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Pfarrer im Altenburger Land sind bei Homo-Ehe tolerant

Kirche und Religion Pfarrer im Altenburger Land sind bei Homo-Ehe tolerant

Evangelische Pfarrer in Leipzig proben den Aufstand gegen ihren Bischof wegen dessen Ablehnung der Homo-Ehe. Im Altenburger Land dürfen Geistliche gleichgeschlechtliche Partnerschaften segnen. Praktiziert wird das jedoch so gut wie nie.

Eine Ehe unter Männern – mit dieser Vorstellung tut die Kirche sich schwer.

Quelle: dpa

Altenburg. Evangelische Pfarrer in Leipzig proben den Aufstand gegen ihren Bischof Carsten Rentzing wegen des weitestgehend konservativen Erscheinungsbildes der Kirche. Vor allem dessen Ablehnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Ihre Amtskollegen im Altenburger Land halten sich mit Solidaritätsbekundungen für die Leipziger Pfarrer aber zurück, wie eine Umfrage der OVZ zutage förderte. Sie verweisen jedoch auf den bereits seit Jahren praktizierten liberalen Umgang mit der Home-Ehe in Thüringen.

Grundlage dafür ist vor allem der Beschluss der Landessynode der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, zu der der Landkreis gehört, die Stadt Leipzig aber nicht. Am 24. November 2012 beschloss die Synode, dass die Diskriminierung von Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften leben, unvereinbar mit dem christlichen Menschenbild sei. Auf diesen Beschluss verweist insbesondere Michael Wegner, der Superintendent des Kirchenkreises Altenburger Land, der sich ausdrücklich nicht zu den kirchenpolitischen Diskussionen in der sächsischen Landeskirche äußern möchte.

Homosexuelle Paare werden auch in Thüringen gesegnet

Mit seinem Verweis auf die liberalen Inhalte des Synodal-Beschlusses teilt Wegner zumindest indirekt die Forderungen der Leipziger Pfarrer nach mehr Toleranz. 2012 war für Thüringen ebenso festgelegt worden, dass homosexuelle Paare in der evangelischen Kirche mit einem Gottesdienst gesegnet werden.

Ist gegen die Ungleichbehandlung homosexueller PaarePfarrerin Elke Schenk,

Ist gegen die Ungleichbehandlung homosexueller Paare:Pfarrerin Elke Schenk,

Quelle: Mario Jahn

„Damit habe ich überhaupt keine Probleme“, erklärte Elke Schenk, die als Pfarrerin unter anderem für Gerstenberg, Treben, Windischleuba und Altenburg-Nord tätig ist. „Ich teile die Ansichten der Leipziger Pfarrer und bin gegen Diskriminierung und Ungleichbehandlung.“ Allerdings setzt Schenk eine Verbindung gleichgeschlechtlicher Paare mit der Ehe von Mann und Frau nicht gleich. Homo-Ehen würden daher lediglich gesegnet, das traditionelle Trauungsritual in der Kirche würde bei ihr nicht stattfinden. Allerdings sei an sie auch noch nie die Bitte von gleichgeschlechtlichen Paaren um eine Trauungszeremonie in ihrer Kirche herangetragen worden, sagte Schenk.

Auch Reinhard Kwaschik hatte bisher noch nie Gelegenheit, ein gleichgeschlechtliches Paar zu segnen. Er würde es aber tun, erklärte der geschäftsführende Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Altenburg, wenn die Chemie zwischen ihm und dem Paar stimme. „Ich mache das aber grundsätzlich nicht vom Geschlecht abhängig, sondern von der Beziehung, die in den Gesprächen entsteht.“

Hat noch nie ein gleichgeschlechtliches Paar gesegnet

Hat noch nie ein gleichgeschlechtliches Paar gesegnet: Pfarrer Reinhard Kwaschik .

Quelle: Mario Jahn

Gewinne er den Eindruck, dass die Menschen, die den Segen erbitten, den anderen wertschätzen und achten, habe er kein Problem auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren zu sagen: „Bis dass der Tod euch scheidet.“

Sexuelle Vorliebe sei genetisches Thema

Obwohl Kwaschik über Jahre Mitglied der sächsischen Landessynode war und das Thema bereits aus den 1980er-Jahren kennt, tat er sich schwer, sich zum Leipziger Streit zu äußern. „Es gehört aber zur evangelischen Kultur, dass man seine Meinung sagt“, erklärte er dennoch zum Vorstoß aus der Messestadt und plädierte insgesamt für eine liberalere Ausrichtung der Kirche. Der Streit drehe sich um die grundsätzliche Frage über die Auslegung der Bibel. „Gilt der Buchstabe oder der Geist?“ Für ihn gilt Letzteres. „Es geht um Wertachtung des Menschen.“ Schließlich sei die sexuelle Vorliebe ein genetisches Thema. „Man kann also nichts dazu und demzufolge auch nicht sagen: Du bist ein sündiger Mensch.“

Die Kirche sollte sich öffnen, findet Jugenddiakonin Susann Borowansky

Die Kirche sollte sich öffnen, findet Jugenddiakonin Susann Borowansky.

Quelle: Mario Jahn

Ähnlich sieht die Sache die Altenburger Jugenddiakonin Susann Borowansky: „Die Kirche sollte sich auf jeden Fall öffnen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften anerkennen. Bei uns gibt es zwar keinen Trauungsgottesdienst, aber Segnungen. Ich sehe das als ganz natürliche Geschichte.“ Daher habe sie auch kein Problem mit der Initiative der Leipziger Pfarrer.

Von Jens Rosenkranz und Thomas Haegeler

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