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Altenburg Pick stellt sich Wintersdorfer Vorwürfen
Region Altenburg Pick stellt sich Wintersdorfer Vorwürfen
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15:15 27.03.2018
Die Gröbaer Straße in Wintersdorf ist eine von mehreren Trassen, die im Meuselwitzer Ortsteil dringend auf Vordermann gebracht werden müssen. Quelle: Mario Jahn
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Wintersdorf

Dass es in der Beziehung zwischen Meuselwitz und Wintersdorf seit geraumer Zeit teils tüchtig knirscht, ist kein Geheimnis. Gerade in den Stadtratssitzungen treten die Gräben regelmäßig zutage. Da konnte es als Zeichen gewertet werden, dass Bürgermeister Udo Pick (BfM) am Dienstagabend bereits zum zweiten Mal eine Sitzung des Wintersdorfer Ortsteilrates besuchte.

Und zu klären gab es einiges: Einen 19 Seiten starken Katalog hatte Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann (UWG) vorbereitet. Insbesondere zu zahlreichen Problemfeldern, die bereits im Zuge einer gemeinsamen Ortsbegehung im Sommer thematisiert worden waren, wollten die Ortsteilräte Informationen von Pick – und sparten dabei auch nicht mit Kritik an der Meuselwitzer Verwaltung.

Gleich mehrere Bau- und Sanierungsvorhaben seien anhängig, bilanzierte Reimann. Neben nötigen Reparaturen an der Treppe vor dem ehemaligen Gemeindeamt und der nach wie vor drängenden Herrichtung der Gröbaer Straße seien auch Arbeiten am Weg von der Kita „Dr. G. Ullrich“ zur Turnhalle geboten.

All das habe man im Blick, versicherte Pick. An anderer Stelle gehe es bereits voran. So solle sich im November eine Fachfirma dem losen Pflaster am Bäckerplatz annehmen, auch um die Löcher in der sogenannten „Stalinallee“ wolle man sich kümmern. „Hier ist eine Firma gefunden, der Verantwortliche derzeit aber nicht zu fassen.“ Was die anderen Maßnahmen betreffe, könne man erst tätig werden, wenn der Nachtragshaushalt für 2017 genehmigt sei. Über den weiteren Ablauf werde er zügig informieren, wenn konkretere Aussagen möglich seien.

Das sei in seinen Augen zu wenig, hielt Thomas Reimann dagegen. Man dürfe die Zeit bis zur Genehmigung nicht untätig verstreichen lassen. „Es braucht doch schon Pläne, man muss zwischenzeitlich die Maßnahmen vorbereiten“, appellierte er an das Stadtoberhaupt.

Ohnehin seien die Verantwortlichen in der Verwaltung teils zu passiv, so Reimann. Das zeige sich seiner Meinung nach insbesondere beim Umgang mit den leerstehenden und verfallenden Gebäuden in der Vater-Jahn-Straße, der Rositzer Straße und an der Teichmühle. Hier werde man teils seit über einem Jahr nicht über den Sachstand informiert, kritisierte er, es geschehe nichts.

Er werde in allen drei Fällen noch einmal verstärkt nachfassen, versicherte Pick. Ungeachtet dessen würden die Objekte durch die Behörden überwacht, der Zustand regelmäßig überprüft. „Es finden Begehungen statt, um die Situation festzustellen.“

Das reiche nicht aus, mahnte Klaus-Peter Liefländer an. „Wenn der Zustand so schlecht ist wie in der Vater-Jahn-Straße, muss das Ordnungsamt doch handeln“, forderte er. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis dort etwas passiere, nicht zuletzt, da das Gebäude regelmäßig von Kindern auf ihrem Schulweg passiert wird.

Unmut wurde auch über die in den Augen des Ortsteilrats mangelnde Grünflächenpflege der Stadt laut. Der von der Stadt ausgereichte Pflegeplan sei „vorne und hinten nicht zu gebrauchen“, bilanzierte Reimann. „Bei fast allen Flächen ist vermerkt, dass die Pflege nur ,bei Bedarf’ erfolgt. Wie soll man denn so die Leistungen kontrollieren und abrechnen?“, wollte Reimann wissen.

Trotz aller Kritik – als Tribunal wollte Reimann den Besuch Picks nicht verstanden wissen. „Es geht hier nicht um Stunk“, betonte er. Nach wie vor stünde er für Ratschläge und Unterstützung zur Verfügung. „Wintersdorf ist bereit zu helfen.“ Er hoffe, dass die Zusammenarbeit künftig leistungs- und zielorientierter werde, sich der Umgang bessere – nicht zuletzt in den Sitzungen des Meuselwitzer Stadtrats.

Von Bastian Fischer

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