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Altenburg Nobitzer Gemeinderat segnet millionenschwere Sanierung ab
Region Altenburg Nobitzer Gemeinderat segnet millionenschwere Sanierung ab
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00:19 30.10.2017
Abrutschungen, Unterspülungen und kaputte Bauwerke: Ab April 2018 soll der Bornshainer Bach komplett in Zürchau saniert werden. Quelle: Mario Jahn
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Saara

Normalerweise ist der Bornshainer Bach ein kleines wie friedliches Wässerchen durch den Nobitzer Ortsteil Zürchau, dass in die Pleiße mündet. Im Falle eines Hochwassers – und speziell wie im Mai und Juni 2013 einem sehr extremen – wird auch dieser angeschwollene Bach zum reißenden Strom. Einschließlich der damit einhergehenden Schäden durch die Wassermassen an Ufern, Böschungen sowie Bauwerken.

Gut vier Jahre nach der Flut sollen die schweren Schäden an dem Wasserlauf endlich repariert und der Lauf für möglicherweise kommende Hochwasser ertüchtigt werden. „Das ist insgesamt ein sehr anspruchsvolles Projekt, an dem wir schon seit drei Jahren arbeiten“, sagte der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung am Mittwoch in Saara. Dort sollte das Bauprogramm abgesegnet werden, was dann auch einstimmig geschah. Allein schon die avisierten Kosten für diese gut 750 Meter lassen erahnen, dass es sich hier nicht um die berühmten kleinen Fische dreht. An reinen Baukosten sind circa eine Million Euro veranschlagt, hinzu kommen Planungs- und Vermessungskosten sowie der notwendige Grunderwerb, was nochmals mit knapp 250 000 Euro zu Buche schlägt.

Umfangreich stellte ein Vertreter des beauftragten Ingenieurbüros aus Erfurt deshalb die Bauplanung dem Gemeinderat nochmals vor. Alles in allem wurden die gut 750 Meter nochmals in sechs Bauabschnitte unterteilt, die derzeit ohnehin teilweise schon verrohrt sind, was auch so bleiben soll. Jedoch werde beim Neubau der Rohrschnitt und damit die Durchlässigkeit massiv erweitert. In den anderen, den offenen Bachbereichen sollen Ufer teilweise mit so genannten Wasserbausteinen befestigt werden.

Größtenteils gänzlich neu sollen die notwendigen Bauwerke, beispielsweise die Einfahrten zu den jeweiligen Grundstücken sowie die Einlaufbauwerke, errichtet werden. Die Gelder kommen zum Großteil aus dem Landesprogramm zur Beseitigung von Hochwasserschäden. Allerdings, so informierte Läbe weiter, nicht komplett, da nur für Reparaturen eine hundertprozentige Förderung vorgesehen ist.

Alles, was den einstigen Ist-Zustand nachhaltig verbessert, muss aus eigener Tasche aufgebracht werden – im konkreten Falle bedeutet dies eine Summe von 141 000 Euro, die die Gemeinde selber zu schultern hat. „Aber dadurch erreichen wir auch nachhaltige Verbesserungen“, so Läbe. Besonders schön für die Anwohner am Bornshainer Bach: Für sie fallen keinerlei Beiträge an. Baustart ist April 2018.

Weiterhin großen Raum auf der Sitzung nahmen nochmals die bereits im Februar diesen Jahres vom Gremium gefassten Eingliederungsbeschlüsse der Gemeinden Frohnsdorf, Göpfersdorf, Jückelberg, Langenleuba-Niederhain und Ziegelheim zur Gemeinde Nobitz ein. „Weil das Vorschaltgesetz zur geplanten Gebietsreform gekippt wurde, haben wir vom Land den Auftrag bekommen, per Beschluss zu bekunden, dass wir von unserem Vorhaben nicht abrücken“, so Läbe. Er erwartet, dass umgekehrt ähnliche Beschlüsse auch in den Gemeinden des Wieratals gefasst werden – vorerst mit der Ausnahme von Göpfersdorf, wo man sich nach wie vor gegen einen Beitritt sträubt. „Von dort kam zwar die Nachricht, dass man sich zu dem Thema im Oktober äußern will, aber dies ist bislang noch nicht geschehen“, so das Gemeindeoberhaupt.

Die Göpfersdorfer Eigensinnigkeit stoppt aber nach wie vor den jetzt aufgezeigten Weg eines freiwilligen Zusammengehens bis zum 31. März kommenden Jahres. Nur wenn hier einstimmig positive Beschlüsse eines Beitritts bestehen, fließt auch die Hochzeitsprämie in Höhe von 100 Euro pro Einwohner. Bekräftigt wurden die Beitritte nochmals durchweg.

Nur Gemeinderat Thomas Grünler votierte dagegen: „Ich gehe davon aus, dass diese geplante Gebietsreform ohnehin komplett gestoppt wird. Wir haben als Gemeinderat mit unserer Gemeinde genügend Aufgaben, so dass wir uns nicht noch diese zusätzliche Arbeit machen müssen für ein Vorhaben, dass dann ohnehin nicht kommt“, begründete er sein letztendlich ohne Auswirkungen bleibendes Veto.

Von Jörg Wolf

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