Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Petrijünger sorgen in Pachtgewässern regelmäßig für Neubesatz

Petrijünger sorgen in Pachtgewässern regelmäßig für Neubesatz

Im September 1989 schlossen sich die 15 Angler, die es damals im Ort gab, zum Fockendorfer Angelfischerverein zusammen. Bis dato waren sie alle in Vereinen in Altenburg, Thräna oder Regis-Breitingen organisiert.

Voriger Artikel
1000-jährige Eiche fürs erste gerettet
Nächster Artikel
"Bei uns kriegt man das Original"

Seit der Gründung des Fockendorfer Angelfischervereins ist Andreas Nietzold dessen Vorsitzender. Fische bestimmen inzwischen auch sein Berufsleben. Fotos: Mario Jahn

Quelle: Mario Jahn

fockendorf. Von marlies Neumann

 

"Damals waren wir 16 Gründungsmitglieder. Von denen sind heute noch neun im Verein", erinnert sich Andreas Nietzold, der von Beginn an Vorsitzender des Vereins ist. Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf 80 angestiegen.

 

"Wir wollten im Verein aber nicht nur angeln, sondern auch Verantwortung übernehmen", erzählt Nietzold. Deshalb hätten die Fockendorf Petrijünger das Stück Pleiße unterhalb der Staumauer bis hin zum Wehr unter ihre Fittiche genommen. Nach der Wende kam dann das große Erwachen. Gab es in der DDR ein Gesetz, hatte nun jedes Bundesland seine eigenen Bestimmungen. Um den Irrungen und Wirrungen zu entgehen, trat der Verein im Laufe der Jahre verschiedenen Verbänden bei, so auch dem von Sachsen-West. Denn die Nachbarn hatten den großen See in Pahna gepachtet, in dem die Fockendorfer angeln wollten. Doch die Angelfreunde mussten die Erfahrung machen, dass das nicht ideal war. "Schließlich haben wir den sächsischen Teil des kleinen Sees selbst gepachtet. Und als 2005 die Pacht für den großen Badesee neu ausgeschrieben war, haben wir uns dafür mit guten Ideen beworben", berichtet der Vereinschef.

 

Das Konzept der Fockendorfer, das unter anderem beinhaltet, die Badewasserqualität zu erhalten und vermehrt einheimische Fischarten wie Karpfen, Rotfädern oder Schleie in den See zu setzen, sicherte den ortsansässigen Anglern die Fischereirechte bis 2017. "Den Mitgliedern unseres Vereins stehen insgesamt vier Angelgewässer zur Verfügung. Da sind die zwei Seen im Erholungspark, ein kleiner Teich bei Serbitz sowie 17 Kilometer Pleiße von der Mühle Schelchwitz bis zur sächsischen Landesgrenze", so der Vereinschef, der derzeit selbst kaum noch dazu kommt, die Angel auszuwerfen.

 

Die Vereinsmitglieder, von denen fast die Hälfte Dauercamper in Pahna sind, bewirtschaften außerdem den ehemaligen Klärteich der Papierfabrik und den Rittergutsteich in Treben. "Der Klärteich ist unser Jugendteich. Da können die 14 Kinder und Jugendlichen, die zum Verein gehören, auch mal alleine die Angel auswerfen. Den Teich am Rittergut nutzen wir vor allem als Zuchtgewässer für Karpfen und Schleie. Außerdem dürfen dort die Kinder der AG Angeln aus der Regelschule ihr Glück versuchen. Und meistens beißen die Fische auch an", sagt Nietzold und lacht. Ins Leben gerufen haben die Fockendorfer Angler die Arbeitsgemeinschaft bereits 1999. Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Petrijünger derzeit keine Nachwuchssorgen haben.

 

Sorge bereitet ihnen allerdings die Unvernunft so mancher Mitmenschen. Denn als die Freizeitangler dachten, beim Besatz des großen Sees in Pahna alles im Griff zu haben, seien Krebse, Schildkröten und Welse aufgetaucht. Sie alle machten Jagd auf die Weißfische im See. "Dadurch sind unsere Fischbestände so weit zurückgegangen, dass wir gezwungen waren, größere Fische zu setzen", erzählt der Vereinschef. Zwar habe man vom Thüringer Landwirtschaftsministerium eine Ausnahmegenehmigung, alle Welse aus dem See zu holen. Doch Herr werde man der Sache wohl nie ganz werden, befürchtet er. Pro Jahr wendet der Verein bis zu 10 000 Euro auf, um neue Fische in seine Pachtgewässer zu bringen. Sobald sie ausgesetzt sind, sind die Tiere Wildfische und gehören allen.

 

Die Fische, die den Vereinsmitgliedern an die Haken gehen, dürfen nicht verkauft, sondern nur für den Eigenbedarf Verwendung finden. "Die Fische, die ich in meiner Räucherei verwende, kaufe ich", so Nietzold, der mit seiner Räucherei selbstständig ist.

 

Zum Vereinsleben gehöre aber nicht nur das Angeln. Neben den regelmäßigen Mitgliederversammlungen organisiert der Vereins seit mehr als 20 Jahren das beliebte Fischerfest im Erholungspark sowie ein jährliches Vereinsfest.

Neumann, Marlies

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr