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Weniger Schulden, weniger Kosten: Nobitzer Flugplatz spürt Aufwind

100.000-Euro-Budget Weniger Schulden, weniger Kosten: Nobitzer Flugplatz spürt Aufwind

Es war ein Sorgenkind erster Güte: Der Flugplatz Altenburg-Nobitz. Noch im November 2014 musste sogar eine Insolvenz befürchtet werden. Seitdem wurde ein Konsolidierungsprozess eingeleitet, in dessen Ergebnis die Betriebskosten erheblich gesenkt, der Schuldenberg abgetragen und die Immobilie nebst Einrichtungen erhalten wird.

Geschäftsführer Frank Hartmann am Arbeitsplatz – vor dem Terminal des Leipzig-Altenburg Airports.

Quelle: Mario Jahn

Nobitz. Es war ein Sorgenkind erster Güte: Der Flugplatz Altenburg-Nobitz. Noch im November 2014 musste sogar eine Insolvenz wegen drohender Zahlungsunfähigkeit befürchtet werden. Seitdem wurde ein Konsolidierungsprozess eingeleitet, in dessen Ergebnis die Betriebskosten erheblich gesenkt, der Schuldenberg abgetragen und die Immobilie nebst Einrichtungen erhalten wird. Zu dieser Einschätzung kommt der Geschäftsführer der Flugplatz-Gesellschaft, Frank Hartmann, der insbesondere für das zurückliegende Jahr eine positive Bilanz zieht.

Ende 2014 standen Bankschulden in Höhe von 539 000 Euro und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 200 000 Euro in der Bilanz. Beide Beträge konnten auf insgesamt 428 000 Euro reduziert werden, erklärt Hartmann auf eine OVZ-Anfrage. Auch Rückforderungen des Landes Thüringen, Kosten für Ersatzpflanzungen und Honorarforderungen konnten reduziert werden, heißt es in der Bilanz.

Für Hartmann gab und gibt es viel zu tun. Seit 2007 wurden auf dem Flugplatz keine nennenswerten Erhaltungsinvestitionen mehr durchgeführt. „Der Flugplatz ist auf Verschleiß betrieben worden“, sagt der Geschäftsführer. Seit 2016 werde nun wieder investiert. Der Flugplatz hat hierfür pro Jahr 100 000 Euro vorgesehen. Die Teilsanierung der Landebahn war mit 86 000 Euro die größte Einzelposition im vergangenen Jahr.

Weiterhin konnte 2016 aufgrund der Unterstützung durch das Land auch die Erneuerung der Flugfunkgeräte und Apparaturen aus dem Jahr 1994 in die Wege geleitet werden. Diese Maßnahme soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Mehr noch: „Um auf die Bedeutung des Areals überregional aufmerksam zu machen, ist eine Sanierung der Außenhülle des Towers durch einen bekannten Künstler geplant. Diese soll allein aus Spendengeldern finanziert und werbewirksam in Szene gesetzt werden“, kündigt der Geschäftsführer an.

Hinsichtlich der Betriebskosten skizziert Hartmann deutliche Einsparungen. Die größte Senkung sei bereits im Jahr 2015 erfolgt – da wurden die Kosten um rund 415 000 Euro reduziert. 2016 konnte nochmals eine Verringerung um weitere 80 000 Euro erreicht werden.

„Sehr positiv gestaltet sich die Nutzung des Airports durch die Automobilzulieferindustrie, was sich auch bei den Einnahmen bemerkbar macht“, erklärt der Geschäftsführer. Zuletzt wurde der Flugplatz fast täglich von diesen Firmen zu Testzwecken in Anspruch genommen. „2016 wurden im Verhältnis zu 2015 die Einnahmen aus dieser Nutzungsart bereits mehr als verdoppelt.“ Diese Einnahmen hätten laut Hartmann sogar noch besser sein können, wenn VW insbesondere durch den Abgasskandal nicht selbst in Schwierigkeiten geraten wäre.

2016 fanden eine Reihe von Gesprächen mit möglichen Investoren statt. Gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft LEG wurde ein Vermarktungstrailer erstellt. Auch die Internetseite des Flugplatzes wurde für Investoren attraktiver gestaltet. Hauptproblem bei der Vermarktung der Gewerbeflächen am Flugplatz sei jedoch unverändert die schlechte logistische Anbindung, insbesondere der fehlende Autobahnzubringer, erklärt Hartmann.

Steigerungen verzeichnete der Flugplatz bei Starts und Landungen. Diese erhöhten sich von 9568 im Jahr 2015 auf 10 041 im Jahr 2016, also um rund fünf Prozent. In 2015 konnte bereits eine 20-prozentige Steigerung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden.

Von Jens Rosenkranz

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