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Parken im Denkmal

Parken im Denkmal

Mit dem Beschluss eines Bebauungsplanes für die Eisenbahnersiedlung im Stadtteil Rasephas ist der mehrjährige Konflikt ums Parken in der historischen Wohnanlage beendet - zumindest amtlich.

Altenburg.

Er bedeutet einen Kompromiss zwischen den Interessen von Anwohnern, Investoren und Denkmalschützern.

 

"Zähe Verhandlungen" waren nötig, um das Landesamt für Denkmalpflege zu überzeugen, dass auch auf den Grundstücken geparkt werden kann, erinnerte Bürgermeisterin Kristin Knitt in der Debatte vor dem Beschluss des Bebauungsplanes. Und auf zwei Einwohnerversammlungen hatte die Stadtverwaltung beharrlich für ihre Kompromissvorschläge geworben. "Alle Beteiligten haben nach einer guten und machbaren Lösung gesucht", bestätigte auch Pro-Altenburg-Stadtrat Christian Götze. "Dennoch bleiben Bedenken." Am Schluss jedoch teilte eine große Mehrheit der Stadträte die Ansicht der OB-Stellvertreterin, die Stadt habe ihr Möglichstes getan. Und stimmte - bei einer Reihe von Enthaltungen - dem Bebauungsplan zu.

 

Zuvor hatten sich jahrelang Investoren, Anwohner und Denkmalschützer wieder einmal sehr grundsätzlich gestritten. Denn die 1922 bis 1926 unter Bauträgerschaft der Eisenbahner Baugenossenschaft GmbH Altenburg und Umgebung errichtete Siedlung gilt Experten heute als ein Zeugnis sozialen Wohnungsbaus im frühen 20. Jahrhundert. Und deshalb als Denkmal.

 

Andererseits haben attraktive Lage, viel Grün, günstige Verkehrsanbindung und individuelle Wohnungsgrundrisse die Eisenbahnersiedlung zu einem beliebten Altenburger Wohngebiet gemacht. Die meisten der alten Siedlungshäuser sind schon saniert, private Investoren stiegen ein und Prognosen sehen sogar einen leichten Bevölkerungszuwachs voraus.

 

Seit Jahren schwelte prompt der Konflikt um ausreichende Parkmöglichkeiten. Der erste Entwurf des Bebauungsplanes wurde im April 2007 vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie abgeschmettert, weil die Experten dadurch die Freiflächen und Vorgärten zerstört sahen. Anwohner wiederum fürchteten Lärm, Abgase und Gefahren durch zu viel Verkehr in den zu engen Straßen. Entsprechend hitzig verliefen die Einwohnerversammlungen (OVZ berichtete).

 

Im nun beschlossenen Bebauungsplan sind in Abstimmung mit den Denkmalschützern für die 32 Häuser mit 137 Wohnungen und aktuell 135 Einwohnern 322 PKW-Stellplätze vorgesehen - 218 innerhalb der Siedlung und 104 außerhalb des Plangebiets. Die Planungsstandards werden somit deutlich überboten. Allerdings kann nur knapp die Hälfte der Parkplätze auf den Grundstücken selbst ausgewiesen werden, der Rest befindet sich auf öffentliche Straßen beziehungsweise dem angrenzenden Garagenhof. Ein Tempolimit auf der zugeparkten Knauschen Straße war nur eine der zu planenden und zu finanzierenden Folgen. In der Zacharias-Kresse-Straße wurden auf Kosten der Stadt Bordsteine abgesenkt und so ein verkehrsberuhigter Bereich mit weiteren acht Plätzen geschaffen.

 

Festgeschrieben sind in der neuen Planung aber nicht nur die Bauweisen der Häuser und die Verkehrsflächen, sondern auch die Regeln für die Grünanlagen, beispielsweise die Bepflanzung mit Weiß- und Rotdornbäumen oder den typischen Ligusterhecken. Dem Gesamteindruck der kleinen Gartenstadt muss künftig auch beim Anlegen eines Freisitzes oder Gewächshäuschens Rechnung getragen werden. Garagen und Carports sind unzulässig und die Freiflächen der Grundstücke müssen "als Gärten dauerhaft erhalten bleiben", fordert die nun gültige Planung. © Kommentar

Günter Neumann

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Von Redakteur Gabriele Neumann

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