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Feurig und verspielt: Nobitz feiert 850. Geburtstag

Ortsjubiläum Feurig und verspielt: Nobitz feiert 850. Geburtstag

Mit einer dreitägigen Party feierte Nobitz über das lange Wochenende sein 850-jähriges Jubiläum. Das Programm bot für jeden etwas, und die ehrenamtlichen Helfer rund um Bürgermeister Hendrik Läbe sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Am Ende zog das Gemeindeoberhaupt eine rundrum positive Bilanz.

Viel war los beim Nobitzer Jubiläumsfest. Hier zeigen die Jüngsten vom Kindergarten ihr Programm.
 

Quelle: Mario Jahn

Nobitz.  Die knallgelbe Signalweste mit der rückwärtigen Aufschrift „Ordner“ steht Hendrik Läbe ausgemacht gut. Und so ein markantes Erkennungszeichen ist für den Nobitzer Gemeindechef an diesem langen Wochenende auf dem Areal rund um und in der Mehrzweckhalle auch wichtig. Denn gefragt ist der Bürgermeister zum dreitägigen 850. Jubiläumsfest eigentlich überall: Da schleppt er mal rasch noch Mülltonnen zu den Gästebänken, dort bringt er Wasser oder muss einfach mit Rat und Tat parat stehen. Oder er muss die obligatorische Fischsuppe testen und für sehr schmackhaft befinden, ehe die schon in einer üppigen Schlange Wartenden ihren Schlag aus dem Kessel bekommen. Aber das Lächeln weicht Läbe trotz allem Stress nie aus dem Gesicht. „Nein, die Kilometer habe ich nicht gezählt, aber es waren schon einige“, meint er. Und wirkt dabei sichtlich zufrieden. „Unser Fest läuft super. Auch dank aller Helfer.“

Nun, damit übertreibt der Gemeindeboss kein bisschen. Wenn ein 850-Einwohner zählendes Dörfchen ziemlich kurzfristig ein 850. Jubiläum auf die Beine zu stellen hat, dann erwartet man eine kleine, überschaubare Party, aber keine gleich dreitägige Sause, die hunderte Besucher aus dem ganzen Landkreis anlockt.

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Für jeden etwas dabei war am langen Wochenende bei der großen 850-Jahrfeier-Party in Nobitz. Nachdem es in den vergangenen Jahren kein großes Dorffest mehr gegeben hat, soll die Veranstaltung nun künftig wieder regelmäßig stattfinden.

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Zwar startet am Sonnabend das Fest in den ersten Stunden etwas verhalten. Doch spätestens um die Mittagszeit zieht es die Neugierigen gen Festplatz. Schon bald werden die Sitzgelegenheiten auf der Wiese rar, tummeln sich die Kinder bei den üppigen Spielaktionen oder probieren sich beispielsweise bei der Herstellung so genannter Handstreichsteine aus. Eine herrlich schmutzige Aktion von der Bergbrüderschaft Rositz-Meuselwitzer Braunkohlerevier mit ordentlich Matschpotenzial. „So wurde früher aus einem Gemisch von Braunkohlebröckchen und Wasser die Vorläufer der heutigen Briketts hergestellt“, informiert der Chef der Bergbrüderschaft, Detlef Schnittler. Dafür ist er extra ins Outfit geschlüpft, dass einst die Hersteller der brennbaren Steine trugen.

Eva Pommer hat sich derweil in der Halle die liebevoll zusammengestellte Ausstellung über die Nobitzer Ortsgeschichte angesehen. „Wunderschön und informativ“, meint sie und war vor allem von der Gegenüberstellung historischer und aktueller Dorfansichten der Fotofreunde Altenburg begeistert.

Das Fest ist eines mit vielen Schauplätzen auf ganz engem Raum. An der einstigen Streethockey-Anlage liegt sozusagen die Fressmeile. Hier haben unter anderem die Mitarbeiter des Fischereinbetriebs Etzold sowie die Grillbuben aus Gößnitz hungrigen Gästemägen den Kampf angesagt. Beileibe nicht nur mit jener legendären Fischsuppe, die rasch knapp wird. „Guck mal, das zerfällt regelrecht“, sagt ein älterer Besucher staunend mit Blick auf die zarten Scheiben aus der Rinderkeule, die wirklich auf der Zunge regelrecht zergehen. Und alles kann mit einem kräftigen Schluck echt Nobitzer Jubiläumsbiers heruntergespült werden, das Getränkegroßhändler Ralf Donat eigens fürs Fest kreieren ließ. Und der Gerstensaft fließt schon vor dem offiziellen Fassanstich reichlich. Und letzteren erledigt, wen wundert`s, Bürgermeister Läbe mit zwei gekonnten Schlägen.

Ach, dieses Festprogramm hat schon das Potenzial einer latenten Reizüberflutung. Denn auch das Traditionelle aus dem Altenburger Land kommt nicht zu kurz: Die Mitglieder von Heimatverein Ehrenhain und Umgebung haben sich nicht nur in die Malcher- und Marchetracht geworfen. Auch sie sind eigentlich überall zu finden. Sie verkaufen den erstmals ausgelegten Kalender mit historischen Ansichten von Nobitz, der trotz des recht üppigen Preises von zwölf Euro weggeht, wie warme Semmeln. Und auch kulinarisch warten sie mit einem Highlight auf, dem Sauerkrautbrot, dass es halt nur in Ehrenhain gibt.

„Wir als Ort feiern 2020 auch unser 850.Jubiläum. Heute sind wir aber mit ganzem Herzen dabei, weil wir doch eine Gemeinde sind“, sagt Vereinschef Sigurd Kyber in einer kurzen Pause.

Kurzum: Es hat sich gelohnt, nach Nobitz zu kommen, was um die 5000 Besucher über Tage nur bestätigen dürften. Auch am Sonntagabend, wo es musikalisch vor rund 600 Gästen so richtig musikalisch kracht, dank Thomas Katrozan bei seinem Heimspiel, der hier ebenso heimischen Service-Band und deren Altvorderen von Papas und Friends. Da mussten sogar Besucher abgewiesen werden. Bis in die Nacht geht an den Tagen die Party, die auch bemerkenswerte Lichteffekte erhält. Dank Feuerwerk und der Truppe „Brennbar“.

„Ich bin einfach superglücklich, dass alles so gut lief und so viele Leute gekommen sind“, so Bürgermeister Läbe geschafft, aber happy.

Von Jörg Wolf

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