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Pläne für Lindenau-Museum stoßen im Altenburger Land auf geteiltes Echo

Kritik und Zustimmung Pläne für Lindenau-Museum stoßen im Altenburger Land auf geteiltes Echo

Die von Direktor Roland Krischke präsentierten Zukunftspläne für das Lindenau-Museum sind im Kreistag auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während die Fraktionen die Mitnutzung des Marstalls und den Umbau des Hauses als nötig erachten, sieht die Mehrheit die Finanzierbarkeit als problematisch an.

Die Pläne von Direktor Roland Krischke, das Lindenau-Museum zu einem Leuchtturm an der Blauen Flut zu machen, stoßen im Kreistag auf ein geteiltes Echo.

Quelle: dpa

Altenburg. Die von Direktor Roland Krischke präsentierten Zukunftspläne für das Lindenau-Museum sind im Kreistag auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während die Fraktionen die Mitnutzung des Marstalls und den Umbau des Hauses oder zumindest Teile davon auf breiter Front als nötig erachten, sieht die Mehrheit die Finanzierbarkeit als problematisch an. Daher werden die Rufe nach konkreten Zusagen und auch nach erhöhten Betriebskostenzuschüssen durch das Land immer lauter. Gut 28 Millionen Euro veranschlagt Krischke für das Gesamtpaket aus „geisteswissenschaftlicher Sicht“. Als problematisch sehen einige Kreisräte zudem, dass sie nicht vorab von Landrätin Michaele Sojka (Linke) über Inhalte des neuen Konzepts informiert wurden.

CDU: Woher soll Eigenanteil kommen?

„Die Ansätze, Dinge auszulagern, sehe ich positiv, und da ist auch der Marstall interessant“, sagte etwa CDU-Fraktionschef Uwe Melzer, der auch nicht vor der Summe an Geld erschreckt. „Aber ich finde es nicht gut, dass vorab nicht mit dem Kreistag gesprochen wurde.“ Vor allem vor dem Hintergrund, dass hier Mehrheiten für die Finanzierung gebraucht würden. „Bei Kosten von 28 bis 30 Millionen Euro sind das bei Städtebauförderung von maximal 85 Prozent etwa 4,5 Millionen Euro Eigenanteil“, rechnet der Christdemokrat vor und fragt: „Wo will Frau Sojka das hernehmen?

Die Pläne von Direktor Roland Krischke, das Lindenau-Museum zu einem Leuchtturm an der Blauen Flut zu machen, stoßen im Kreistag auf ein geteil

Die Pläne von Direktor Roland Krischke, das Lindenau-Museum zu einem Leuchtturm an der Blauen Flut zu machen, stoßen im Kreistag auf ein geteiltes Echo.

Quelle: Mario Jahn

Wenn der Kreistag am Ende, aus welchem Grund auch immer, ablehnt, geht das schief.“ Er habe keine Lust, dass die Kreisräte hier einmal mehr zu Buhmännern gemacht werden sollen. „Eine solche Verfahrensweise gefährdet Dinge mehr, als dass sie sie befördert.“ Die positiven Signale in puncto Finanzierung seitens des Landes und des Bundes höre er schon seit Jahren, allein es geschehe nichts.

Das geht Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf, der auch im Kreistag sitzt, nicht anders. „Nun muss der Freistaat aktiv an einem konkreten Finanzierungsvertrag arbeiten“, forderte der SPD-Politiker daher angesichts der jüngsten Besuche von Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke). Der Worte seien genug gefallen. „Ich begrüße das Vorhaben, wenn es zu Investitionen in die Infrastruktur führt und diese verbessert. Allerdings ist auch klar, dass wir dafür einen langen Atem werden haben müssen.“ Und wieder zurück in seiner Rolle als OB, fügte er an: „Jeder, der größere Flächen im Marstall haben will, muss seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.“ Denn neben den Heiz- und Betriebskosten werde auch eine entsprechende Kulturmiete dafür fällig.

Linke fordert höhere Landeszuschüsse

Die Folgekosten beschäftigen auch die Linke im Kreistag am meisten. „Die größte Sorge, dass es der Kreis nicht stemmen kann, bereiten mir die Betriebskosten nach der Sanierung“, erklärte Fraktionschef Ralf Plötner. „Da muss das Land seine Zuschüsse erhöhen, wobei man auch den Bund nicht ganz vergessen sollte.“ Auch wenn er es positiv finde, dass Stadt Altenburg und Kreis hier zusammenarbeiten, stehe über dem geplanten Finanzierungsmodell als Stiftung ein Fragezeichen. „Da frage ich mich, wie man die öffentliche Mitbestimmung gewährleisten will.“ Ansonsten sei der Investitionsbedarf für Sanitäreinrichtungen, Depots oder auch die Barrierefreiheit schon länger bekannt und unumstritten. Auch das könne der Kreis nicht alleine stemmen und brauche daher Hilfe von Land und Bund. „Es gibt zwar positive Signale, aber nichts Handfestes.“

Viel zu vage und zum Teil auch fragwürdig findet hingegen Volker Schemmel die Pläne. „Bestimmte Dinge, wie die Erweiterung der Depots oder auch die Barrierefreiheit, sind unumgänglich“, so der stellvertretende SPD-Fraktionschef, der auch monierte, nicht informiert worden zu sein. „Aber der ebenerdige Durchbruch neben dem Eingang ist unausgegoren.“ Überhaupt könne er mit der Kostenschätzung von knapp 30 Millionen Euro aus Krischkes „geisteswissenschaftlicher Sicht“ nichts anfangen. „Da hätten wir gern eine Kostenschätzung aus naturwissenschaftlicher Sicht.“ Diese sollte zudem auf verschiedene Bauabschnitte aufgeteilt werden. „Ad hoc und auf einmal ist das nie und nimmer zu stemmen.“

Regionale finden Visionen gut

Das sieht der Vorsitzende der Fraktion der Regionalen, Klaus-Peter Liefländer, anders. „Ich finde, man muss Visionen haben und es ist angenehm, dass wir jemanden im Lindenau-Museum haben, der diese mitbringt“, erklärte er. „Ob es umsetzbar ist, kann man nicht sagen, das weiß ich auch nicht.“ Fest stehe aber, dass das Lindenau-Museum einer der kulturellen Leuchttürme in der Bundesrepublik sei. „Es ist viel zu lange vernachlässigt worden.“ Auch sehe er, dass Altenburg mit einem solchen Konzept beim Tourismusmarketing ein ganzes Stück in die richtige Richtung vorankomme. „Auch wenn vielleicht nicht alles finanziell umsetzbar ist.“

Ähnlich hatte sich auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bei seinem Besuch vor knapp zwei Wochen geäußert und gesagt, dass man an dem von Hoff gesendeten positiven Signal festhalte (die OVZ berichtete). Auch der Altenburger CDU-Landtagsabgeordnete und Kreisrat Christoph Zippel begrüßte Krischkes Pläne, über die er sich bei einem separaten Besuch informieren ließ. Zudem versprach der Vorsitzende des Kreistagsausschusses für Schule, Kultur und Sport, diese in einer der nächsten Sitzungen zu thematisieren.

Von Thomas Haegeler

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