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Altenburg "Ostthüringer Theaterwunder"
Region Altenburg "Ostthüringer Theaterwunder"
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21:14 13.02.2015
Generalintendant Kay Kuntze vor einer seiner beiden Wirkungsstätten - dem Altenburger Landestheater. Quelle: dpa

Denn sie hatten sich den Theaterchef in dieser Woche traditionell zu Jahresbeginn zu ihrer "Wir um vier"-Veranstaltung" eingeladen. Vereinsvorsitzende Barbara Grubitzsch ging gleich in medias res und fragte ihn, ob es im Theater gut laufe. "Ja!", war seine kurzmöglichste Antwort, und damit wäre eigentlich alles gesagt. Ist es natürlich nicht. Denn ein bisschen mehr zu berichten hatte Kuntze dann doch.

So ist das Schauspielensemble gerade voller Eindrücke von seiner Afrika-Reise nach Burkina Faso zurückgekehrt. Kay Kuntze sprach von einem Kulturschock, den einige erlitten hätten angesichts der völlig anderen, teilweise primitiven Bedingungen, unter denen dort Theater gemacht wird. Das gemeinsame Projekt "Die Schutzlosen: Les Zéros-Morts" fand auch dort große Aufmerksamkeit. Fast alle westafrikanischen Fernsehstationen waren vor Ort und berichteten über das gemeinsame Theaterprojekt zur Flüchtlingsproblematik.

Und auch in Deutschland ist das Interesse an dieser außergewöhnlichen Produktion ungebrochen. Nicht von ungefähr wurde sie von der Thüringischen Landeszeitung als beste Inszenierung 2014 gekürt und das Altenburg-Geraer Theater wieder als das beste im Freistaat. Der neue Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) habe jüngst vom "Ostthüringer Theaterwunder" gesprochen, wusste Kay Kuntze zu berichten. Außerdem werde erwogen, "Die Schutzlosen" auch an den anderen Thüringer Theatern zu zeigen, heiß es auf einer Beratung der Intendanten mit dem Minister.

Verbindliche Aussagen zur künftigen Theaterfinanzierung habe es auf der Beratung in Erfurt indes nicht gegeben. Es werde angestrebt, dass die Theater in Struktur und Inhalt weitergeführt werden sollen wie bisher. Es werde beim Minister ein kommunaler Arbeitskreis gebildet. Zu den vier Intendanten, die ihm angehören, zählt auch Kay Kuntze. Bis Ende 2016 gebe es mit dem Land, den Städten Altenburg und Gera sowie dem Landkreis Altenburger Land verbindlich Verträge, "die sicher auch eingehalten werden. Wie es danach weiter gehe, hänge von der neuen Regierung in Erfurt ab und vor allem von der finanziellen Situation der Stadt Gera. Das Bekenntnis zum Theater sei hier aber ungebrochen.

Natürlich nutzte der "General" seinen Besuch bei den Theaterfreunden auch zu einer kurzen Bilanz der ersten Hälfte der laufenden Spielzeit. So seien die Besucherzahlen in beiden Städten konstant geblieben, wobei es zwischen Gera und Altenburg schon beachtliche Unterschiede in der Resonanz gebe. Während in Gera die Besucherzahlen für Oper, Ballett und Philharmonische Konzerte wesentlich höher sind als in Altenburg, liegt die Altenburger Seite im Schauspiel, in der Operette und im Musical sowie beim größten Teil der anderen Konzerte im Besucherplus. So wurde zum Beispiel das Musical "Chess" 17 Mal in Altenburg vor ausverkauftem Haus gezeigt, in Gera hingegen nur neunmal.

Ein besonderes Kapitel bleibt das Puppentheater. "Es wird in Altenburg noch nicht so richtig angenommen", so Kay Kuntze. Für Kinder werden daher Vorstellungen nur noch bedarfsorientiert in den Spielplan aufgenommen. Das heißt, wenn konkrete Bestellungen aus den Kindergärten und Schulen vorliegen. Für freie Vorstellungen gebe es hingegen in der Skatstadt so gut wie kein Publikum. Die Theaterfreunde monierten in diesem Zusammenhang, dass für das Puppentheater zu wenig Werbung gemacht würde, denn es habe bekanntlich in Altenburg keine solche Tradition wie in Gera.

Für die neue Spielzeit kündigte der Intendant vier Neuinszenierungen im Musiktheater und im Schauspiel und zwei im Ballett an. In Altenburg beginne die Spielzeit mit einer großen Operette. Außerdem könne sich das Publikum über das Musical "Jekyll & Hyde" und über das Ballett "Keimzeit" freuen, die beide in Gera mit überwältigendem Erfolg laufen. Als Weihnachtsstück für die Kinder sei 2015 wieder ein bekanntes Märchen geplant. Mehr wollte Kay Kuntze aber noch nicht verraten. Die Präsentation des neuen Spielplans stehe wie immer erst im Frühjahr an, vertröstete er die Mitglieder des Theatervereins.

Manfred Hainich

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