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Politik sieht wieder Chance für neue B 7

Politik sieht wieder Chance für neue B 7

Unter optimalen Bedingungen könnte in fünf Jahren mit dem Bau von Zubringer und Anschlussstelle an die Autobahn 72 bei Frohburg begonnen werden.

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Staatssekretär Rainer Bomba (M.) spricht gestern in Treben ebenso wie Bundestagsabgeordneter Volkmar Vogel (r.) und Thüringens Verkehrsstaatssekretär Klaus Sühl von guten Chancen für die neue B 7.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg/Treben. Und es gibt ein klares Bekenntnis von Vertretern der Landesregierungen von Thüringen und Sachsen zur Wichtigkeit beider Projekte für die Grenzregion. Dies sind die Ergebnisse eines knapp dreistündigen Treffens am Freitag in Treben.

 

Nach Darstellung der mit der Planung der neuen B 7 beauftragten Firma Deges könnten die veranschlagten Baukosten der etwas über 10,25 Kilometer langen Strecke von anfangs rund 68 auf 52 Millionen Euro gesenkt werden. Diese enorme Einsparung ist für den Staatssekretär im Bundesverkehrsministeriums, Rainer Bomba (CDU), ein entscheidender Faktor dafür, dass das Millionen-Projekt gute Chance hat, im neuen Bundesverkehrswegeplan zu stehen, wenn er vom Bundestag im Herbst 2016 verabschiedet wird. Der Kosten-Nutzen-Faktor habe sich dadurch enorm verbessert. Eine feste Zusage für diese Bedingung, damit überhaupt gebaut werden kann, konnte Bomba aber nicht abgeben. Er bezeichnete es als ein realistisches Ziel, dass die Deges ab Januar 2016 mit dem Planfeststellungverfahren beginnt, das, wenn es keine gravierenden Hinderungsgründe gibt, in fünf Jahren abgeschlossen sein kann. "Thüringen, Sachsen und der Bund ziehen an einem Strang. Ich mache das zur Chefsache", kündigte der Staatssekretär an.

 

Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf ließ sich von Bomba damit kaum überzeugen. "Den Menschen der Region fehlt der Glaube, dass wirklich gebaut wird", sagte der SPD-Politiker. Er habe vieler solcher Veranstaltungen erlebt, wo genau die gleichen Worte fielen. "Deswegen bin ich sehr unzufrieden hergekommen, und ich weiß nicht, ob wir jetzt einen Millimeter weiter sind."

 

"Heute steht fest, wir ziehen an einem Strang", rang der Frohburger Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BUW) dem Treffen einen positiven Effekt ab. "Wenn wir das Planfeststellungverfahren in fünf Jahren schaffen, können wir stolz sein." Allerdings sei ihm bekannt, dass der erste Beteiligte an diesem Verfahren bereits eine Klage gegen die neue Trasse vorbereitet.

 

Wie wichtig Anschluss und Zubringer für die sächsische Region sind, hatte zuvor Bernd Sablotny vom sächsischen Verkehrsministerium betont. Er führte dabei wirtschaftliche Effekte für Frohburg und die Verkehrsentlastung für Borna an. "Das Projekt ist für uns wichtig, und es besitzt länderübergreifende Bedeutung", sagte der Abteilungsleiter.

 

Die von der Deges fertiggestellten Planungen werden in der nächsten Woche beiden Landesregierungen und etwa im Oktober dem Bund vorgelegt. Der Abschnitt, beginnend am Zschaschelwitzer Kreuz und danach über die Pleiße bei Windischleuba, verläuft im Wesentlichen auf der alten Trasse der B 7. Auf sächsischem Gebiet ändert sich der Verlauf unter anderem wegen der Umfahrung von Eschefeld. Es müssen zwölf Brücken errichtet werden, sieben in Sachsen und fünf in Thüringen, die größte davon mit 140 Metern überwindet die Pleiße. Mit dieser Länge werden sowohl Naturschutzbelange erfüllt als auch der Hochwasserschutz beachtet. Auf sächsischem Gebiet soll eine sogenannte Fauna-Brücke entstehen, die dem Wildwechsel von Tieren, aber auch als Wirtschaftsweg dient.

 

Von der vierspurigen Trasse sind die Planer aus Kostengründen abgewichen. Gebaut wird nunmehr keine reine Kraftfahr-Straße, was bedeutet, dass sie auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wird, aber Überholstreifen erhält. Ein Kompromiss, der nicht jedem gefällt: "Ich bedauere, dass wir in Zukunft hinter Traktoren herfahren müssen", sagte Altenburgs OB.

Jens Rosenkranz

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