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Altenburg Niveauvolle Narretei - Faschingskonzert mit vielen Gags und wunderbaren Kostümen am Landestheater
Region Altenburg Niveauvolle Narretei - Faschingskonzert mit vielen Gags und wunderbaren Kostümen am Landestheater
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21:15 22.02.2012

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Freilich hätte man im Haupthaus - der Run auf die Eintrittskarten speziell am Abend war riesengroß - noch mehr Besucher glücklich machen können, doch jeder spürte: Das Erlebte ist in dieser Form nur im kleineren Heizhaus möglich.

"Drehbuchautor" Karl Karliczek - ehemaliges beliebtes Mitglied des Schauspielensembles - startete zusammen mit Thomas Wicklein und dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera zu einer spektakulären Reise in die Welt von Blau- und Rotbärten. Selbige entpuppten sich als Ritter Blaubart und Kaiser Barbarossa - somit auch lokalbezogen.

Kenner der traditionellen Faschingskonzerte spürten bald, da ist wieder eine gute Mischung von Gags, Pointen, fantasievoller Kostümierung und Freude am Spiel aus dem Ideengut Karliczeks mit dem von Wicklein und seinen Mannen entstanden. Allen voran Martin Groskopff, der den Barbarossa mimte. Logisch, dass er seinem 900 Jahre alten Instrument beste Töne entlocken konnte, für seine Kaiserstadt und die Festspiele warb und das Wissen der Gäste um seine Mythenwelt prüfte.

Karliczek, der sich als moderierender Diener Johann, Zauberkünstler und mit einer Hommage an Marlene Dietrich in die farbige Reise einbrachte, war gut beraten, die Blaubart-Sage moderner und jünger als vom großen Opernwurf Offenbachs bekannt anzulegen. In Kai Wefer hatte er dafür den idealen Partner, der sich liebenswürdig auf die Suche nach der idealen Frau begab und über die verlorenen Frauen nachgrübelte. Musikalisch überraschte er als Könner in der Welt der Unterhaltungs-Musik, sei es als Interpret bekannter Chansons oder Instrumentalist auf der hier selten zu hörenden Ukulele. Eine echte Entdeckung!

Natürlich folgte der ganze Spaß auch einem roten Faden von der Brautschau Blaubarts bis zur Hochzeit dreier Paare. Dazwischen blieb nichts ausgespart. Sei es der Einmarsch des Blaubart-Orchesters und der Roten-Spitzen-Kapelle unter General Wickelbart, das Spiel mit den Farben Blau und Rot in Kostüm, Beleuchtung und Musiktiteln, der versuchte Rundgesang, die Quiz-Runden und der Zaubertrick. Genial das Mystische der Wetterkapriolen und der Unwetter-Warnungen dazu im Übergang zur Pause.

Claudia Müller, Paula Rummel und Kim Sheehan war es vorbehalten, in der Brautschau dem Ritter verschiedene Offerten anzubieten und dies temperamentvoll, mit großer Spielfreude und den passenden Tönen ihrer Stimmfächer. Kim Sheehan brillierte dabei erneut mit ihren ausgeprägten Koloraturen.

Solche Konzerte leben auch vom Können Olav Krögers, der für das genregerechte Spiel des Philharmonischen Orchesters einige Titel neu arrangiert hatte und unter anderem am Klavier und an der Windmaschine glänzte.

Mit dem Musical-Hit "Hei, heute morgen ..." aus "My fair Lady" und dem Can Can aus "Orpheus in der Unterwelt" als bejubelte Zugabe mit Tanzeinlagen der Solisten klang das musikalische Faschingstreiben aus. Angesichts der derzeitigen Stimmungslage im Theater und einer Erkältungswelle unter den Mitwirkenden ist ihnen zu danken, solch heitere Töne zum Klingen gebracht zu haben.

Frieder Krause

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