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Altenburg Olympiasieger Nils Schumann gibt in Altenburg Einblicke
Region Altenburg Olympiasieger Nils Schumann gibt in Altenburg Einblicke
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00:21 14.06.2018
Olympiasieger Nils Schumann war der diesjährige Stargast beim Skatstadtmarathon. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Das Skatspiel habe er recht gut drauf und er freue sich bei seinem ersten Besuch in Altenburg beim 13,3-Kilfometer-Lauf , die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Locker und unterhaltsam plauderte Nils Schumann, der Olympiasieger über die 800 Meter von Sydney 2000, mit Skatstadt-Moderator Stefan Bräuer im Goldenen Pflug am Freitagabend über Höhen und Tiefen seiner Karriere, das Faible fürs Laufen und auch Privates. Gut 100 Zuhörer wurden dabei prächtig unterhalten. Denn der frisch gebackene 40-Jährige bewies im Talk einen gehörigen Schuss Humor, aber auch eine völlig unverstellte Offenheit zu brisanten Themen.

„Wie ein Junkie“

Dazu gehört beispielsweise Schumanns Zeit nach dem grandiosen Olympiasieg vor 18 Jahren. „Neun Jahre habe ich mit dem Leistungssport dann zwar noch weiter gemacht, aber auch wegen diverser Verletzungen stellten sich weitere große Erfolg nicht so recht ein.“ Hinzu seien auch falsche Entscheidungen gekommen, die zu einer Zäsur in Schumanns Leben führten: „Da stand ich nun. Der einstige aschblond gefärbte Star war pleite und verlassen.“

Er hat einen Neuanfang gewagt: Privatinsolvenz, eine neue glückliche Beziehung und ein beruflicher Neustart als Personal Trainer sind ihm geglückt. „Früher war ich wie ein Junkie. Ohne Drogen natürlich, aber vom Erfolg berauscht. Da vergisst man schnell auch mal die Schattenseiten oder blendet sie einfach aus“, meinte Schumann.

Strahlende Sieger, schwitzende Läufer, Unterstützung am Wegesrand: Das sind die Bilder zum Skatstadtmarathon 2018.

Blick zwischen die Laken

Ja, dies sei wie in Goethes Faust, den er eingangs seines autobiografischen Buchs „Laufend unterwegs!“ zitiert. Natürlich kommen da auch die sportlichen Erfolge des 40-Jährigen vor, ohne die er niemals diesen Bekanntheitsgrad erreicht hätte, die so ein Buch spannend gemacht haben. Szenisch beschreibt Nils Schumann darin seinen Weg in Sydney zur Goldmedaille. „Als ich das geschafft hatte, war ich wie in einem Rausch. Leider ging dann alles sehr schnell, so dass ich viele Facetten kaum richtig mitbekommen habe“, so der Sportler.

In der Nacht vor dem Finale sei er aber „sehr ruhig“ gewesen und habe sogar Sex mit seiner damaligen Freundin, einer ebenfalls olympischen Hochspringerin, gehabt. „Meinem Trainer hat das zwar überhaupt nicht gefallen, weil es ja heißt, dass derartige körperliche Aktivitäten den Sportler vor so einem bedeutsamen Finale nur müde machen. Ich fühlte mich am Tag des Endlaufs aber völlig fit“, meinte er unter dem Gelächter des prima unterhaltenen Publikums.

Liegestütz-Battle

Auch das Thema Doping wurde nicht ausgespart. Bekanntlich geriet Schumann im Herbst seiner Karriere in den Verdacht, verbotene Substanzen eingenommen zu haben, was jedoch nie bewiesen wurde. „Ich bin ein strikter Gegner solcher Praktiken, weil man unfair gegenüber der Konkurrenz ist und sich selber schadet. Aber das derzeit praktizierte Kontrollsystem kann auch keinen Erfolg haben. Vielmehr werden dort die Sportler wie potenzielle Straftäter behandelt.“

Kurzum: Die gut eine Stunde mit zwei prächtig aufgelegten Plauderern verging wie im Fluge. Und das abschließende Liegestütz-Battle entschied dann Moderator Bräuer für sich, der recht locker mehr als 40 solcher anspruchsvollen Wiederholungen pumpte, Schumann aber auch eindrucksvoll bewies, dass er noch immer fit ist, wie der berühmte Turnschuh.

Von Jörg Wolf

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