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„OnLeihen“ wird immer beliebter

Altenburger Bibliothek „OnLeihen“ wird immer beliebter

eBooks werden immer populärer. Das haben auch die Thüringer Bibliotheken erkannt und mit „ThueBibNet“ eine Plattform geschaffen, auf der man Zehntausende digitale Medien ausleihen kann – ohne Mehrkosten und mit höchstem Komfort.

Bibliotheksleiterin Christina Hantke-Ziese präsentiert die Onlineplattform „Thuebibnet“.

Quelle: Christian Neffe

Altenburg. Alles ist im Wandel, ganz besonders die Welt der Medien. Auch die Bibliotheken, die letzten Bastionen des gedruckten Buches, müssen sich den Gegebenheiten des digitalen Zeitalters anpassen. In der Stadtbibliothek Altenburg wurde dieser Schritt bereits vor einiger Zeit getan: Seit Dezember vergangenen Jahres ist die Einrichtung in der Lindenaustraße 14 Mitglied des Thüringer Bibliotheken Netzwerks, kurz „ThueBibNet“.

Seitdem können zahlreiche digitale Inhalte online ausgeliehen werden – „OnLeihe“ nennt sich dieses Konzept passenderweise. Die Anmeldung könnte kaum einfacher sein: Wer bereits bei der Stadtbibliothek registriert ist oder diesen Schritt erst noch geht, der kann sich auf Wunsch Zugangsdaten für den Online-Katalog ausstellen lassen, die dann auf dem Bibliotheksausweis vermerkt werden. Es fallen dabei keine weiteren Kosten an – der Service ist im Jahresbeitrag, der aktuell auf zwölf Euro beträgt, enthalten.

Mit diesen Zugangsdaten können sich die Nutzer anschließend auf der Seite www.thuebibnet.de einloggen und dort auf den gesamten Online-Katalog des Netzwerks zugreifen. Die teilnehmenden Thüringer Bibliotheken teilen sich einen Katalog, der aktuell etwa 50 000 E-Medien beinhaltet – der Bestand der Stadtbibliothek Altenburg, der sich auf circa 47 000 Medien beläuft, wird damit praktisch verdoppelt.

Aktuell beteiligen sich 95 thüringische Bibliotheken am Projekt. Die Altenburger stieg bereits sehr früh, nämlich als 21. ein. Die Resonanz ist positiv: „Wir haben im Dezember mit 200 Entleihungen angefangen. Seitdem ist diese Zahl kontinuierlich gestiegen – im September lagen wir bei 513 Entleihungen von 270 Nutzern“, berichtet Christina Hantke-Zise, Leiterin der Stadtbibliothek.

Bereits vor Jahren wurde das Projekt auf diversen Weiterbildungsveranstaltungen als Schritt in die Zukunft angepriesen. „Es war sehr aufwendig, das Ganze in die Wege zu leiten“, so Hantke-Ziese. Doch nach Zustimmung der Stadtverwaltung konnte sich die Bibliothek endlich dem Netzwerk anschließen – etwas, auf das die Leiterin sehr stolz ist, zumal es deutlich größere Bibliotheken gibt, die nicht Teil des Projekts sind.

Auf die Frage, wer das Angebot denn nutze, weiß sie Überraschendes zu berichten: „Wir dachten, dass wir damit eher jüngere Leser ansprechen und haben uns sehr gewundert, dass es doch vorwiegend Menschen ab 45 sind, die die OnLeihe nutzen.“ Auch für Berufstätige, die es tagsüber nicht in die Bibliothek schaffen würden, sei das Angebot äußerst praktisch. In erster Linie sei die Teilnahme am Projekt jedoch wichtig, um mit der Zeit zu gehen und „immer im Bewusstsein der Leute zu bleiben“, so Hantke-Ziese.

Das Angebot des Online-Katalogs umfasst derzeit mehr als 200 Musikalben, 550 Filme, 5000 Hörbücher und natürlich eBooks, auf denen ganz klar der Fokus liegt: Knapp 27 000 davon sind derzeit verfügbar. Auch einige ePapers, also Tageszeitungen und Magazine, können über die Website geliehen werden. Über entsprechende Endgeräte, das heißt PCs und Macs, Tablets, Smartphones, eBook-Reader (außer Kindle) oder, im Falle von Audioinhalten, MP3-Player, können die Kunden dann die ihre digitale Leihware anschauen beziehungsweise -hören.

Dieses Angebot wird permanent erweitert, wofür eine Kommission aus mehreren Bibliotheksmitarbeitern verantwortlich ist. Die Höhe des Beitrags, den jede teilnehmende Einrichtung zu entrichten hat, hängt von der Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt ab – im Falle von Altenburg sind das jährlich 4000 Euro. Eine stattliche Summe, die jedoch im Budget liege, da die Betriebskosten der Bibliothek seit Anfang des Jahres vom Land übernommen werden.

Von Christian Neffe

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