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Altenburg OB enttäuscht den Geschichtsverein
Region Altenburg OB enttäuscht den Geschichtsverein
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18:26 28.10.2013

Also nahm er die jüngste Ausstellung "Vergessene und verdrängte Jahre" in der Sparkasse zum Anlass und fragte den Rathauschef in der vorigen Stadtratssitzung ganz offiziell, wie der denn diesen Beitrag des Altenburger Geschichtsvereins zur Erinnerungskultur der Stadt einschätze.

Doch Wolf hatte erkennbar keine Lust, sich festzulegen. "Positiv", meinte der SPD-Politiker nur trocken und ließ Böhm auch bei der Nachfrage zur künftigen Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Verein abblitzen. Man reiche dem Verein die Hand, so der OB, der aber zugleich klarstellte, dass beispielsweise bei den gerade in Gang kommenden Gesprächen mit Experten über die Aufarbeitung der Altenburger NS-Zeit einschließlich der KZ-Häftlings- und Zwangsarbeiterschicksale der Geschichtsverein nicht dabei sein soll.

Für diese knappen Antworten habe er kein Verständnis, schrieb Böhm in einem Brief an die OVZ-Redaktion. "Positiv" sei keine anerkennende, konkrete und richtungsweisende Antwort. Auch mit einer "Handreichung" sei die Frage des "Wie?" nicht beantwortet.

"Dieses Projekt der Schaffung einer Dokumentations- und Gedenkstätte Altenburg bedarf einer Zusammenarbeit von Partnern. Und wie die Stadtverwaltung als Partner auftreten möchte, hätte uns schon interessiert. Ich war auch im Namen derjenigen, die diese Ausstellung gestalteten, sehr enttäuscht", so Böhm. Eine Chance sei vergeben worden, für das schwierige und aufwendige Projekt zu werben und es öffentlich und politisch aufzuwerten.

Und er fragte sich weiter: "Warum keinen Beifall für die fleißige, engagierte und ehrenamtliche Arbeit eines Vereins mit einem sehr brisanten Thema, welches alle Bürger von Altenburg und des Altenburger Landes angeht? Welche Schlussfolgerung könnten daraus die Gestalter der Ausstellung ziehen?"

Übrigens: Die inzwischen abgebaute Ausstellung soll von März bis April noch einmal in der Sparkasse zu sehen sein.

Günter Neumann

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