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Altenburg Piraten wollen in Parlamente
Region Altenburg Piraten wollen in Parlamente
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21:00 19.01.2014
Alte und neue Piraten-Chefin des Altenburger Landes: Jessica Förster. Quelle: Mario Jahn

Einziges neues Gesicht ist Generalsekretär Peter Hischer (61). Zudem kündigte die Führungsriege einen kurzen, aber knackigen Wahlkampf mit Konzentration auf drei bis fünf Kernthemen an.

Die Piraten-Versammlung fiel gleich in mehrfacher Hinsicht aus der Rolle. Glänzte der Kreisverband in den bisherigen zwei Jahren vornehmlich durch interne Querelen und chaotische Mammutsitzungen, präsentierte man sich vorgestern aufgeräumt und arbeitete die Tagesordnung binnen gut anderthalb Stunden zügig ab. Allerdings stand auf dieser außer dem Rückblick auf 2013 und den Tätigkeitsberichten des Vorstands auch nichts weiter als dessen Neuwahl. Bemerkenswert war wiederum, dass es erstmals für fast alle Ämter mehr als einen Kandidaten gab.

Kurze Zeit roch es im Hinterzimmer des Brühl 7 nach einem Machtwechsel. Grund: Neu-Pirat Carsten Todt (28) entschied sich kurzfristig, für den Chefposten zu kandidieren, weil die Kreisvorsitzende Jessica Förster (26) wegen einer Lungenembolie fehlte und deshalb leise Zweifel anmelden ließ, ob sie den Führungsjob weitermachen könne. Doch die acht anwesenden der insgesamt 31 Kreisverbandsmitglieder sprachen ihr mit klarer Mehrheit (acht Stimmen, eine für Todt) weiterhin das Vertrauen aus. Per Telefon nahm Förster, die voraussichtlich noch bis Ende der Woche im Krankenhaus liegt, wenig später die Wahl an.

Auch Stellvertreter Jörg Burkhardt setzte sich souveräner als im Vorjahr durch. Der 42-Jährige erhielt sechs Stimmen bei einer Enthaltung, während sich drei Mitglieder für Holger Peckmann aussprachen. Der 46-Jährige Peckmann ließ anschließend dank fünf Befürwortern Hischer und Todt hinter sich und bleibt damit politischer Geschäftsführer. Auch Schatzmeister Daniel Brumme (39) wurde wiedergewählt - und zwar einstimmig. Richtig knapp wurde es zwischen Hischer und Todt um den Posten des Generalsekretärs, den sich der 61-Jährige mit sechs zu fünf Stimmen holte und damit den in der Versenkung verschwundenen Mirko Baumgarten (27) ersetzt.

Bei den Tätigkeitsberichten und dem Rückblick stand - neben administrativen Aufgaben und klassischer Vorstandsarbeit - vor allem die Manöverkritik der Bundestagswahl im Vordergrund. "Ich habe den persönlichen und geistigen Arbeitsaufwand der Wahl unterschätzt", sagte Peckmann, der als Direktkandidat mit 2,8 Prozent im Kreis stärker war als die Partei (2,2 Prozent). Das sei extrem gewesen. "Mein Kopf war nur noch mit Politik voll. Deshalb ziehe ich den Hut vor allen anderen Kandidaten." Als Lehre zog er daraus: "Unser Wahlprogramm war überfrachtet und schwer rüberzubringen." Er sei fürs erste Mal zufrieden und unzufrieden zugleich. "Wir haben mehr Möglichkeiten. Aber wenn wir alles wie bisher machen, wird auch alles so bleiben."

Zugleich appellierten er und Burkhardt an die Basis, sich mehr einzubringen. "Jeder muss sich bewegen, wenn wir einen oder zwei Sitze im Kreistag und im Stadtrat haben wollen", so Peckmann und der Vize-Kreischef ergänzte: "Wir müssen mehr auf die Jugend eingehen und Vertrauen wiedergewinnen." Um das zu schaffen, einigte man sich auf mehr Infostände, auch außerhalb der Wahl, und auf drei bis fünf Kernthemen. "Die haben sich im Vorstand bereits herauskristallisiert, aber wir müssen sie noch mit der Basis abstimmen", sagte Peckmann, der ankündigte, für den Kreis- und Landtag kandidieren zu wollen. Verkünden wolle man diese zur Aufstellungsversammlung am 1. März. "Wir wollen einen kurzen, knackigen Wahlkampf." © Kommentar

Thomas Haegeler

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