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Ostborussen fahren nach Berlin und wollen ihren BVB Dortmund siegen sehen

DFB-Pokalfinale Ostborussen fahren nach Berlin und wollen ihren BVB Dortmund siegen sehen

Knapp 40 Mitglieder des drittgrößten Fanclubs von Borussia Dortmund werden am Sonnabend im Berliner Olympiastadion das deutsche Pokalfinale gegen Bayern München hautnah erleben können. Alle anderen Ostborussen müssen mit den Public-Viewing-Meilen der Hauptstadt Vorlieb nehmen. Auf jeden Fall soll das Banner des Clubs gut sichtbar im Stadion zu sehen sein.

Im Berliner Stadion soll das Ostborussen-Banner gut zu sehen sein.

Quelle: Rolf Töpfer

Fockendorf. Millionen freuen sich auf einen spannenden und gemütlichen Fußballabend auf dem heimischen Sofa. Für die schwarz-gelbe Schar der Ostborussen hingegen wird der Sonnabend der wohl aufreibendste Tag des Jahres. Denn im Berliner Olympiastadion stehen ihre Idole von Borussia Dortmund im deutschen Pokalfinale dem frisch gebackenen Meister FC Bayern München gegenüber. Eingefleischte BVB-Fans wie die Ostborussen lassen sich so ein Ereignis nicht entgehen.

Allerdings werden nur wenige Mitglieder des drittgrößten BVB-Fanclubs, der in Fockendorf seine Zentrale hat, im Stadionrund sein. Vom Bundesligisten aus Dortmund erhielten die Ostborussen gerade mal 30 Karten für das Endspiel, sechs Mitgliedern war bei diversen Ticketverlosungen das Glück hold. Alle anderen müssen sich in der Hauptstadt mit den Public-Viewing-Meilen begnügen.

Ostborussen-Präsident René Staudacher ist in der glücklichen Lage, ein Ticket in der Tasche zu haben. Allein beim BVB seien für das Endspiel 300 000 Kartenanfragen eingegangen, weiß der Fockendorfer zu berichten. Im Olympiastadion verfüge jeder Finalteilnehmer aber nur über 30.000 Plätze. Staudacher fährt schon am Freitag mit einer neunköpfigen Ostborussen-Truppe gen Norden. „Wir übernachten in der Nähe des Ku’damms, weil sich die BVB-Fans am Sonnabend auf dem Breitscheidplatz treffen.“ Dort will sich seine Truppe auf das Spiel am Abend so richtig einstimmen. „Wir treffen andere Fans, freuen uns auf das Spiel.

Der BVB hat sicher wieder ein Programm auf die Beine gestellt.“ Schon bei vorherigen Finalteilnahmen avancierte der Breitscheidplatz zum Sammelpunkt der BVB-Anhänger. Ohnehin ist Staudacher überzeugt, dass die Hauptstadt am Sonnabend fest in schwarz-gelber Hand ist: „60 000 bis 70.000 BVB-Fans werden in Berlin sein.“ Der BVB biete sogar Stadtrundfahrten mit dem Mannschaftsbus an und habe zwei Boote für Spree-Touren gechartert. Die Münchener, meint Stauchacher, werden nur halb so viele Leute auf die Beine bringen.

Im Stadion vereint sich die Staudacher-Truppe dann mit den anderen Ostborussen um Julien Spreda, die am Sonnabend früh in Groitzsch losfahren und zunächst ebenfalls das Fantreffen auf dem Breitscheidplatz ansteuern. „Wir werden am Nachmittag zeitig zum Stadion aufbrechen, um unser großes Ostborussen-Banner gut sichtbar anbringen zu können“, verrät Spreda. Für ihn wird das ein Tag großer Emotionen: „Wir haben die Möglichkeit, einen Titel zu bekommen.“ Spreda weiß, dass es für die Tuchel-Elf ein schweres Spiel gegen die Bayern wird, die auf dem Papier die Favoriten seien.

„Es wird hoffentlich ein knapper Sieg für den BVB, eventuell auch in der Verlängerung“, wagt er dennoch eine Prognose. Da liegt er mit seinem Präsidenten auf einer Linie. „In einem Spiel gegen die Bayern ist alles möglich“, meint Staudacher und tippt auf einen 2:1-Sieg der Borussen. „Mats Hummels macht das entscheidende Tor“, sagt er nicht ohne Ironie auf den Wechsel des Innenverteidigers nach München. Der Pokalsieg wäre die Krönung nach einer „riesen Saison“.

Da die meisten Ostborussen und vor allem jene, die die Fäden ziehen, mitten im Geschehen sind, ist vor Ort in Fockendorf Ebbe. Ein Public Viewing des Finalspiels gibt es hier am Sonnabend nicht.

Von Frank Prenzel

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