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Altenburg OB Neumann und Jugendforum Altenburg wollen mehr Mitsprache für junge Leute
Region Altenburg OB Neumann und Jugendforum Altenburg wollen mehr Mitsprache für junge Leute
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08:03 11.01.2019
Altenburger Jugendliche sollen demnächst im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft an Entscheidungen im Altenburger Rathaus beteiligt werden. Quelle: Monika Schröter
Altenburg

André Neumann hat ein Herz für junge Leute. Anders ist die von ihm in den Stadtrat eingebrachte Beschlussvorlage zur stärkeren Beteiligung von Jugendlichen kaum zu erklären. Stimmen die Volksvertreter dem Vorschlag des Oberbürgermeisters zu, beauftragen sie ihn zugleich, bis 1. März, eine Arbeitsgruppe (AG) „Jugendbeteiligung“ zu gründen. Ziel dieser ist laut Vorlage „die Interessenvertretung von Jugendlichen für die sie unmittelbar berührenden Belange der städtischen Entwicklung“.

Stadt soll Arbeit finanziell und organisatorisch unterstützen

Neben dem OB sollen der AG bis zu vier Vertreter des Jugendforums Altenburg gehören. Bei diesem handelt es sich um einen losen Zusammenschluss von etwa 30 engagierten Jugendlichen, die den Beschlussvorschlag im zurückliegenden halben Jahr mit der Stadtverwaltung erarbeitet haben. Hinzu kommen sollen noch die Schulsprecher von Regelschulen und Gymnasien der Stadt und bis zu fünf jugendliche Vertreter von nicht politisch Altenburger Vereinen. Weiterhin kann die AG bis zu fünf weitere Mitglieder berufen – temporär oder dauerhaft.

Zudem soll die AG das Recht haben, „mindestens einmal halbjährlich“ gegenüber dem Sozial- und Kulturausschuss ihre Anliegen vorzutragen und „Fragen zu stellen“, die vom OB beantwortet werden, heißt es in der Vorlage. Daneben sollen die Vertreter vom zuständigen Ausschuss „rechtzeitig in Entscheidungen eingebunden werden, die Belange von Jugendlichen unmittelbar betreffen“. Auch ist geplant, dass die Stadt die AG finanziell und organisatorisch unterstützt.

Neumann will auf Jugendliche zugehen und sieht sie unterrepräsentiert

„Es sind minimale Kosten, die sich auf das Porto für Einladungen beschränken“, sagte OB Neumann und hält potenziellen Kritikern entgegen: „Wenn wir uns nicht mal das Porto leisten wollen, um der Jugendlichen Meinung zu hören, können wir zuschließen.“ Allerdings räumte der Rathauschef ein, dass es auch dazu kommen kann, dass die jungen Leute ein eigenes Budget haben wollen, „mit dem sie selbst Dinge umsetzen können“. Darüber müsse man separat entscheiden.

Insgesamt sieht Neumann in dem Vorstoß „ein Zugehen auf die Jugendlichen“. Er wolle sie und ihre Standpunkte besser kennenlernen. „In unserer bisherigen Arbeit ist das jugendliche Meinungsbild zu wenig untersetzt“, so Neumann. Damit stößt er auch im Stadtrat bisher auf offene Ohren. Denn der Hauptausschuss empfahl die Vorlage am Montag einstimmig zur Annahme. Ähnliches ist im Sozialausschuss nächsten Woche zu erwarten.

Jugendforum-Vertreter wollen Dynamik und Flexibilität

„Wir wünschen uns eine funktionierende AG mit Durchsetzungsvermögen, um etwas zu verändern“, sagte der Projektverantwortliche des Jugendforums, Moritz Pleuse, und Vorstandsvertreter Valentin Rühlmann ergänzte: „Es soll eine Dynamik geben, dass die Sache ohne uns funktioniert.“ Beide sehen die Jugendarbeit der Stadt kritisch, wobei sie weniger die Intensität stört als vielmehr die Art. Sie sei zu problemorientiert und auf zu kleine Zielgruppen ausgerichtet, so Rühlmann. „Wir wollen nichts vorgeben, sondern das umsetzen, was die jungen Leute wollen.“

Aus eigener Erfahrung wissen beide, dass sich junge Leute eher projektbezogen engagieren, erklärte Rühlmann. Deshalb habe man sich für die flexiblere Variante der AG statt eines Parlaments oder eines Beirats entschieden. Von einer Freitagabend-Tour durch die Stadt wissen er und Pleuse, dass vielen die Infos über Angebote und zudem Orte fehlen, an denen sie sich ungestört treffen können. Das soll ein AG-Schwerpunkt werden.

Von Thomas Haegeler

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