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Altenburg Nobitz wirbt um neue Mitstreiter in eigenen Betrieben
Region Altenburg Nobitz wirbt um neue Mitstreiter in eigenen Betrieben
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01:00 16.03.2018
Mit dem Projekt „Dein Job in deiner Region“ soll um Fachkräfte geworben werden. Quelle: pr
Nobitz

Mit reichlich 70 Quadratkilometern ist Nobitz die mit Abstand größte Landgemeinde im Kreis. Und über die aktuell 39 Orteile verstreut liegen zahlreiche renommierte und hoch spezialisierte Unternehmen, denen derzeit durch die Bank der allgemein grassierende Fachkräftmangel einiges Kopfzerbrechen bereitet. Bis zum Jahresende erwarte man allein in Nobitzer Unternehmen einen Bedarf von 150 qualifizierten Mitarbeitern, die die jeweiligen Unternehmen händeringend suchen.

Jetzt – und das ist bislang einmalig im Kreis und in Ostthüringen – initiiert die Gemeindeverwaltung Nobitz unter dem Motto „Dein Job in deiner Region“ eine Marketingkampagne, um Fachkräfte gezielt für die suchenden Nobitzer Unternehmen anzusprechen und zu werben. Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) dazu: „Wir wollen unsere Arbeitskräfte am Standort binden. Dazu gehören auch beruflich anspruchsvolle Perspektiven für Arbeitssuchende, Umsteiger und Auszubildende. Wir wollen Pendler zurückholen und natürlich eine gute Adresse für Zuzug sein.“

So soll in den nächsten Wochen eine Internetplattform eingerichtet werden, die zu einer Art kleiner und regionaler Börse für anbietende Betriebe und Jobsuchende werden soll. Werben sollen dafür überdimensionale Werbebanner an den großen Ausfallstraßen der Gemeinde sowie die eigens kreierte „Nobitz Card“ als eine Art Bindeglied zwischen Suchenden und Anbietern, die auch den schnelleren Zugang ermöglicht.

Bei der Agentur für Arbeit verfolgt man die Nobitzer Bemühungen aufmerksam und positiv aufgeschlossen. „So eine Kampagne im ländlichen Raum sucht meines Wissens in Ostthüringen ihresgleichen und ist nur zu begrüßen“, sagt Yvonne Feistner, Sprecherin der Agentur für Arbeit Altenburg-Gera. Man stehe auf jeden Fall solchen Bemühungen immer offen gegenüber. Auf der anderen Seite zeige dieser Vorstoß auch, „wie groß trotz des flächendeckend zu beobachtenden Phänomens des Fachkräftemangels der Leidensdruck in den jeweiligen Unternehmen inzwischen schon sein muss“.

Dass Nobitz als ländlicher Raum von Haus aus gegenüber den mit reichhaltigen Angeboten lockenden Städten im Nachteil ist, sieht Feistner allerdings nicht. „Heutzutage nehmen Arbeitnehmer schon gewisse Distanzen zwischen ihrem Wohn- und ihrem Arbeitsort in Kauf.“ Da seien auch Arbeitsplätze im ländlichen Raum durchaus ein attraktives Angebot.

Und auch die Unternehmen selber mühen sich um neues Personal und warten nicht nur ab. „Wir haben schon mit einem Tag der offenen Tür für unser Unternehmen geworben und inserieren freie Stellen regelmäßig“, sagt Mathias Mahn, Projektleiter von Heim Kies. „Aber in den handwerklichen Bereichen, speziell bei Elektrikern, Schlossern oder Schweißern, ist es ziemlich schwer.“

Es gehe sicher um Fachkräfte. „Aber wir suchen querbeet und damit auch Mitarbeiter in unserer Produktion“, sagt Manuela Küspert, Personalchefin bei der GEA WTT in Wilchwitz. „Alles, was man extra tun kann, um neue Mitstreiter zu gewinnen, ist wichtig“, so Küspert, deren Unternehmen mehrfach per Inserat um neue Mitstreiter geworben hat. Ganz schlecht sei es bei ausgebildeten Fachkräften. Da müsse man sich schon an einen professionellen Headhunter wenden.

Davon kann auch Kunststofftechnik Nobitz ein Lied singen. Allein neun offene Stellen weist die Internetseite des zur Hutchinson Aerospace gehörenden Betriebes aus. Um in den zurückliegenden Monaten weitere Mitarbeiter in den Betrieb zu bringen, der abgeschnitten vom öffentlichen Nahverkehr ist, wurde sogar ein täglicher Shuttlebus organisiert.

Etliche dieser Betriebe betreut bei der Arbeitsagentur Michael Bendler. „Nobitz ist von seinen Unternehmen her schon sehr gut und breit aufgestellt. Aber dies zieht auch einen großen Bedarf an Personal nach sich.“

Von Jörg Wolf

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