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Personalprobleme erschweren Start ins Herbstsemester der Volkshochschule

Altenburger Land Personalprobleme erschweren Start ins Herbstsemester der Volkshochschule

Von Personalproblemen überschattet ist bei der Volkshochschule (VHS) Altenburger Land der Start ins neue Herbstsemester. Das wirkt umso tiefer, weil durch die Deutschkurse für Flüchtlinge der Arbeitsaufwand deutlich gestiegen ist. Im neuen Programmheft sind etwa 250 Angebote verankert. Sie bieten eine breite Palette an Fort- und Gesundheitsbildung.

An der Volkshochschule nehmen derzeit etwa 100 Flüchtlinge am Deutschunterricht teil.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Von Personalproblemen überschattet ist bei der Volkshochschule (VHS) Altenburger Land der Start ins neue Herbstsemester. Das wirkt umso tiefer, weil durch die Deutschkurse für Flüchtlinge der Arbeitsaufwand deutlich gestiegen ist.

Zumindest kann VHS-Leiterin Gudrun Pfeiffer etwas aufatmen. Seit Mitte Juli steht ihr mit der 32-jährigen Leipzigerin Jasmin Dettler eine pädagogische Mitarbeiterin zur Seite, die der Landkreis als Schulträger für einen erkrankten VHS-Mitarbeiter befristet eingestellt hat. Die pädagogische Stelle jener Kollegin, die Anfang des Jahres in den Ruhestand ging, ist jedoch noch immer verwaist. Warum, bleibt offen. „Ganz allgemein ist es so, dass vor der Besetzung einer Stelle die Organisation der jeweiligen Organisationseinheit überprüft werden muss. Aus diesem Grund können sich Stellenbesetzungen in die Länge ziehen“, antwortete am Freitag Landratsamt-Sprecher Tom Kleinfeld auf eine OVZ-Anfrage. „Wir sind um eine zeitnahe Lösung bemüht.“ Weitere Auskünfte gebe das Landratsamt nicht, weil es sich um ein laufendes Verfahren handele.

So lag das Gros der Arbeit fürs Herbstsemester-Programm bei der 53-jährigen Chefin der Erwachsenen-Bildungsstätte. Die zählt zudem drei Verwaltungsangestellte, von denen eine wegen Krankheit ebenfalls sechs Monate ausgefallen war. Kein Wunder, dass die VHS-Leiterin von einem Personalnotstand spricht, da von der sechsköpfigen Crew lange Zeit nur die Hälfte an Bord war.

Umso froher ist sie, dass der Kursplan fürs Herbstsemester, das am Montag beginnt, rechtzeitig fertig wurde. Allerdings sei in dieser Situation an eine Weiterentwicklung des Programms nicht zu denken gewesen. „Es war mir wichtig, den Status quo an den beiden Standorten in Altenburg und Schmölln zu erhalten.“ Interessenten können so in den sechs Bereichen Gesellschaft, Kultur, Gesundheit, Sprachen, Arbeit/Beruf und Grundbildung aus insgesamt 245 Kursangeboten wählen. Die VHS arbeitet mit etwa 150 Neben- und Freiberuflern zusammen, die als Kursleiter fungieren.

„Unser Tagesgeschäft wird durch die Integrationskurse für Immigranten beherrscht“, erläutert Pfeiffer. „Wir haben hier eine Verdreifachung der Zahlen zu 2015.“ Aktuell gibt es fünf Klassen mit etwa 100 Teilnehmern, die innerhalb von sieben Monaten die deutsche Sprache erlernen. Der Unterricht stoppte selbst im Sommer nicht. „Wir sehen unsere Aufgabe auch in der Beratung und Betreuung“, sagt die VHS-Chefin. So helfen ihre Mitarbeiter den Syrern, Eritreern oder Irakern, die nötige Papiere zu besorgen und Anträge auf finanzielle Hilfe zu stellen. Parallel zu diesem Aufwand laufen die Anmeldung und Beratung für die normalen Kurse. Pfeifer betont aber, dass die Arbeit mit den Flüchtlingen nicht zu Lasten der anderen Angebote geht. „Wir wollen eine breite Palette für die gesamte Bevölkerung offerieren.“

Bei den Integrationskursen geht die VHS auch neue Wege. Am Montag startete eine Gruppe, der zusätzlich zum Deutschunterricht am Nachmittag berufliche Praxis vor Augen geführt wird. Dazu arbeitet die VHS mit den Ausbildern Innova und AWA und dem Jobcenter zusammen. Die Flüchtlinge „sollen erste Vorstellungen über die Möglichkeiten des Arbeitsmarktes bekommen“, erklärt Pfeiffer. Die Schule sei auch dabei, die nächste Stufe zu entwickeln und künftig berufsbezogene Sprachkenntnisse zu vermitteln. Das soll den Zugang zu Beruf oder Studium erleichtern.

Allerdings ist die Bildungsstätte am Hospitalplatz an eine Grenze gestoßen. Bezüglich der Integrations- und Alphabetisierungskurse „sind unsere räumlichen und personellen Kapazitäten ausgereizt“, sagt Jasmin Dettler. Für die Integrationskurse stünden etwa 40 Personen auf der Warteliste, „auch bei den Alphabetisierungskursen für Migranten können wir die Nachfrage nicht befriedigen“. Die Fluchtwelle des vorigen Jahres lässt die Lernwilligen seit geraumer Zeit wachsen. Und „der Markt für Deutschlehrer ist abgegrast“, weiß Dettler. Hier würden Freiberufler gebraucht, denn so ein Kurs umfasse pro Woche 25 Unterrichtsstunden. Es gibt aber auch Lichtblicke. So konnte die VHS laut Pfeiffer einige neue Lehrkräfte gewinnen, darunter eine ehemalige Polin, die Deutschlehrerin ist.

Für die Integrationskurse erhält die VHS das Geld vom Bund. Ausgewiesen wird das im Haushalt-Posten Teilnehmergebühr, mit dem die VHS etwa ein Drittel ihrer Aufwendungen deckt. Im vorigen Jahr nahm die Schule von ihren Teilnehmern 230 000 Euro ein, erhielt vom Landkreis 250 000 Euro und vom Land Thüringen 150 000 Euro. Während 2015 die Gebühren in einigen Kursbereichen leicht stiegen, gibt es im neuen Semester keine Veränderungen.

Von Frank Prenzel

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