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Pokémon-Jäger hinterlassen Spuren – Ärger wegen Müll und Lärm

Altenburg Pokémon-Jäger hinterlassen Spuren – Ärger wegen Müll und Lärm

Der Vorplatz des Altenburger Stadtarchivs an der Zufahrt zwischen Teehaus und Schloss erfreut sich bei Pokémon-Jägern besonderer Beliebtheit. Die Spieler sitzen oft stundenlang beieinander, haben teilweise Stühle und Verpflegung mitgebracht. Der anfallende Müll sorgt jedoch bei Anwohnern und Passanten für Unmut.

Altenburg. Der Vorplatz des Altenburger Stadtarchivs an der Zufahrt zwischen Teehaus und Schloss erfreut sich bei Pokémon-Jägern besonderer Beliebtheit (die OVZ berichtete). Denn gleich drei der sogenannten Poké-Stops – Orte, an denen Spieler neue Gegenstände und mehr Taschenmonster finden können – sind auf kleinem Raum platziert. Entsprechend viel Trubel herrscht dort Tag für Tag, besonders in den Nachmittags- und Abendstunden. Die Spieler sitzen oft stundenlang beieinander, haben teilweise Stühle und Verpflegung mitgebracht.

Was für die jungen Leute ein großes Happening ist, sorgt seit geraumer Zeit bei Anwohnern und Passanten für Unmut und bei der Schloss- beziehungsweise Stadtverwaltung für zusätzlichen Arbeitsaufwand. Die Fahrzeuge, in denen Eltern ihre Kinder dorthin kutschieren, verstellen schon mal alle ausgewiesenen Parkplätze, moniert ein OVZ-Leser, der seinen Namen nicht nennen möchte. Oft würden die Kinder dann stundenlang im Fahrzeug sitzen und wohl eher Pokémon-Drive statt Pokémon-Go spielen. Laute Musik und das Umfunktionieren des Schlossparks zur öffentlichen Toilette nerve zudem.

Lärm sei eher nicht so sehr das Problem, aber die Hinterlassenschaften der Pokémon-Jäger schon, erklärt der Chef der Schlossverwaltung, Thomas Knechtel, auf Anfrage. Leere Pizza-Kartons, leere Flaschen und jede Menge anderer Müll verschandeln allmorgendlich das Areal. „Uns blieb nichts anderes übrig, als Mitarbeiter der Hausverwaltung mit der Beseitigung zu beauftragen. Denn die Touristen interessiert es herzlich wenig, wer für den Dreck verantwortlich ist“, so Knechtel. Seit nunmehr schon vier Wochen seien zwei Leute täglich zwischen 6.30 und 7 Uhr damit beschäftigt, aufzuräumen: die Hinterlassenschaften auf der Wiese einzusammeln, die vollgestopften Papierkörbe zu leeren und den Unrat daneben einzusammeln.

Da das Areal aber eigentlich der Stadt gehört, wurde das Aufräumen inzwischen dem städtischen Bauhof übertragen. „Eigentlich leeren wir die Papierkörbe hier bedarfsgerecht zweimal pro Woche, jetzt müssen leider wir öfter ran“, so der Referatsleiter Stadtwirtschaft, Denis Anders. Täglich sei aber nicht zu schaffen. Denn nur fünf bis sechs Leuten stehen für das gesamte Stadtgebiet zur Verfügung – um anderer Leute Dreck wegzumachen.

Zumindest soll ein weiterer Papierkorb die Situation entschärfen helfen. Nur genutzt werden müsse er, sagt Anders.

Von Ellen Paul

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