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Altenburg OB Wolf verteidigt seine Haltung in der Asylpolitik
Region Altenburg OB Wolf verteidigt seine Haltung in der Asylpolitik
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08:00 19.03.2016
Registrierung von Flüchtlingen im Altenburger Landratsamt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Oberbürgermeister Michael Wolf hat seine bisherige Haltung in der Asylpolitik vorgestern Abend erstmals öffentlich vor dem Altenburger Stadtrat verteidigt. Selbstverständlich sei es keine Frage, dass Schutzbedürftigen entsprechende Hilfe und Unterstützung angeboten werden muss. „Mit den uns zu Verfügung stehenden Mitteln und unseren infrastrukturellen Möglichkeiten tun wir alles Erdenkliche, um zu helfen“, sagte der SPD-Politiker in der Einwohnerfragestunde. Dort hatte ihn ein Bürger gefragt, was er unternehme, um sich für die Aufnahme von Flüchtlingen und damit die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen.

Wolf bekräftigte aber zugleich seine Haltung, auch mit jenen Menschen zu reden und in Kontakt zu bleiben, die angesichts der aktuellen Asylpolitik in großer Angst und Sorge sind. „Und das sind nicht verschwindend wenige“, sagte Wolf. Viele dieser Menschen seien sehr wohl der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft zuzurechnen. Deshalb habe er schon mehr mehrfach, jüngst erst wieder in einem Rundfunk-Interview, seine umstrittene Teilnahme an einer Veranstaltung des Bürgerforums Altenburg in Kosma verteidigt. „Wenn wir nicht mit diesen Menschen reden, sind sie für uns verloren. Deshalb rede ich mit jedem, vorausgesetzt, dass er sich von rechtsradikalen Ansichten abgrenzt. Denn davon grenze auch ich mich entschieden ab“, so Wolf mit Blick auf eine neue, für Altenburg angekündigte Thügida-Kundgebung.

In der Unterstützung der Flüchtlinge stelle sich die Stadt Altenburg jeden Tag großen Herausforderungen. „Wir wollen die Aufgaben lösen, obwohl wir manchmal nicht mehr wissen, wie wir sie lösen sollen“, bekannte das Stadtoberhaupt. Derzeit befinden sich seinen Angaben zufolge im Landkreis 1347 Flüchtlinge, davon in Altenburg 1112. Damit trage die Skatstadt nach wie vor die Hauptlast im Vergleich zu den anderen Städten und Gemeinden des Altenburger Landes. Dies sei keine gerechte Verteilung.

Die Stadt verfüge derzeit noch über 342 freie Unterkunftsplätze. Vom Landratsamt sei ihm allerdings versichert worden, dass vorerst keinen neuen Wohnungen für Asylbewerber in Altenburg angemietet werden sollen.

Von Ellen Paul

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