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Parkplatznot in der Eisenbahnersiedlung Rasephas - Klage oder Kompromiss

Parkplatznot in der Eisenbahnersiedlung Rasephas - Klage oder Kompromiss

Bewohner und Investoren in der Eisenbahnersiedlung des Altenburger Ortsteil Rasephas beklagen zu wenig Parkmöglichkeiten. Ursache sind Auflagen des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, um die einzigartige historische Siedlung als Kulturdenkmal zu bewahren.

Parkplatzmangel am Nachmittag, wie in der Niemöllerstraße, gehört zum Alltag in der Eisenbahnersiedlung. Mittlerweile schreckt die Stellplatznot Investoren ab.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die von 1922 bis 1926 erbaute Eisenbahnersiedlung gilt als Thüringens einzige erhaltene Gartenstadt-Anlage. Hinter den Häusern wurden für die Bewohner großzügige Gärten angelegt. Neben der Erholung sollten sie vor allem der Selbstversorgung dienen. Als die Vorzeige-Siedlung errichtet wurde, dachte verständlicherweise niemand daran, welch große Bedeutung 85 Jahre später genügend Parkplätze erlangen sollten. Was woanders gelöst werden kann, ist in Rasephas kaum möglich. Denn die 32 Wohnhäuser zählende Siedlung wurde vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie als Kulturdenkmal eingestuft. Um das Denkmal zu bewahren, ist das Parken in den Vorgärten damit untersagt. Auch auf den Straßen ist kein Platz mehr. Die Errichtung eines Sammelparkplatzes außerhalb des Gebietes ist mangels Grundeigentum und zu hohen Kosten für die Stadt nicht möglich.

Die Bedürfnisse der Bewohner entsprechen längst nicht mehr den Gegebenheiten, warnte unlängst Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf einer Einwohnerversammlung.

Einem errechneten Bedarf von 151 bis 226 Stellflächen stehen sechs private und 46 öffentliche Plätze zur Verfügung. Damit wird die Parkplatznot in Rasephas zu einem politischen und wirtschaftlichen Problem. Besitzer schrecken vor Investitionen zurück, Mieter ziehen in Erwägung, abzuwandern. Beides will der Oberbürgermeister verhindern. "Ich möchte, dass diese Siedlung attraktiv ist", sagte der OB.

Ein erster Kompromiss sieht vor, auch die rückwärtigen Grundstücksbereiche zum Parken zu nutzen, was den Denkmalauflagen zuwiderlaufen würde. Doch dies ist nicht überall umsetzbar. Dennoch ließe sich die vom Landesamt für Denkmalpflege zugestandene Zahl von 65 Plätzen auf 86 erhöhen. Dazu hatte die Landesbehörde gemeinsam mit der Stadtverwaltung eine Freiflächenplanung finanziert, die Lösungsmöglichkeiten für Stellplätze in rückwärtigen Grundstücksbereichen vorsieht.

Doch auch die Zahl von 86 ist dem Oberbürgermeister noch zu klein. Daher ließ er die Bearbeitung eines Bebauungsplanes unterbrechen und einen noch viel weitergehenden Kompromiss-Vorschlag erarbeiten. Der sieht nun sogar 142 Stellflächen vor.

Wolf weiß, wie schwierig das wird. Denn das Rathaus hat nahezu keinen Einfluss auf die Entscheidungen der Denkmalschutzbehörde des Landes. "Wir hoffen, dass wir das Landesamt dorthin bekommen. Wir wissen es aber nicht", sagte er.

Kommt kein Kompromiss zustande, bleibt für Investoren und Vermieter nur noch ein Weg: Vor Gericht überprüfen zu lassen, ob die Denkmalschützer mit ihren Auflagen Recht haben oder nicht.

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