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Altenburg Orkan Friederike verursacht Schäden in Millionenhöhe im Altenburger Land
Region Altenburg Orkan Friederike verursacht Schäden in Millionenhöhe im Altenburger Land
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12:44 25.02.2018
Eines der Sturmopfer im Altenburger Land: Von der Feuerwehr-Fahrzeughalle in Lohma bei Nöbdenitz wurde das halbe Dach heruntergerissen. Die Reste liegen auf einem Feld ungefähr mehrere Hundert Meter entfernt verteilt. Dachdecker sichern das Dach. Quelle: Mario Jahn
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Altenburger Land

Lange vorher trafen die Warnmeldungen ein, bereiteten sich Einrichtungen und Einwohner auf das Unwetter vor. Doch was dann tatsächlich hereinbrach, überraschte selbst Hartgesottene. Das Altenburger Land erlebte am Donnerstagnachmittag und -abend einen Sturm, der Schäden enormen Ausmaßes verursachte. Noch bis in den Freitag hinein waren Straßen gesperrt, weil Gefahr von Bäumen und losen Dachziegeln drohte. Und noch gar nicht absehbar ist, wann all die Schäden beseitigt sind. Das Aufräumen ist noch in vollem Gange.

Glück im Unglück: Es gab durch den Sturm nur eine Verletzte im Kreis. Wie die Polizei mitteilte, stürzte eine Seniorin in einer Böe und verletzte sich am Bein. Nahe Lucka fuhr zudem eine 56-Jährige mit ihrem Mercedes gegen einen quer liegenden Baum – die Fahrerin blieb unversehrt.

Gravierend sind hingegen die Zerstörungen, deren Ausmaß vom Landratsamt nach ersten Schätzungen auf mehrere Millionen Euro beziffert wird. Schäden gebe es an fast allen Schulen in Trägerschaft des Landkreises. Viele Schüler blieben am Freitag gleich zu Hause – das Thüringer Bildungsministerium hatte den Eltern die Wahl gelassen. Komplett verwaist war die Regelschule in Dobitschen – mangels Strom. Die Mitnetz, der für die ländlichen Regionen des Landkreises zuständige Stromnetzbetreiber, arbeitete im Akkord. Trotzdem war bei den Kunden Geduld gefragt. Von rund 5000 Haushalten, die am Donnerstagabend im Dunkeln gesessen hatten – waren am Freitagnachmittag laut Mitnetz noch 60 ohne Strom.

Es waren turbulente Stunden für alle, die im Zuge des Sturms reparieren oder helfen mussten. Wie Kreisbrandinspektor Uwe Engert mitteilte, waren sämtliche Feuerwehren des Landkreises unterwegs, rückten bis Donnerstagabend insgesamt mindestens 137 Mal aus. Hinzu kamen ungezählte weitere Einsätze, weil die Kameraden vielerorts spontan Hilfe leisteten, wo sie gerade vorbeikamen. Die Rettungsleitstelle in Gera hatte ohnehin zwischenzeitlich eigene Probleme: Der Sturm deckte dort das halbe Dach ab und beschädigte den Funkmast. Laut Landratsamt sind die Schäden ohne Schwerpunkte auf den gesamten Landkreis verteilt – vor allem zerstörte Dächer, Schäden an Fenstern und Fassaden sowie zersplitterte und entwurzelte Bäume, die Straßen, Gleise, Strom- und Telefonleitungen beschädigt haben.

Das Verkehrsunternehmen Thüsac hielt den Busverkehr zwar aufrecht, behalf sich aber bis Freitagmittag mit Umleitungsstrecken. „Es konnten leider nicht alle planmäßigen Haltestellen angefahren werden“, berichtete Thüsac-Geschäftsführerin Tatjana Bonert. Insbesondere im Stadtverkehr Altenburg habe die sturmbedingte Vollsperrung am Teichknoten, in der Johannisstraße und Zwickauer Straße zu Einschränkungen geführt.

Auch am Wochenende ist noch Obacht geboten. Der Staatsbetrieb Thüringenforst warnt vor dem Betreten der Wälder in den nächsten Tagen wegen weiterer Bruchgefahr.

Von Kay Würker und Jörg Wolf

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