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Open Air in Gößnitz begeistert rund 3000 Fans

Rock, Metal & Hardcore Open Air in Gößnitz begeistert rund 3000 Fans

Zum inzwischen 25. Mal brachte am Wochenende das Gößnitzer Open Air den Acker zu Beben. Insgesamt 20 Bands sorgten mit Stilen von Rock über Hardcore bis zu Metal für ein abwechslungsreiches Wochenende. Da fiel es auch nicht schwer ins Gewicht, dass zumindest ein Headliner mit leichten Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Mähne schütteln und Mitsingen war beim Gößnitz Open Air angesagt.

Quelle: Jörg Reuter

Gößnitz. Du hast dich ja in 25 Jahren kaum verändert: Ein Kompliment, das Männlein wie Weiblein gern hören. Im Fall des Open Airs in Gößnitz passen solche netten Worte ebenfalls und sie sind im positivsten Sinn durchaus richtig. Den Beweis erlebten rund 3000 Besucher am Wochenende bei der jüngsten Auflage des Festivals, das auch in diesem Jahr vom Verein Initiative für Musik und Kultur Gößnitz organisiert wurde. Von Donnerstag bis Sonntag waren rund 20 Bands engagiert worden, um bei den Rockfans für beste Stimmung zu sorgen.

Angesagt war im Vorfeld nicht nur erstklassige Musik, sondern dazu auch schönstes Sommerwetter – da konnte ja fast nichts schiefgehen. Und dementsprechend pilgerten schon die ersten hundert Rockfans am Donnerstag auf die Wiesen am Bahndamm in Gößnitz zum Warm Up.

Tolles Wetter, tolle Stimmung

Richtig los ging’s dann Freitag. Diesmal bildeten sich sogar kleine Rückstaus und es dauerte ein Weilchen, bis die Auto den Einlass passiert hatten. Bei anderen Festivals ist damit aber längst nicht die letzte Barriere genommen. Seit zig Jahren ist es bei Veranstaltungen dieser Art üblich, Zeltplatz und Festivalgelände zu trennen. Anders in Gößnitz, die Organisatoren haben dem Festival die Unbekümmertheit der 90er-Jahre gelassen. Zelten direkt am Auto, von da entspannt zur Bühne schlendern, in den Ort oder zum Baden an die Pleiße, alles ohne nervige Kontrollen. Das macht inzwischen den unverwechselbaren Charme des Open Airs aus. „Auch deshalb ist Gößnitz für mich eines der besten Festivals in Deutschlands“, meinte Besucher Mike.

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Bei seiner 25. Auflage konnte das Gößnitzer Open Air wieder zig Rock- und Metalfans begeistern. Das lag nicht zuletzt an der gelungenen Bandauswahl: Von folkigen Klängen über zünftigen Hardrock bis hin zu düsterem Metal war alles vertreten.

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Tolle Bedingungen, bei denen lediglich die Versorgung noch Luft nach oben erkennen lässt, sind natürlich nur ein Punkt bei einem Rockfestival. Die Musik ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Nachdem Osaka Rising und Mainpoint ab 17 Uhr das Bühnenprogramm eröffneten, näherte sich gegen 19 Uhr die Veranstaltung ihrem ersten kleinen Höhepunkt. Ost+Front war angesagt. Mit neuer deutscher Härte, die auf den Rammstein-Stil zurückgeht, haben sich die Musiker in den zurückliegenden Jahren eine große Fanbasis erspielt, wovon die zahlreichen Band-T-Shirts zeugten. Mit frechen Texten und einer ebensolchen Show überzeugten sie bei ihrem zweiten Gastspiel an der Pleiße voll.

Mitsing-Feeling und Anlaufschwierigkeiten

Was die Begeisterung der Fans anging, legten dann im Anschluss Heidevolk noch eine kräftige Schippe drauf. Ihr mit Folk-Elementen angereichter Metal war offensichtlich genau die musikalische Schublade, die eine Vielzahl der Festivalgäste besonders schätzten. Für die Band aus den Niederlanden war es ein Leichtes, auf dieser Welle zu surfen und sich für den Zuspruch mit einem mehr als sauber gespielten Konzert zu revanchieren.

