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Altenburg Nobitz wirbt mit Card, Code und Bannern um Fachkräfte
Region Altenburg Nobitz wirbt mit Card, Code und Bannern um Fachkräfte
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00:30 24.03.2018
Bürgermeister Hendrik Läbe (links) und Wirtschaftsförderer Hartmut Brühl präsentieren die neue Nobitz Card vor dem dazugehörigen Werbebanner. Quelle: Jörg Wolf
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Nobitz

Nein, den berühmten roten Knopf für ein symbolisches Startsignal haben der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) sowie der Wirtschaftsförderer der Landgemeinde, Hartmut Brühl, am Dienstag nicht gedrückt. Vielmehr beließen sie es beim verbalen Startsignal vor den Medien, um offiziell den Beginn der Kampagne „Dein Job in Deiner Region“ zu verkünden (die OVZ berichtete). „In unserer Gemeinde haben wir das Glück, eine ganze Reihe von expandierenden Betrieben zu haben. Aber sie alle plagt derzeit das Problem fehlender Arbeitskräfte“, schildert Läbe. Das Gemeindeoberhaupt und sein Wirtschaftsförderer rechnen damit, dass allein bis Ende kommenden Jahres knapp 200 Arbeitsstellen im Gemeindegebiet besetzt werden müssen.

Deshalb jetzt die Joboffensive, die die Gemeinde aus der eigenen Tasche mit rund 3000 Euro selbst finanziert und die nun mit einer eigenen Stellenbörse im Internet aufwartet, auf der Betriebe aus Nobitz ihre Gesuche einstellen lassen können. „Die Vorbereitungen dafür liefen seit dem vergangenen Herbst. Bei den Unternehmen stießen wir mit unserem Vorstoß auf ein durchweg positives Feedback“, erörtert Brühl. Auf der Internetseite www.job.nobitz.de sind die Stellengesuche ab sofort abrufbar. Einen noch schnelleren Weg dorthin ermöglicht die am Dienstag ebenfalls präsentierte „Nobitz Card“, deren QR-Code auf der Rückseite direkt zu den Stellenangeboten führt. „Wir sind bei der Art unserer Gestaltung mit den Trends der Zeit gegangen. Heute hat doch fast jeder ein Tablet oder ein Smartphone, mit dem solche QR-Codes schnell ausgelesen werden können“, ergänzt Läbe.

Doch dieser Stellenmarkt per Internet sei nur ein Standbein der Aktion. „Wir wollen junge Leute erreichen, aber auch ausgebildete Fachkräfte, die irgendwann mal vor Jahren aus der Region abgewandert sind, wieder zurückholen. Deshalb werden an den großen Zufahrtsstraßen große Werbebanner mit dieser Botschaft für den Job in der Region aufgestellt“, informierte Brühl. Standorte sind die Bundesstraßen in Münsa und Burkersdorf. „Weil die stark frequentiert sind und auf denen sicher auch viele unterwegs sind, die vorerst noch außerhalb arbeiten, aber hier wohnen“, so Läbe.

Als Gemeinde sehe man in dieser Offensive durchaus auch die Chance, davon selbst zu profitieren. „Wir bieten im gleichen Atemzug ja auch das passende gute Umfeld für Familien im ländlichen Raum an, was zum dauerhaften Zuzug anregen soll“, gibt sich das Gemeindeoberhaupt optimistisch.

Die Jobinitiative sei zudem nur die logische Fortsetzung jener vor zwei Jahren gestarteten Imagekampagne für den Gewerbe- und Industriestandort Nobitz mit dem Slogan „Der Standort mit SynAIRgie“. Man habe darin die Alleinstellungsmerkmale der Gemeinde mit Flugplatz sowie einem Industriegebiet herausgestellt und sei auf großes Interesse gestoßen. „Auch für unsere anderen Gewerbegebiete gibt es aktuell drei Unternehmen, die sich ansiedeln wollen. Sie kommen aus dem Dienstleistungsbereich und dem Großhandel“, verkündete Läbe. Weitere Arbeitskräfte würden auch dort perspektivisch gesucht.

Obwohl auf der Internetplattform aktuell erst 15 der rund 300 Unternehmen ihre Stellengesuche eingestellt haben, reicht die Bandbreite schon weit: Von A wie Altenpfleger bis hin zu T wie Tierwirt reichen die Angebote in insgesamt 20 Berufsgruppen. Das soll weiter ausgebaut werden. „Raum wird auch Lehrstellenangeboten und Betriebspraktika eingeräumt. Selbst Ferienjobs sind vorstellbar“, zählt das Gemeindeoberhaupt auf. Der „Schlüssel“ zur Jobbörse, die Nobitz Card, ist ab sofort in allen öffentlichen Einrichtungen in der Gemeinde erhältlich. Auch Schüler sollen sie erhalten. Die Gemeinde will damit nicht im eigenen Saft schmoren. „Eine Ausweitung auf den gesamten Kreis ist denkbar“, sagt Brühl, der als langjähriger Wirtschaftsförderer von Meerane einschlägige Erfahrungen hat. Als dort Anfang der 2000er ein ähnliches Programm startete, kam das so gut an, dass es auf ganz Sachsen ausgeweitet wurde.

Von Jörg Wolf

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