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Altenburg Nobitz und Saara: "Ich gebe meine Interessenlage nicht auf"
Region Altenburg Nobitz und Saara: "Ich gebe meine Interessenlage nicht auf"
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19:53 14.02.2012
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"Ich habe durchaus Verständnis für den Wunsch auf Eigenständigkeit", meint Altenburgs Stadtoberhaupt Michael Wolf (SPD). Aber dieses Verständnis reiche nicht so weit, "dass ich meine Interessenlage für Altenburg aufgebe". Er strebe keinen territorialen Raumgewinn mit weiteren Eingemeindungen an, streicht Wolf heraus. "Es sind einzig und allein fiskalische Gründe, da wir bei mehr Einwohnern auch mehr Schlüsselzuweisungen bekommen", so Wolf ohne Umschweife. Ziemlichen Unmut löst Wolf mit seiner Meinung aus, dass die wohlhabenderen Orte der Einheitsgemeinde Saara dies ohnehin nur durch die territoriale Nähe zu Altenburg seien. "Sie verbinden ja auch nicht nur 16 Jahre, sondern Jahrhunderte."

Genau da erkennt er die derzeitige Schieflage in der Finanzierung: "Als Stadt tragen wir eine ganze Reihe von Leistungen allein, die die umliegenden Gemeinden mitnutzen, aber dafür keinen Cent bezahlen", sagt er und verweist auf die Berufsfeuerwehr oder das Hallenbad. Beteiligen sich auch Saara und Nobitz an den Kosten oder springe der Kreis mit ein, dann stehe er nicht gegen die Fusion.

Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) hat nicht nur die Stellungnahme des Kommunalamtes mitgebracht, das "keinerlei Bedenken" gegen die Fusion hegt. Auch eine Kreiskarte hat er dabei. "Mich stört vor allem das Argument, dass eine Reform von den Zentren, sprich den Städten, aus wachsen muss", sagt er und erhält Applaus, der sich noch steigert, als er die Kreiskarte mit den fünf Städten zeigt: "Wenn die alle im Umfeld eingemeinden, dann bleibt kein ländlicher Raum mehr übrig, was wir verhindern müssen." Die Fusionsbefürworter hätten jetzt ja auf Landesebene drei Fürsprecher in Erfurt, deutet Rydzewski auf Sojka, Schröter und Schubert. "Nutzen sie das aus."

"Gößnitz ist doch nichts anderes als ein ländlicher Raum", entfährt es dem Bürgermeister der Pleißestadt, Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund). Ihm geht es vor allem um die Grundfrage, wie man miteinander umgeht. Vom Saaraer Bürgermeister ist er enttäuscht, weil er erst durch Mediennachfragen von den Hochzeitsplänen von Saara und Nobitz erfahren habe. "Wir haben lange Zeit gut mit Saara zusammengearbeitet, und ich bin überzeugt, dass wir die gleichen Effekte bei einer Fusion hinbekommen könnten. Nobitz hingegen war nie Thema für uns", meint er aufgebracht.

Auch Ziegelheim ist willig zur Fusion. "Wir haben ja als einzige Gemeinde der VG Wieratal einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss dazu", so Bürgermeister Mario Rohr (CDU). Und dazu würde man auch weiterhin stehen. Eine klare Absage kommt auch von Rohr an eine mögliche Vereinigung mit einer Stadt als Zentrum. "Ich krieg' die Krise, wenn ich immer demografischer Wandel höre. Wir sterben im ländlichen Raum doch nicht aus. Vielmehr hält Heimatverbundenheit die Menschen in der Region." In Zentren, wie groß auch immer, gehe das verloren.

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Er sei verblüfft über so viele Leute, bekennt der Saaraer Bürgermeister Stephan Etzold (CDU) zum Beginn des Forums. Zur Auftaktrunde stehen er und sein Nobitzer Amtskollege Hendrik Läbe (SPD) als die "Väter" der Fusionspläne Rede und Antwort.

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