Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Pendler sollen zurück in die Heimat kommen
Region Altenburg Pendler sollen zurück in die Heimat kommen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 19.09.2018
Elke Lange und Matthias Bergmann freuen sich über Besucher beim ersten Pendlertag. Quelle: Pia Siemer
Altenburg

Kaum hat der erste Pendlertag am Freitagnachmittag im Altenburger Landratsamt begonnen, stehen auch schon 20 Interessierte in der Tür des Landschaftssaals. An Tischen haben sich Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer und der Thüringer Agentur für Fachkräfterückgewinnung (ThAFF) positioniert. Sie sind angetreten, die Wartenden zu Berufsmöglichkeiten im Altenburger Land zu beraten. Auch dazu, wie man eine gute Bewerbung einreicht, kann man sich hier Tipps holen.

Pendeln und Familie sind manchmal nur schwer vereinbar

Unter den Wartenden am Eingang des Saals stehen zwei Männer aus Altenburg mit ihren Frauen, die offensichtlich etwas anderes erwartet haben. „Ich hatte gedacht, hier würden sich Unternehmen vorstellen“, sagt der eine. Seit vielen Jahren arbeiten beide für einen westdeutschen Arbeitgeber im Südwesten der Republik – etwa 360 Kilometer von ihrer Heimat und ihren Familien entfernt. Lieber wäre den beiden ein Job im Altenburger Land. „Regionale Unternehmen sind interessant. Aber das Angebot muss stimmen“, sagt einer der Männer.

Ein paar Meter weiter steht eine junge Frau, die ebenfalls auf Beratung wartet. Sie fährt täglich etwa 45 Minuten mit dem Auto, um ihre Arbeitsstelle zu erreichen. „Das lässt sich mit den familiären Pflichten nicht immer vereinbaren“, sagt die Altenburgerin, Mutter von drei Kindern. Gerne würde sie einen kaufmännischen Beruf in Altenburg ausüben. „Aber es ist schwer eine Stelle zu finden, auch über das Internet“, sagt sie. Deshalb sei sie heute hier.

Bis 2030 könnten 280 000 Fachkräfte in Thüringen fehlen

Arbeitnehmer wie sie soll der Pendlertag zurück in den Landkreis holen. Der Tag steht unter dem Motto „Schluss mit Pendeln und zurück in die Heimat“ und wird in dieser Form zum ersten Mal von der ThAFF in Altenburg organisiert. Auch in weiteren Thüringer Städten, wie Nordhausen, Pößneck oder Gera, finden ähnliche Veranstaltungen statt. „Bis jetzt kamen zu jeder Veranstaltung etwa 20 bis 25 Leute“, erzählt Patrick List, Referent bei der ThAFF. Stärker besucht ist dagegen die jährliche Messe, die zu Pfingsten in Erfurt stattfindet und Berufspendler ansprechen soll. Dort stellen sich auch einzelne Unternehmen vor, die neue Mitarbeiter suchen.

Der Bedarf an Fachkräften in Thüringen ist hoch. „Bis zum Jahr 2030 werden wir etwa 280 000 Fachkräfte im Freistaat brauchen“, erklärt List. Dabei pendeln etwa 124 000 Thüringer wöchentlich oder monatlich in andere Bundesländer oder ins Ausland, um zu arbeiten. Auch aus Altenburg seien etwa 13 000 Arbeitnehmer außerhalb des Landkreises angestellt.

Elke Lange, ebenfalls Referentin bei der ThAFF, und der stellvertretende Landrat Matthias Bergmann freuen sich über die Besucher. „Das ist in jeder Hinsicht eine positive Veranstaltung“, meint Bergmann.

Von Pia Siemer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

13 neue Fahrer sind derzeit in der Einarbeitung bei der Nahverkehrsgesellschaft Thüsac. Damit will das Unternehmen Einschnitten im Fahrplan vorbeugen, wie sie aufgrund des Fachkräftemangels bei den Leipziger Verkehrsbetrieben vorgenommen werden mussten.

15.09.2018

Die Sanierung der Schlossanlage Tannenfeld und ihr Umbau zu einem Pflegezentrum für Demenzkranke ist um ein weiteres Jahr auf Mai 2019 verschoben worden. Ein Grund ist, dass die Erfurter Firma PML nicht mehr als Betreiber zur Verfügung steht. Einen neuen Nutzer gibt es noch nicht. Die Investoren treffen sich am Sonnabend zum Dinner vor Ort.

15.09.2018

Insgesamt 46 neue Straßenschilder werden ab nächster Woche in den neuen Nobitzer Ortsteilen montiert. Hintergrund sind Namensdopplungen, die beseitigt werden müssen. Für eine Übergangszeit bleibt auch der alte Name zum Eingewöhnen noch hängen.

15.09.2018