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Altenburg „Nörgelsäcke“ philosophieren in Garbisdorf über Autos und Deutsche
Region Altenburg „Nörgelsäcke“ philosophieren in Garbisdorf über Autos und Deutsche
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05:00 24.07.2018
Thomas Puppe und Markus Tanger (v.l.) sind in „Rad ab, oder was?“ mit vollem Körpereinsatz dabei. Quelle: Mario Jahn
Garbisdorf

Open Air ist in diesem Wärmejahr in, Aufenthalt in geschlossenen Räumen verpönt und nur im Notfall üblich. Wer außerhalb öffentlicher Gebäude einen einigermaßen ebenen Platz hat, versucht ihn mit Tischen, Stühlen oder Bänken zu belegen und Gäste anzulocken. Wie die Gößnitzer „Nörgelsäcke“ in Garbisdorf am Quellenhof mit je drei Veranstaltungen an zwei Wochenenden. Das Erste ist gerade vorüber und brachte an jedem Abend 100 Besucher – „Ausverkauft“ sozusagen.

Land im Stau

Damit ist Garbisdorf nun schon seit Jahren neben der Zentrale in Gößnitz, der Ostsee-Dependance in Baabe und dem Geraer „Lachgeschäft“ der vierte regelmäßige Veranstaltungsort. Das beweist nach über 20 Jahren Existenz nicht nur hohe satirisch-komödiantische Qualität der Truppe unter Leitung von Markus Tanger, sondern auch gute Managerqualitäten und ökonomischen Sinn der Verantwortlichen.

„Rad ab, oder was?“ heißt eines der aktuellen Programme und läuft in Garbisdorf. Das Auto läuft immer – nur nicht so gut im Stau. Die „Nörgelsäcke“ erkannten, wie kompatibel dieses Thema mit der gesellschaftlichen Entwicklung und der aktuellen politischen Situation im Lande ist: Auto im Stau und Land im Stau. Darin steckt Brisanz und diese legten Markus Tanger, Thomas Puppe und Enrico Wirth als musikalischer Chef und Sänger mit teils skurrilen Liedern offen.

Neuer Ansatz, leicht unausgegoren

Das Stück „Wenn das Auto aber nun ein Loch hat“ diente dabei als Einstieg ins Programm und die Antwort darauf konnte nicht wie im Original sein „Stopf`es zu, dumme, dumme Liese!“. Nein, die Sachlage ruft nach Vorsorge für das Auto wie nach solcher für den Menschen.

Doch welche ist wichtiger und finanziell günstiger? Für den Einzelnen wie für die Gesellschaft. Im Lied „Ihr habt doch ein Rad ab“ wird das thematisiert. Tanger und Puppe schlüpfen mehrmals in die Rolle zweier Ingenieure der Entwicklungsabteilungen zweier großer Autokonzerne „Na, was wird denn entwickelt, Herr Kollege?“ Die Antwort: „Wir kommen jetzt weg vom Volkswagen und hin zur Bürgerkarre. Wir entwickeln den Volkshandwagen.“

Man wollte ganz aktuell sein und widmete sich dem selbstfahrenden Auto ohne Lenkrad, Bremsen und anderem Pipapo. So erfreulich diese Aktualität ist, so wenig satirisch ausgegoren ist das Gespräch zwischen dem begeisterten Jüngeren und dem noch konservativen Älteren. Die Argumente für das selbstfahrende Auto wirken noch nicht so richtig.

Erotik auf Platt

Das war auch das einzige Manko in dem ansonsten leicht und locker gebotenen Programm mit viel politischem Zündstoff und Sprachwitz. Ausführlich zu Felde gezogen wurde gegen die vermeintlichen „Vogelfreunde“ und „Bioextremisten“, die so manche (Verkehrs-)projekte im einzelnen wie in der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung behindern. „Umgehungsstraßen muss man wörtlich nehmen und sie umgehen.“

Besonders gut im mitteldeutschen Sprachraum machen sich Szenen und Verse im mecklenburgischen Platt. Diesmal war es schöne Reimerei erotischer Verse. Eine gelungene, vorbereitende Übung der Akteure auf ihren sommerlichen Abstecher an die Ostsee gleich nach dem Garbisdorfer Intermezzo.

Überholungstäter in Gau-Land

Höhepunkt und Abschluss des Programms war die satirische Reportage vom standesgemäß auf der Bundesstraße zwischen Elend und Sorge ausgetragenen Großen Preis von Deutschland, die gekonnt die politische Situation im Land aufs Korn nahm und dabei nicht mit skurrilen Bildern sparte.

Eine große schwarze Limousine fährt vor. Bundeskanzlerin Merkel hält sich fest am Steuer. Man hat versucht, den Schleudersitz auszulösen, was bisher misslang. Ein großer roter Wagen mit Andrea Nahles erscheint. Sie zeigt begeistert auf das wunderbare Licht. Man macht sie aufmerksam, dass sie auf das Rücklicht zeigt, nicht auf das strahlende Fernlicht vorn am Auto.

Auch ein blaues Auto ist im Konvoi. Es kommt aus dem Gau-Land. Es fährt verkehrswidrig. Es überholt nur rechts.

Ein gelungener Schlusspunkt für ein kurzweiliges Programm, das nun auf der echten Autobahn gen Ostsee unterwegs ist.

Von Manfred Hainich

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