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Philharmonisches Konzert verwöhnt in Altenburg mit Werken russischer Komponisten

Delikater Klangzauber Philharmonisches Konzert verwöhnt in Altenburg mit Werken russischer Komponisten

Das Altenburger Konzertpublikum, nicht gerade mannschaftsstark, musste nach der grandiosen Eröffnung der Saison mit dem Schlosskonzert und der Molter-Ehrung Ende September lange auf eine Fortsetzung warten. Am Wochenende erfolgte diese nun endlich mit dem 3. Philharmonischen Konzert nach Geraer Zeitrechnung

Fein dosierter und trennscharfer Anschlag: Pianist Hardy Rittner (2.v.r.).

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Generalmusikdirektor Laurent Wagner hatte einen Abend geplant mit einem weiten musikalischen Panorama russischer Werke vor und nach der Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert und durchaus mit Raritäten gespickt. Eine musikalische Rarität zu sein, trifft weniger auf Peter Tschaikowskys Streicherserenade op.48 zu, mit deren Walzer viele in ihrem musikalischen Gedächtnis aufwarten können, sondern eher auf das Klavierkonz op. 20 von Alexander Skrjabin (1872-1915), seinem ersten Orchesterwerk, und auf die „Sinfonischen Tänze“ op.45 von Sergej Rachmaninow (1873-1943), seiner letzten Komposition. So war die Erwartung im Publikum nicht allzu groß – und die Erfüllung um so mehr. Alle drei Werke sind unterschiedlich klangschön und eher lyrisch denn rhythmisch kraftvoll angelegt, und Laurent Wagner führte sein Orchester mit Souveränität und technischem Vermögen zu mustergültigen Interpretationen mit delikatem Klangzauber aller drei Werke.

Für die große Streichergruppe des Philharmonischen Orchesters ist Tschaikowskys vierteilige Serenade ein wohl vertrautes Werk. Damit Routine bei der Interpretation nicht überwiegt, ging der Dirigent dieses Werk mit kraftvoller Intensität an, forderte freudvolles Musizieren aller Themen und der vier Sätze, die in strahlendem Dur stehen. Das überzeugte.

Alexander Skrjabin wird nicht auf Anhieb mit gefälliger Musik in Verbindung gebracht. Das hat sich vielleicht mit dem Konzert in Altenburg geändert. Sein Klavierkonzert war für den noch jungen aber schon sehr erfolgreichen Solisten Hardy Rittner wie für das Orchester völliges Neuland – für das Publikum, wie schon erwähnt – auch. Am meisten war man überrascht von der poetischen Klangsprache dieses Werkes, von einer gewissen improvisatorischen Leichtigkeit, wo man vielleicht eher kraftvolle Dramatik erwartet hatte, wie sie im letzten Satz deutlich wurde. Die ziemlich eindeutig gezeichneten Themen werden nicht eigentlich im klassischen Sinne verarbeitet, sondern eher nur „durchleuchtet“. Das stellte an den Solisten, der 2009 und 2010 schon zweimal den Klassik-Echo erhalten hat, höchste Anforderungen, an Dirigenten und Orchester auch.

Hardy Rittner tastete sich ohne brachial-virtuose Gebärde in den ersten Satz hinein. Sein Anschlag ist fein dosiert und trennscharf.

Im Schlusssatz steigerte er sich in die ziemlich ekstatische Dynamik. Fast nicht enden wollender Beifall feierte ein sehr erfolgreiches Debüt. Seine Zugabe, eine Etüde von Skrjabin, technisch hervorragend serviert, klang sehr nach Chopin.

Sergej Rachmaninows letztes Orchesterwerk „Sinfonische Tänze“ hörte man hier in Altenburg Open Air vor wenigen Jahren im Programm des Musikfestivals, dargeboten von 140 Musikerinnen und Musikern des Waliser Jugendorchesters.

„Dieses Werk schätze ich als mein bestes ein“, sagte er einmal nach einer kritischen Überprüfung seiner Werke.. Das Philharmonische Orchester und sein Chef Laurent Wagner interpretierten es so, als wäre es das Beste. Jubelnder Beifall, der sich sehr in die Länge zog.

Von Manfred Hainich

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