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Orkan-Nachwehen: 200 Menschen im Altenburger Land tagelang ohne Strom

„Friederike“ und die Folgen Orkan-Nachwehen: 200 Menschen im Altenburger Land tagelang ohne Strom

Orkan „Friederike“ hat rund 200 Menschen im Altenburger Land Tage ohne Strom beschert. Zum Teil bis Sonntagmittag saßen sie im Dunkeln und Kalten, ehe Netzbetreiber Mitnetz die Leitungen vollständig repariert hatte. Betroffen waren etwa Straßen in Rositz und Ponitz. Am schlimmsten erwischte es aber Rodameuschel.

Dank THW liefen ab Samstagabend in Rodameuschel wenigstens die Heizungen wieder. Das halbe Dorf stand seit Donnerstagabend ohne Strom da. Am Sonntagmittag lief dann wieder alles.

Quelle: Mario Jahn

Rositz/Ponitz/Rodameuschel. Der Besuch von „Friederike“ im Altenburger Land war kurz, aber heftig. So heftig, dass die Nachwehen des Orkans lange spürbar sind. Außer Aufräumen beschäftigte einige Bewohner des Kreises zum Teil bis Sonntagmittag noch ein viel profaneres Problem: Sie hatten keinen Strom. Folglich saßen knapp 200 Menschen in Rositz, Ponitz und dem Mehnaer Ortsteil Rodameuschel nicht nur im Dunkeln, sondern auch im Kalten. Denn auch Heizungen brauchen Strom.

In Rositz betraf das die Bewohner der Friedens- und der Gartenstraße. „Dort wurde durch am Donnerstag exakt 15.48 Uhr der Strom unterbrochen“, schildert Bürgermeister Steffen Stange (parteilos) die Situation. „Allein dort saßen um die 70 Haushalte förmlich im Dunkeln und in der Kälte.“

Vor den rund 100 Betroffenen stand eine lange Leidenszeit. „Offensichtlich hat es an den Versorgungsleitungen derart viele Schäden gegeben, dass der Versorger Mitnetz mit den Reparaturen nicht hinterher kam“, so Stange am Samstagvormittag. „Strom liegt noch immer nicht an und wir wissen auch nicht, wann das behoben wird. Mittlerweile herrschen in den betroffenen Wohnungen aufgrund der ausgefallenen Heizungen Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad.“ Auch warmes Essen gebe es nicht.

Also half man sich selbst: Die örtliche Feuerwehr richtete mit zwölf Kameraden im Bernsteinhof eine Versorgungsstelle ein. „Aus der Gulaschkanone gab es Spaghetti und Gulasch“, so das Gemeindeoberhaupt. „Und auch heiße Getränke, wie Tee, wurden zu den betroffenen Bewohnern gebracht.“ An der Hilfsaktion seien nicht nur die Wehr, sondern auch zehn Mitarbeiter der Verwaltung beteiligt gewesen. „Dafür meinen herzlichen Dank“, sagte Stange. Am Samstagnachmittag gegen 14.15 Uhr hatte das Warten ein Ende: Zuvor waren Monteure angerückt und reparierten den Schaden.

Ähnlich lief es bereits am Freitagnachmittag in Ponitz. „Geschlagene 24 Stunden saßen die Anwohner der Zwickauer Straße seit Friederike im Dunkeln, und die Straße war zudem auch für den Verkehr voll gesperrt“, erklärte Bürgermeister Marcel Greunke (CDU). „Aber seitdem funktioniert wieder alles reibungslos.“

Anders sah es Samstagabend noch in Rodameuschel bei Dobitschen aus. Da saß die Hälfte des Dorfes weiter im Dunkeln und in der Kälte. Abhilfe für gut 30 Betroffene schuf der Ortsverband Altenburg vom Technischen Hilfswerk mit seiner Fachgruppe Elektroversorgung. Kurz nach 17 Uhr erhielten neun Helfer den Marschbefehl, um mit ihrer Netzersatzanlage für Strom in elf Haushalten zu sorgen. Vor allem, damit nach rund 50 Stunden Ausfall die Heizungen wieder laufen, so THW-Zugführer Maximilian Heidel.

Der Einsatz dauerte bis Sonntagnachmittag, weil der Strom über die normale Leitung erst 13.15 Uhr wieder floss. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe“, sagte Anja Uhlemann am Sonntagnachmittag. Zuvor seien die Temperaturen bei ihr und ihrem Nachbarn bis auf vier Grad Celsius gefallen, erzählte die Betroffene die zwischenzeitlich bei ihren Eltern unterkam. Die Sache mit dem THW habe Bürgermeister Jens Stallmann eingefädelt, nachdem die Schadenhotline von Mitnetz nicht erreichbar war. „Erst am Freitag um 22.30 Uhr hat der Netzbetreiber den Schaden überhaupt erst aufgenommen“, so Uhlemann, die dafür durchaus Verständnis hat. „Es war eine Naturkatastrophe.“

Die Probleme bei der Erreichbarkeit räumte Mitnetz ein. „Das Unternehmen bedauert die längeren Wartezeiten an der Störungshotline“, erklärte Sprecherin Evelyn Zaruba. Zwar seien im Altenburger Land bereits Freitagabend alle Kunden in der Hoch- und Mittelspannung wieder versorgt gewesen, im Niederspannungsbereich habe es aber länger gedauert. Als Gründe dafür nannte sie „die hohe Anzahl paralleler Störungen und die teilweise sehr aufwendige Störungsbeseitigung“.

Von Jörg Wolf und Thomas Haegeler

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