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Altenburg "Oschatz" liegt auf dem Trockenen
Region Altenburg "Oschatz" liegt auf dem Trockenen
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17:34 25.11.2011

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Um der Fischerei in der neuen Republik auf die Beine zu helfen und Kriegsschäden auszugleichen, wurde 1948 bis 1950 ein umfangreiches Programm zum Bau von Kuttern aufgelegt. Die Sowjetische Militäradministration hatte am 11. Januar 1946 einen entsprechenden Befehl erlassen. Auf mehreren Werften in Mecklenburg-Vorpommern wurden insgesamt 335 17-Meter-Kutter gebaut, 129 für die DDR, der Rest als Reparationsleistung für die Sowjetunion. Für diese hohe Anzahl konnte man offensichtlich nicht nur geografische Bezeichnungen aus dem hohen Norden des Ostens Deutschlands wie Kühlungsborn, Arkona und Hiddensee verwenden. Nach Katja Niederkirchner, Sophie Scholz, Hans Coppi und anderen Widerstandskämpfern sowie Karl Liebknecht und August Bebel wurde eine Reihe weiterer Kutter benannt. Aber auch Binnenstädte wie Riesa, Plauen, Altenburg und eben auch Oschatz erhielten dann die Chance, wenn schon nicht auf allen sieben Meeren, so doch wenigstens auf Ost- und Nordsee bekannt zu werden.

Der Kutter Oschatz wurde 1950 auf der VEB Boddenwerft Damgarten gebaut. Bis 1959 war Saßnitz der Heimathafen. In dieser Zeit trug er neben dem Namen Oschatz auch das Kürzel SAS 182. Danach wurde das Schiff als WOG 94 in Wolgast eingesetzt. Anschließend lief der Kutter als KAR 32 mit Heimathafen Karlshagen, ehe es 1992 wieder nach Saßnitz zurückkehrte.

"Wir hatten das Schiff erworben, um damit in die berufliche Selbstständigkeit zu schippern", erzählt Reinhard Brauns. Nachdem die Familie den Kutter umgebaut hatte, boten sie ab dem Frühjahr 1993 damit Rügen-Urlaubern Angeltouren und Ausflugsfahrten entlang der Jasmunder Kreideküste an. Zu diesem Zeitpunkt trug das Schiff den Namen Alexander. Die Seetouristik Brauns GmbH ist immer noch am Markt, fährt seit 2007 allerdings mit dem Neubau Alexander II. Die Ex-Oschatz wechselte Ende 2006 ihren Heimathafen und war seither in Tarnewitz stationiert. Neuer Eigentümer des Kutters mit dem Aktenzeichen SSR 1612, dessen Weg sich dank der Hilfe des Seeschiffsregisters am Amtsgericht Rostock bis dahin gut verfolgen lässt, wurde die Rügener Hafen- und Touristik GmbH mit Sitz in Schaprode. Der Name wechselte ein weiteres Mal. Das Schiff hieß fortan Albatros. "Wir haben damit Ausflugs- und Angelfahrten angeboten", erzählt Kapitän Heimbert Diederich. Allerdings ist die Albatros, die jetzt in Schaprode liegt, nicht mehr die Ex-Oschatz. Diese absolvierte am 12. August 2010 ihren letzten Seetörn. In Schaprode fährt jetzt eine neue Albatros. Die alte Oschatz befindet sich seit rund einem Jahr in Barth, auf der Werft von Bootsbaumeister Nils Rammin. Dort wird sie zum Räucherschiff umgebaut. Wie Nils Rammin berichtet, wird sie zurzeit kalfatert, das heißt, der Rumpf wird abgedichtet. Die Oschatz soll nach dem Umbau ­- unter welchem Namen auch immer ­- in Warnemünde als Verkaufseinrichtung und Imbiss dienen.

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