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Altenburg Petrijünger sorgen in Pachtgewässern regelmäßig für Neubesatz
Region Altenburg Petrijünger sorgen in Pachtgewässern regelmäßig für Neubesatz
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18:51 21.08.2014
Seit der Gründung des Fockendorfer Angelfischervereins ist Andreas Nietzold dessen Vorsitzender. Fische bestimmen inzwischen auch sein Berufsleben. Fotos: Mario Jahn Quelle: Mario Jahn
fockendorf

Von marlies Neumann

"Damals waren wir 16 Gründungsmitglieder. Von denen sind heute noch neun im Verein", erinnert sich Andreas Nietzold, der von Beginn an Vorsitzender des Vereins ist. Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf 80 angestiegen.

"Wir wollten im Verein aber nicht nur angeln, sondern auch Verantwortung übernehmen", erzählt Nietzold. Deshalb hätten die Fockendorf Petrijünger das Stück Pleiße unterhalb der Staumauer bis hin zum Wehr unter ihre Fittiche genommen. Nach der Wende kam dann das große Erwachen. Gab es in der DDR ein Gesetz, hatte nun jedes Bundesland seine eigenen Bestimmungen. Um den Irrungen und Wirrungen zu entgehen, trat der Verein im Laufe der Jahre verschiedenen Verbänden bei, so auch dem von Sachsen-West. Denn die Nachbarn hatten den großen See in Pahna gepachtet, in dem die Fockendorfer angeln wollten. Doch die Angelfreunde mussten die Erfahrung machen, dass das nicht ideal war. "Schließlich haben wir den sächsischen Teil des kleinen Sees selbst gepachtet. Und als 2005 die Pacht für den großen Badesee neu ausgeschrieben war, haben wir uns dafür mit guten Ideen beworben", berichtet der Vereinschef.

Das Konzept der Fockendorfer, das unter anderem beinhaltet, die Badewasserqualität zu erhalten und vermehrt einheimische Fischarten wie Karpfen, Rotfädern oder Schleie in den See zu setzen, sicherte den ortsansässigen Anglern die Fischereirechte bis 2017. "Den Mitgliedern unseres Vereins stehen insgesamt vier Angelgewässer zur Verfügung. Da sind die zwei Seen im Erholungspark, ein kleiner Teich bei Serbitz sowie 17 Kilometer Pleiße von der Mühle Schelchwitz bis zur sächsischen Landesgrenze", so der Vereinschef, der derzeit selbst kaum noch dazu kommt, die Angel auszuwerfen.

Die Vereinsmitglieder, von denen fast die Hälfte Dauercamper in Pahna sind, bewirtschaften außerdem den ehemaligen Klärteich der Papierfabrik und den Rittergutsteich in Treben. "Der Klärteich ist unser Jugendteich. Da können die 14 Kinder und Jugendlichen, die zum Verein gehören, auch mal alleine die Angel auswerfen. Den Teich am Rittergut nutzen wir vor allem als Zuchtgewässer für Karpfen und Schleie. Außerdem dürfen dort die Kinder der AG Angeln aus der Regelschule ihr Glück versuchen. Und meistens beißen die Fische auch an", sagt Nietzold und lacht. Ins Leben gerufen haben die Fockendorfer Angler die Arbeitsgemeinschaft bereits 1999. Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Petrijünger derzeit keine Nachwuchssorgen haben.

Sorge bereitet ihnen allerdings die Unvernunft so mancher Mitmenschen. Denn als die Freizeitangler dachten, beim Besatz des großen Sees in Pahna alles im Griff zu haben, seien Krebse, Schildkröten und Welse aufgetaucht. Sie alle machten Jagd auf die Weißfische im See. "Dadurch sind unsere Fischbestände so weit zurückgegangen, dass wir gezwungen waren, größere Fische zu setzen", erzählt der Vereinschef. Zwar habe man vom Thüringer Landwirtschaftsministerium eine Ausnahmegenehmigung, alle Welse aus dem See zu holen. Doch Herr werde man der Sache wohl nie ganz werden, befürchtet er. Pro Jahr wendet der Verein bis zu 10 000 Euro auf, um neue Fische in seine Pachtgewässer zu bringen. Sobald sie ausgesetzt sind, sind die Tiere Wildfische und gehören allen.

Die Fische, die den Vereinsmitgliedern an die Haken gehen, dürfen nicht verkauft, sondern nur für den Eigenbedarf Verwendung finden. "Die Fische, die ich in meiner Räucherei verwende, kaufe ich", so Nietzold, der mit seiner Räucherei selbstständig ist.

Zum Vereinsleben gehöre aber nicht nur das Angeln. Neben den regelmäßigen Mitgliederversammlungen organisiert der Vereins seit mehr als 20 Jahren das beliebte Fischerfest im Erholungspark sowie ein jährliches Vereinsfest.

Neumann, Marlies

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