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Altenburg Nur wenige Flüchtlinge im Altenburger Land bekommen einen Job
Region Altenburg Nur wenige Flüchtlinge im Altenburger Land bekommen einen Job
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17:40 16.10.2016
Das in der Altenburger Arbeitsagentur integrierte Jobcenter hat es schwer, die stetig wachsende Zahl der Flüchtlinge in ihrer Zuständigkeit in Job oder Ausbildungen zu bringen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Im Altenburger Land gelingt es bisher kaum, Flüchtlinge in Jobs oder Ausbildungen zu bringen. „Uns ist das teilweise gelungen, bei denen, die gut drauf sind“, sagte Jörg Neumerkel, Teamleiter im Jobcenter, vergangene Woche zum Einwohnerforum in Altenburg-Nord auf Bürgernachfragen. Das seien allerdings nicht viele. „Fünf bis zehn gute Beispiele gibt es im Altenburger Raum. Das ist aber ein vollkommen normaler Zustand.“ Schließlich müssten die Migranten erst einmal Deutsch lernen.

Laut Neumerkel gibt es aktuell 429 Flüchtlinge im Alter von 15 bis 65 Jahren, für die das Jobcenter zuständig ist und die Arbeitslosengeld II bekommen. Und es werden beständig mehr. Dies liegt wiederum daran, dass die Asylsuchenden aus der Zuständigkeit des Landratsamtes herausfallen und vom Jobcenter betreut werden, sobald sie einen Aufenthaltsstatus haben. Dieser berechtigt die Migranten wiederum, sich selbstständig eine eigene Wohnung, einen Ausbildungsplatz oder einen Job zu suchen und an einem Integrationskurs teilzunehmen.

„Das ist der erste Schritt“, erläuterte Neumerkel das Prozedere, nachdem man die Kenntnisse der Menschen aufgenommen hat. Seit Mitte vorigen Jahres habe man 17 Integrations- und zwei berufsbezogene Sprachkurse mit rund 300 Teilnehmern veranstaltet. „Mit mehr oder weniger Erfolg.“ Zwei bis zweieinhalb Jahre sei die gängige Zeitschiene, in der die Flüchtlinge über Kurse und Weiterbildungen fit gemacht würden, so dass man sie in Arbeit bringen könne. Insgesamt fördere und fordere das Jobcenter die Migranten genauso wie Deutsche.

Zusätzlich zu den vom Jobcenter initiierten Integrationskursen habe es bislang 25 solcher Veranstaltungen mit rund 200 Teilnehmern von ehrenamtlichen Helfern gegeben, erklärte die Migrations- und Integrationsbeauftragte des Landkreises Ivy Bieber daraufhin. „Diese haben zwar unter Umständen nicht das Niveau der offiziellen Integrationskurse, können aber helfen, diese zu bestehen.“ All das zeigt in den Augen von Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), dass die Probleme der Integration im Kreis „allein im Ehrenamt nicht lösbar“ sind. „Es ist ein Prozess, der dauert“, so der OB. Alle kommunalen Strukturen seien überlastet.

Größere Hoffnung auf zusätzliche hauptamtliche Kräfte zu Ivy Bieber und den vier bisher eingestellten Sozialarbeitern, wie von vielen Bürgern gefordert, konnte Landrätin Michaele Sojka jedoch nicht verbreiten. „Das Geld, was wir für die Betreuung von Flüchtlingen bekommen haben, haben wir in Sozialarbeiter investiert“, erklärte die Politikerin der Linken. Weitere Stellen seien nur über eine befristete Maßnahme der Bundesagentur für Arbeit möglich.

Von Thomas Haegeler

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