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Altenburg Policat sensibilisiert seit zehn Jahren Kinder beim Umgang mit Fremden
Region Altenburg Policat sensibilisiert seit zehn Jahren Kinder beim Umgang mit Fremden
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17:37 27.11.2018
Policat heißt die mittlerweile hierzulande weithin bekannte Plüschkatze in Uniform, mit der Steffen Gründel wichtige Präventionsarbeit bei Kindern macht. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Ein wichtiges Präventionsprojekt für Kinder feiert in diesem Jahr seine zehnjährige Existenz: Ex-Polizist Steffen Gründel hob 2008 die Katze Policat aus der Taufe, die sozusagen als Maskottchen für ein Aufklärungsprogramm steht, das Kinder im Umgang mit fremden Menschen sensibilisieren soll.

Der mittlerweile 63-jährige Ex-Polizist erinnert sich noch gut an jenen Moment, der sozusagen die Initialzündung für das Projekt war: Als 2006 jene etwas verwackelten Bilder einer Überwachungskamera in einer Leipziger Straßenbahn zu sehen waren, die einen kleinen Jungen neben seinem späteren Peiniger und mutmaßlichen Mörder zeigten, sagte sich Gründel, wie man Kinder vor den Gefahren, den ein allzu naiver Umgang mit Fremden mit sich bringt, auf spielerische Art sensibilisieren könnte. Und auch wegen seines Berufes als Polizist, wusste Gründel nur zu gut, welche Gefahren so ein lockerer Umgang mit Fremden nach sich ziehen und in welchen Tragödien sowas führen kann.

Lernprogramm wurde Schritt für Schritt weiterentwickelt

Schon zwei Jahre, bevor Policat 2008 die Bühne betrat, hatten Gründel sowie seine Frau Walburga und andere Helfer die Geschichte „Nina und der Fremde“ entwickelt, in der in Form einer Erzählung auf die Gefahren, die der Umgang mit Fremden mit sich bringen könnte, eingegangen wird. „Spielerisch muss man Kindern aus Kindergarten und Grundschule arbeiten. Dann bleibt auch etwas hängen“, weiß Gründel. Schritt für Schritt entwickelte er das Lernprogramm weiter.

Als man 2008 eine Manufaktur für Plüschtiere besuchte, kam ihm wieder so ein genialer Gedanke: „Das Projekt brauchte eine einprägsames Maskottchen. Erst haben wir an einen Fuchs gedacht, aber der hat nicht nur positive Eigenschaften. Und so sind wir auf die Katze, auf Policat gekommen“, erinnert er sich.Seitdem ist die circa 1,50 Meter große Plüschkatze in Polizeiuniform auf Tour und zeigt höchstpersönlich den kleinen Zuhörern, wie sie sich richtig verhalten müssen, wenn sie von Fremden angesprochen werden oder man ihnen etwas anbietet.

Unterwegs im gesamten Altenburger Land

Seitdem sind Steffen Gründel und seine Ehefrau Walburga Jahr für Jahr im gesamten Landkreis Altenburger Land in Kindergärten sowie Grundschulen unterwegs. Auch die ersten Leipziger Kindergärten sind mittlerweile auf Policat & Co. aufmerksam geworden und haben Gründel und sein Programm zu sich eingeladen. „Das wird auch ganz praktisch geübt. Dazu gibt es inzwischen zahlreiches Begleitmaterial, wie Magnettafeln, DVD und anderes, um diese Thematik spielerisch ausleuchten zu können“, so der 63-Jährige.

Keineswegs wollen Gründel und seine Frau allein das Präventionsprojekt in die Breite tragen. Im Gegenteil: Erzieherinnen und Lehrer sind jederzeit dazu angehalten, sich selber mit dem mehrere Stunden umfassenden Projekt vertraut zu machen, um es selber an die Kinder weitergeben zu können. Dafür gibt es Policat-Sets zur Ausleihe im Landratsamt oder sie können auch käuflich erworben werden, wenngleich dies nicht billig ist.

Ehrung und Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement

Anerkennungen für sein immenses Engagement hat Gründel mittlerweile einige erhalten. So wurde der 63-Jährige 2012 zum Thüringer des Jahres von MDR sowie Ehrenamtsstiftung gewählt und erhielt 2016 auch den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Ein gefragter Mann bleibt Steffen Gründel aber nach wie vor. Allein in diesem Jahr absolvierte er 145 ehrenamtliche Stunden in Kitas und Schulen, um Policat & Co. mit seinem Anliegen näher zu bringen. Seit er 2006 damit angefangen hab, summieren sich die Stunden sogar auf 2918.

Von Jörg Wolf

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