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Orden(tliches) Stelldichein im Altenburger Schloss

Sammlertreffen und Ausstellung Orden(tliches) Stelldichein im Altenburger Schloss

Edle Taten, selbstlose Einsätze, große Verdienste – all das verdient glanzvolle Anerkennung. Unzählige Orden, Plaketten und Medaillen sind zu diesem Zwecke schon geprägt worden. Und wo könnte man sie besser präsentieren als im höchsten Hause der ehrwürdigen Residenzstadt? Seit dem Wochenende steht das Altenburger Schloss ganz im Zeichen der glanzvollen Würdigung.

Die Schau unter dem Titel „Für Rettung aus Lebensgefahr – Anerkennung von Rettungstaten in Deutschland“ im Altenburger Schloss umfasst rund 400 Objekte.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Edle Taten, selbstlose Einsätze, große Verdienste – all das verdient glanzvolle Anerkennung. Unzählige Orden, Plaketten und Medaillen sind zu diesem Zwecke schon geprägt worden. Und wo könnte man sie besser präsentieren als im höchsten Hause der ehrwürdigen Residenzstadt? Seit dem Wochenende steht das Altenburger Schloss ganz im Zeichen der glanzvollen Würdigung. Ein neue Sonderausstellung greift das Thema auf.

Den Auftakt machte am Samstag das 18. Phaleristik-Symposium der Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde, der nach eigenen Angaben mehr als 1300 Mitglieder angehören. Bereits zum fünften Mal diente Altenburg dieser Veranstaltungsreihe als Bühne. Zum wiederholten Male auch das Stelldichein am Sonntag: Eine Börse für Ordensammler stand auf dem Programm, ein munteres Sammeln und Tauschen in der Altenburger Orangerie. Ein unterschwelliger Geruch von altem Leder und Metall lag in der Luft. Drei Tischreihen bepackt mit Orden, Epauletten, Säbeln und Uniformen. Langsam, regelrecht andächtig liefen die Besucher von Sammlerstück zu Sammlerstück. Man kennt sich. Zwölf Aussteller aus verschiedenen Teilen Deutschlands sowie aus Dänemark hatten ihre Tische bepackt, verhandelten, fachsimpelten mit dem Publikum.

Unter ihnen auch Torsten Straube aus Leipzig. „Ich habe gerade einen Ernestinischen Hausorden an einen Altenburger verkauft“, erzählte er. Seit etwa zehn Jahren nehme er an Veranstaltungen rund um diese Sammelobjekte teil und habe sich damit sein eigenes kleines Geschäft aufgebaut. Weshalb er mit dem Sammeln angefangen hat, erklärte er lapidar: „Ich habe zwei Voraussetzungen: das Elster-Gen und Geschichtsinteresse.“

Sagt’s und begrüßte einen interessierten Gast, der sich von einem der goldenen Orden angezogen fühlte. Nach einer kurzen Verhandlung wechselten 120 Euro und zwei Kaffee den Besitzer. Gold und Silber, davon gab es auf der Börse viel zu sehen. „Die meisten sammeln Orden nicht einfach bunt durcheinander. Man richtet sich beispielsweise nach der Regionalität oder der Zeit“, erklärte Händler Christian Lehrle aus Stuttgart.

Für Torsten Straube ist Altenburgs Schloss einer der schönsten Veranstaltungsorte für Ordensammler in Deutschland „Nicht nur, weil die Örtlichkeit stimmt, auch die Versorgung ist super.“ Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde, Bernd Döbel, war ebenfalls vor Ort. Er verfolgte aufmerksam das Geschehen, freute sich über den Zuspruch. Und er sei froh, sagte er, dass das Symposium am Samstag gut über die Bühne gegangen sei. Die Teilnehmer hatten sich dort – analog zu der neuen Museumssonderschau – mit den Anlässen und der Vergabe von Lebensrettungsmedaillen auseinandergesetzt. Sechs Fachvorträge wurden dazu im Bachsaal gehalten.

Sonderschau zeigt Medaillen und Anerkennungen für Rettungstaten

„Es kann immer und überall geschehen“, gab Uta Künzl zu bedenken. „Jedem.“ Ein unvorhersehbares Ereignis, und schon geraten Menschen in Lebensgefahr. „In solchen Situationen treten Einzelpersönlichkeiten ungewollt ins Rampenlicht. Wenn sie unter Einsatz ihres Lebens Betroffenen in größter Not selbstlose Hilfe gewähren“, so die Leiterin des Altenburger Schloss- und Spielkartenmuseums. Dieses Engagement werde seit dem späten 18. Jahrhundert durch die Vergabe von Anerkennungen und Medaillen staatlich gewürdigt. Die am Samstag eröffnete Sonderausstellung gibt ein Abbild davon.

Die Schau unter dem Titel „Für Rettung aus Lebensgefahr – Anerkennung von Rettungstaten in Deutschland“ umfasst rund 400 Objekte, darunter neben zahlreichen Medaillen auch Fotomaterial und Urkunden. „Alles stammt zu 99 Prozent aus Privatbesitz“, versicherte Kurator Olaf Wittenberg. Die Exponate dokumentieren dramatische Ereignisse, wie eine Seenotrettung oder eine Bergung aus Feuer und Flammen. Außerdem wird die Verleihung entsprechender Medaillen gezeigt.

Das Besondere? Erstmals spannt sich der Bogen von 1782 – dem Jahr der ersten Ehrung einer Rettungsaktion durch den preußischen König – bis zur Gegenwart. „Das hat es in dieser Konstellation noch nicht gegeben“, hebt Uta Künzl hervor.

Mit Freude verweist die Museumsleiterin darauf, dass auch ein Schlaglicht auf den Thüringer Raum geworfen wird: „Die Ausstellung hat durchaus Lokalkolorit.“ So gibt es unter anderem Informationen über das Wirken von Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg. Der regierte von 1853 bis 1908 und hat die sogenannte Herzog-Ernst-Medaille gestiftet. Ein Ehrenzeichen, das an Verdienste jeder Art erinnern soll, vor allem an solche um das herzogliche Haus oder das öffentliche Wohl.

Die Ausstellung „Für Rettung aus Lebensgefahr – Anerkennung von Rettungstaten in Deutschland“ im Altenburger Schloss- und Spielkartenmuseum hat noch bis 31. Oktober geöffnet – dienstags bis sonntags von 9.30 bis 17 Uhr.

Von Eva Anna-Lena Zorn und Matthias Klöppel

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