Headliner des Abends waren dann Subway To Sally, die nach 14 Jahren wieder in Gößnitz spielten. Entsprechend hoch waren die Erwartungen – und die Potsdamer taten sich schwerer als erwartet. Keine Frage, Subway to Sally gehören zurecht zu den Top-Bands des Landes. Und dem wurden sie auch in Gößnitz gerecht. Dennoch, plattgewalzt hat die Musik nicht jeden und der Funke zum Publikum sprang nur zögerlich über. So manche verabschiedeten sich schon davor zum Plausch mit alten Bekannten ins Bierzelt.

Dort hatten am Freitag übrigen The Lateriser die Aufgabe mit Rock-Musik und Evergreens die Umbaupausen zu verkürzen, was die drei Musiker ausgezeichnet hinbekamen, genau wie King Kong Calls am Samstag.

Vom Rock zum vollen Brett

„Uns hat gestern Heidevolk am besten gefallen. Subway To Sally waren früher einfach besser“, schätzten am Sonntagnachmittag, Uwe und Stephan an ihrem Zelt schwitzend ein. Seit Donnerstag waren sie auf dem Gelände. Ein bisschen rumsitzen, chillen, baden gehen, Bier trinken und gute Bands ansehen, so gehe die Zeit auch bei brennender Sonne leicht vorbei, meinten die beiden erfahren Festivalgänger aus Hartmannsdorf beziehungsweise Burgstädt, während Samavayo bereits als vierte Band des Tages auf der Bühne stand. Nicht schlecht was die drei Männer aus Berlin da boten. Eine Art Stoner-Rock mit Weltmusik, sehr groovig und melodiös und dennoch bretthart.

Das volle Brett war auch danach des Ding von Crushing Caspars. Gewohnt souverän gab’s Hardcore auf die Zwölf und das Publikum bedankte sich mit dem ersten Moshpit. Der bildete sich dann auch bei Haggard wieder. Die Süddeutschen verbinden Klassik mit Death-Metal. Bevor es richtig los ging, gab es aber erst einmal ein Belehrung an die Eltern: Sie sollten doch ihren Kindern einen Ohrenschutz verpassen. Dafür unterbrach Sänger Asis Nasseri sogar den ersten Song. „Na gut, er hat ja recht“, kommentierte Lars augenrollend. Was dann kam, war musikalisch schwere Kost: Auf der einen Seite Death-Metal mit Gitarren, Bass und Schlagzeug, auf der anderen mit Bläsern, Streichern, Klavier und Opernsängerin die Klassik-Fraktion. Die spielten zwar nicht gegeneinander, jedoch war das verbindende Element streckenweise schwer zu finden. Den Leuten hat es dennoch gut gefallen.

Erhabenes trifft leichte Kost

Das trifft auch auf den Auftritt der irischen Band Primordial zu. Das besondere an der Gruppe ist Sänger Alan Averill. Er gehört definitiv momentan zu den besten Metal-Sängern überhaupt. Erst seine Melodien verhelfen den leicht in den Thrash-Metal fließenden Sound seiner Bandkollegen zu Songs mit hohem Wiedererkennungswert zu formen. Nicht umsonst war Primordial im Vorfeld als heimlicher Headliner gehandelt worden.

Diesen Status ließen sich Ensiferum danach aber nicht streitig machen. Sie holten die musikalische Dampfwalze raus und zeigt wie Viking-Metal geht. Sogar noch heftiger als zuvor ging es mit den Finnen in Thrash-Metal-lastige Gefilde. Geschmückt mit eingängigen Melodien, die zum mitsingen und vor allem Tanzen einluden. Und alles handwerklich hervorragend von den Musikern umgesetzt. Ensiferum fungierten zu recht als Headliner.

„Das war wieder mal ein super Festival. Am Schluss haben mich Weißglut mit ihrer Rammstein-Cover-Mugge noch mal richtig umgehauen“, meinte auch Besucher Fritz am Sonntag zufrieden in die Sonne blinzelnd, aber auch leicht geschafft vom langen Wochenende.

Von Jörg Reuter

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