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Altenburg Offen für die Zukunft des Osterlandes
Region Altenburg Offen für die Zukunft des Osterlandes
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18:12 27.09.2018
Fördermittel in Millionenhöhe könnten ins Altenburger Land fließen. Quelle: dpa
Altenburg

Folgendes Szenario: Sie gedenken eigentlich nur ein Ticket für eine Vorstellung des Landestheater Altenburg zu kaufen und bekommen hierfür nicht nur den Preis genannt, sondern werden auch gefragt, wo Sie wohnen. Mit dem Ergebnis, dass Sie den Heimweg nach der Vorstellung eventuell nicht alleine antreten, sondern als Teil einer Fahrgemeinschaft aus Ihrem Ort.

Was durchaus gewöhnungsbedürftig klingt, ist für Professor Markus Krabbes von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) ein Weg zum „WIR!“ – dem Bundesprogramm „Wandel durch Innovation in der Region“. Das letzte halbe Jahr haben Krabbes und sein Team zusammen mit Akteuren der Uni Leipzig und dem Ingenieurbüro Jena-Geos das Konzept „Smart Osterland“ ersonnen, welches als eines von 32 Projekten noch im Rennen ist um Fördermittel in Millionenhöhe des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Fünf bis acht Millionen, um genau zu sein, sollen letztlich jedem der finalen zwölf Projekte für die kommenden zwei Jahre für die Umsetzung zur Verfügung stehen.

Mit welchen Pfunden „Smart Osterland“ wuchern will, präsentierte Krabbes, Prorektor für Forschung der HTWK, bei der Regionalkonferenz in der Altenburger Brauerei: „Das Innovative an unserem Ansatz ist, dass wir nicht rein technologisch an die Sache rangehen, sondern das Problem ganzheitlich betrachten und den sozialen Aspekten sehr viel Raum geben“, erklärte der Wissenschaftler

Heißt konkret: „Vor Ort die Aktiven zu finden, festzuhalten oder zurück zu gewinnen.“ Dass die Antwort auf das „Wie?“ inzwischen eine andere ist als zu Beginn der Konzeptphase, zeigt schon ein Blick ins Programm der Konferenz, wo nicht mehr von „Smart“ sondern von „Open Osterland“ die Rede ist. „Wir sind einfach zu der Erkenntnis gekommen, dass es am schlausten ist, also smart, wenn wir offen (also open) sind für verschiedenste Lösungsansätze aus der Bevölkerung“, versucht Krabbes zu erläutern.

Eine zentrale Rolle bei der möglichen Umsetzung der erdachten Strategie sollen so genannte „OsterSpaces“ bilden – im Internet wie im richtigen Leben. Also eine Online Plattform beziehungsweise konkrete Orte in den beteiligten Mittelzentren im Dreiländereck, die Kompetenzen bündeln, Anlaufstellen für die Bevölkerung werden und Raum bieten für willige Köpfe mit unternehmerischen Ideen.

Der von Anglizismen und kreativen Wortschöpfungen gespickten Vorstellung des „Zukunftskonzepts“ für die bald komplett ehemalige Bergbauregion ging ein Impulsvortrag von Dr. Dieter Rehfeld aus Gelsenkirchen voraus. Obwohl mit dem Fokus auf das Werden und Sein des Ruhrgebiets vorgetragen, lieferte er einige spannende Erkenntnisse, die auch über Erfolg und Misserfolg von „Open Osterland“ entscheiden könnten: „Als reines Marketingkonzept könnte es funktionieren, aber ob diese neue Marke identitätsbildend ist? Das find ich sehr schwierig“, äußerte er sich skeptisch zu dem Versuch, drei Landkreise unter dem Begriff „Osterland“ neu zu positionieren. Denn seine über 30-jährige Erfahrung im Ruhrgebiet belegt: „Was gewachsen ist und blieb, kam aus dem Inneren und wurde der Region nicht von außen übergestülpt.“

Ob die finanziellen Mittel als Grundlage für ein „neues“ Osterland zur Verfügung stehen, das bleibt noch bis in den Dezember offen.

Von Maike Steuer

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