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Picks klarer Sieg in Meuselwitz löst Überraschung und Skepsis aus

Bürgermeister-Wahl Picks klarer Sieg in Meuselwitz löst Überraschung und Skepsis aus

Auf Wahlergebnisse gibt es erwartungsgemäß unterschiedliche Reaktionen in der politischen Landschaft. Nicht anders ist das nach dem zweiten Urnengang zur Wahl des Meuselwitzer Bürgermeisters. Aus dem ist Udo Pick am Sonntagabend als Sieger hervorging. Seinen offiziellen Amtsantritt kündigte er am Montag für den 1. Februar an.

Hat gut Lachen: Udo Pick mit seiner Frau Ina Merkel nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Der 43-Jährige ist der neue Meuselwitzer Bürgermeister.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Der Kandidat der Bürger für Meuselwitz (BfM) hatte sich – wie berichtet – unerwartet deutlich gegen seinen Kontrahenten, den Einzelkandidaten Klaus-Peter Liefländer, durchgesetzt.

Lutz Hempel

Lutz Hempel

Quelle: Mario Jahn

„Wir waren vom Wahlergebnis unseres Kandidaten bei der Stichwahl positiv überrascht. Damit sind wir zufrieden“, sagt Lutz Hempel, Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender der Gruppierung BfM, auf Anfrage. Pick sei vom bürgerlichen Lager in Meuselwitz nominiert worden, weil man davon überzeugt gewesen sei, dass er das Zeug hat, die Wahl zu gewinnen. „Aber keiner von uns hat damit gerechnet, dass er fast 600 Stimmen mehr bekommt als Liefländer“, so Hempel, der betont, dass sich Pick und seine Unterstützer im Wahlkampf nicht verstellt hätten. Der BfM-Chef ist davon überzeugt, dass sich die Bürger für den 43-Jährigen entschieden haben, weil sie ihn als sachlichen und soliden Menschen kennen würden. Deshalb sei auch kein so intensiver Wahlkampf betrieben worden, wie von Gegenkandidat Liefländer. Man habe sich auf das Wesentliche beschränkt.

Roland Grötzsch

Roland Grötzsch.

Quelle: Marlies Neumann

Die Meuselwitzer Linken, die seit der Wende erstmals keinen eigenen Bewerber aufstellten, hätten auf den Wahlsieg von Pick gehofft, sagt ihr Ortsvorsitzender Roland Grötzsch unumwunden. „Ihm trauen wir zu, dass er im Stadtrat eher einen Konsens hinbekommt als Liefländer. Der hat in der Vergangenheit sehr massiv gegen die Verwaltung geschossen und die Mitarbeiter mit seinen ständigen Anfragen beschäftigt“, sagt der Linken-Ortschef. Mit Pick werde sich das Klima im Stadtrat deutlich verbessern, ist er überzeugt. „Für mich war die Wahl von Udo Pick eine Personenwahl. Da spielten beim Wähler vor allem persönliche Befindlichkeiten und nicht die fachlichen Fähigkeiten eine Rolle“, so die Meinung von Grötzsch.

Thomas Eckhardt

Thomas Eckhardt

Quelle: Mario Jahn

„Auch wenn es durch die Wahl von Udo Pick, dem wir gratulieren, amtlich ist, dass wir in Meuselwitz jetzt wieder einen hauptamtlichen Bürgermeister haben, wird es nun auch eine Schattenbürgermeisterin geben“, meint Thomas Eckardt, Ortsvereinsvorsitzender der Meuselwitzer Sozialdemokraten. Es sei davon auszugehen, dass die Ex-Bürgermeisterin Barbara Golder (CDU) wieder öfter im Rathaus anzutreffen sein wird. Die Arroganz und Verlogenheit der CDU habe die Hintertür ins Rathaus gefunden und genutzt. „Bleibt uns nur noch Udo Pick zu wünschen, dass er sich von dem Spinnennetz der CDU lösen kann und die Erwartungen, die seine Wähler in ihn haben, auch erfüllt“, so der SPD-Ortsvorsitzende. Dem neuen Bürgermeister obliege es nun, die Gräben zwischen der Kernstadt und den Ortsteilen zu schließen. Ebenso sei er nunmehr der Vermittler und Schlichter zwischen den Stadträten. „Gespannt sind wir zudem auf die Vorschläge zur Bewältigung der Asyl-Problematik und der zukünftigen Gebietsreform. Es bleibt abzuwarten, ob ihm diese Aufgaben gelingen werden oder ob aus der Golder-Ära eine Golder-Ära 2.0 wird“, meint Eckardt.

Thomas Reimann

Thomas Reimann

Quelle: Mario Jahn

Zurückhaltender zum Ausgang der Stichwahl äußerte sich Thomas Reimann, Vorsitzender der Unabhängigen Wählergemeinschaft Wintersdorf (UWW), für die Einzelkandidat Liefländer im Stadtrat sitzt. „Mein Dank gilt den über 2000 Wählern, die ihre Stimme für eine Veränderung in der Meuselwitzer Politik abgegeben haben. Es hat leider nicht gereicht, macht aber den Willen zur Veränderung und das Vertrauen in den Kandidaten Klaus- Peter Liefländer deutlich“, schätzt Reimann das Wahlergebnis ein. Echte Sorge um einen Neuanfang in Meuselwitz würden ihm einige politische Kräfte bereiten, die auf der „Wahlgewinnerwelle“ mitschwimmen, wie zum Beispiel Zurückgetretene, echte Wahlverlierer oder ewig Gestrige, so Reimann weiter. Nicht nur diese, sondern auch die Vielfalt der anderen zu lösenden Aufgaben würden einen starken Bürgermeister erfordern. „Wir werden seine Arbeit kritisch begleiten, und wenn wir den echten Willen zur Veränderung spüren, natürlich auch tatkräftig helfen“, erklärt er.

Fred Reichel

Fred Reichel

Quelle: Mario Jahn

Der CDU-Ortsvereinschef Fred Reichel, der im ersten Wahlgang zur Neuwahl des Bürgermeisters eine herbe Niederlage erlitt, zeigt sich vom klaren Sieg des BfM-Mannes überrascht. „Damit hatte ich nicht gerechnet, aber diese deutliche Entscheidung haben die Wähler getroffen“, gibt er zu Protokoll. Der Vorstand der Meuselwitzer Christdemokraten sowie die CDU-Stadtratsfraktion würden Pick zusichern, auch weiterhin eng mit ihm und den Bürgern für Meuselwitz zusammenzuarbeiten, wenn es um das Wohl der Stadt gehe.

Von Marlies Neumann

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