwelt hat, bleibt abzuwarten. Wir werden das auf jeden Fall beobachten", erklärt Mike Jessat.

Gegen den Seeadler, der jedes Jahr im Leinawald brütet, hat die Nilgans jedoch keine Chance. "Im Gegenteil, sie gehört zu dessen Beutetieren."

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