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Altenburg Pflegefamilien dringend gesucht
Region Altenburg Pflegefamilien dringend gesucht
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00:30 18.06.2015
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"Das ist nicht nur im Altenburger Land so, sondern ein deutschlandweiter Trend", betont Nowosatko.

Derzeit gibt es rund 70 Pflegefamilien im Kreis, im Schnitt werden jedes Jahr zehn bis 20 Kinder neu zu den Eltern auf Zeit vermittelt. Wie viele Familien fehlen, können die Mitarbeiter des Landratsamts nicht genau sagen. Fischer erklärt: "Die Zahl der unterzubringenden Kinder variiert. Deshalb kann man keine ideale Anzahl an Pflegefamilien nennen." Sie würde sich aber wünschen, dass es einen Stamm von etwa 20 potenziellen Familien gebe, die bereit sind, ein Kind aufzunehmen. "Es kommt aktuell häufiger vor, dass selbst Kleinkinder in der Heimerziehung leben müssen, da nicht genügend Pflegefamilien vorhanden sind", begründet sie. Dabei werde versucht, vor allem jüngere Kinder in Pflegefamilien unterzubringen. Rund 45 Prozent aller Mädchen und Jungen, die nicht mehr bei ihren eigenen Eltern leben können, wohnen im Kreis bei Pflegefamilien. Die restlichen leben in Heimen oder anderen stationären Unterbringungen.

Warum die Bewerberzahlen zurückgehen, kann Fischer nur mutmaßen: "Heutzutage haben Kinder oftmals solche Probleme, denen eine normale Pflegefamilie ohne fachliche Kenntnisse nicht gerecht werden kann." Die Kinder, die bei Pflegeeltern untergebracht werden müssen, wurden in den Jahren zuvor von den eigenen Eltern vernachlässigt, haben mitunter auch Missbrauch erlebt. "Hauptproblematik im vorigen Jahr war Überforderung der meist alleinerziehenden Mütter mit psychischen Problemen und Drogenkonsum", sagt Fischer. Sie bezeichnet aber auch die gesellschaftliche Stellung von Pflegefamilien als einen Grund, warum die Motivation bei Interessenten abnimmt. Dabei würden aus ihrer Erfahrung die Familien, die ein Kind dauerhaft oder kurzzeitig bei sich aufnehmen, dies als Bereicherung empfinden. Nur in gut ein bis zwei Fällen im Jahr scheitert ein Pflegeverhältnis im Landkreis. "Das ist ein sehr guter Wert. In anderen Kreisen liegt die Zahl höher", sagt Nowosatko.

Im Landkreis wird sich die Situation in den kommenden Jahren noch verschärfen. "Es wird einen höheren Bedarf an Pflegefamilien geben, weil im Altenburger Land viele Pflegeeltern bereits im fortgeschrittenen Alter sind. Diese werden wir altersbedingt ersetzen müssen", blickt Nowosatko voraus. Um weitere Familien für diese Art des gesellschaftlichen Engagements zu begeistern, informiert das Landratsamt regelmäßig im Amtsblatt oder veranstaltet Informationsabende. "Das Beste ist aber, wenn die Pflegeeltern über ihre guten Erfahrungen berichten und andere zum Nachdenken anregen", meint Martina Fischer. © Kommentar Seite 11

Jenifer Hochhaus

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