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Perspektivwechsel – neue Ausstellung mit Werken von Anthony Lowe

Museum Burg Posterstein Perspektivwechsel – neue Ausstellung mit Werken von Anthony Lowe

Anthony Lowe ist besonders für seine farbenprächtigen Städteporträts bekannt. Für seine neue Ausstellung im Museum Burg Posterstein beschäftigte er sich mit der Perspektive. Der in England geborene Künstler stellt Landschaften selten aus nur einer Perspektive dar. Doch für die Postersteiner Ausstellung experimentierte er.

Anthony Lowe vor seinem Altenburg-Panorama „Noddy Town“, das die Skatstadt aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt.

Quelle: Jens Paul Taubert

Posterstein. Anthony Lowe ist besonders für seine farbenprächtigen Städteporträts bekannt. Für seine neue Ausstellung im Museum Burg Posterstein beschäftigte er sich mit der Perspektive.

Der in England geborene Künstler stellt Landschaften selten aus nur einer Perspektive dar. Doch für die Postersteiner Ausstellung experimentierte er mit Bildern, die ihr Motiv auch von vier, fünf oder sechs Seiten gleichzeitig zeigen – oder mit Hilfe von Computerbearbeitung gleich als Kugel, so wie das New York-Panorama „The Vortex“.

„Eine ausgedehnte Perspektive in Bildern hat mich immer instinktiv interessiert, weil es theoretisch eine unendliche Abbildung der Welt erlaubt“, beschreibt Lowe den Grund für sein künstlerisches Interesse am Wechsel der Betrachtung. In Posterstein geht es dem Künstler darum, gewohnte Blickrichtungen zu überwinden und den Betrachter in einer multimedialen Ausstellung mit Bildern, Skulpturen und Installationen zu einem Wechsel der Perspektive einzuladen.

Mehrere der gezeigten Werke hat er extra für die Sonderausstellung gefertigt – darunter sein Porträt von zwei verschiedenen Seiten und ein „Drei-in-einem“-Städtepanorama, bei dem je nach Standpunkt des Betrachters Schmölln, Altenburg oder Meuselwitz zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt nicht nur Bilder, die ihre Motive aus verschiedenen Blickwinkeln sehen, sondern platziert die Werke auch an ungewöhnlichen Orten – wie zum Beispiel das Gemälde „Himmelsdecke Schlosskirche Altenburg“, das im Museum selbstverständlich auch an der Decke hängt.

Ein echter Blickfang ist die Installation „Ein Blick in den Brunnen reicht“, die einen Drohnenflug über Posterstein in ein mit Wasser gefülltes Bassin projiziert. Nach unten auf die Filmprojektion schauend, folgt der Betrachter dem ebenfalls von oben schauenden Kameraauge der Drohne und sieht Wiesen, Felder und Straßen.

Das größte in den beiden Postersteiner Ausstellungsräumen gezeigte Werk ist das Altenburg-Panorama „Noddy Town“. Lowe malte es mit Öl auf eine drei Meter lange, eigens dafür gefertigte Holzform, die sich an der umgekehrten Perspektivform („reverse perspective“) des britischen Künstlers Patrick Hughes orientiert. Durch die Erhebungen der Malfläche ergibt sich von allen Betrachtungswinkeln eine besondere Bildtiefe. Über die Faszination des Perspektivwechsels sagt Lowe: „In der Welt der Bilder gibt es viele, sehr viele Werkzeuge, die man benutzen kann, um diese anderen Konzepte und Welten sichtbar zu machen. Ich stehe aber nur am Anfang.“

Anthony Lowe, 1957 in London geboren, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Zürchau. Er studierte in Liverpool, Bristol und London am renommierten Royal College of Art sowie 1988/89 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. 1990 zog es ihn wieder nach Leipzig, dann nach Altenburg und schließlich nach Zürchau.

Sein wohl größtes Kunstwerk ist im historischen Flaschenturm des Residenzschlosses Altenburg zu finden: das 120 Quadratmeter großes Panorama „Von Eisenach bis zur Sächsischen Schweiz – 560 Kilometer in 20 Metern“.

Die Postersteiner Ausstellung „Perspektivwechsel – Influencing ways of seeing“ ist bis 5. November sehen.

Von Marlene Hofmann

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