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Altenburg Pendeln geht an die Psyche
Region Altenburg Pendeln geht an die Psyche
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20:14 08.04.2013

Das sind rund 39 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die im Kreis wohnen.

Diese Fakten gehen aus dem aktuellen Jahresbericht der Techniker-Krankenkasse (TK) hervor. Die TK hat dazu wieder die Krankenstandsdaten der bei ihr versicherten rund 3,7 Millionen Erwerbspersonen analysiert. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie Arbeitslosengeld-I-Empfänger. Für Thüringen wurden die Daten von über 55 000 TK-Versicherten ausgewertet.

Fast jeder dritte Pendler aus dem Altenburger Land überschreitet für seinen Weg zum Job sogar die Thüringer Landesgrenzen. "Volle Züge und verstopfte Autobahnen kosten Pendlern jedoch nicht nur Zeit, sondern gehen offensichtlich auch an der Psyche nicht spurlos vorbei", erklärt Teresa Urban, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) in Altenburg.

TK-Auswertungen zeigen, Mobilität ist ein Risikofaktor für psychisch bedingte Fehlzeiten. Dr. Thomas Grobe vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung in Hannover (ISEG): "Wir haben erstmals Daten zur Entfernung von Wohn- und Arbeitsort der Beschäftigten herangezogen. Es zeigt sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Distanz zum Arbeitsort und einer psychischen Belastung. Auch Wohnort- oder Arbeitsplatzwechsel erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen." Berufspendler seien mit 2,2 Fehltagen pro Kopf häufiger und langwieriger von psychischen Diagnosen betroffen als andere Beschäftigte (1,9 Tage).

Im Flächenland Thüringen trifft dies offenbar besonders zu. Im Vergleich zur Referenzregion Nordrhein-Westfalen liegt das Risiko für eine psychische Erkrankung bei mobilen Erwerbspersonen im Freistaat um etwa sechs Prozent höher, eine Tendenz, die auch die Pendler aus dem Altenburger Land trifft.

Insgesamt pendeln in Thüringen knapp 40 Prozent der Beschäftigten in einen anderen Kreis oder ein anderes Bundesland. Jeder Sechste verlässt den Freistaat. Die Thüringer zieht es dabei vor allem nach Bayern, Hessen und Sachsen. Zwei Drittel der Pendler sind männlich, knapp ein Viertel ist im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt, 15 Prozent im Handel, elf in der Baubranche.

"Betriebliche Gesundheitsförderung muss sich verstärkt auch den Anforderungen einer immer mobileren und flexibleren Arbeitswelt widmen. Es geht darum, Strategien für ein gesünderes Arbeiten zu entwickeln, beispielsweise variable Arbeitszeitmodelle, Home-Office oder Telefon- und Videokonferenzen anzubieten", so Teresa Urban. © Kommentar

Robert Büssow

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