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Altenburg Politisch amüsieren: Neuer Spielplan von Theater & Philharmonie Thüringen steht
Region Altenburg Politisch amüsieren: Neuer Spielplan von Theater & Philharmonie Thüringen steht
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22:02 12.04.2018
In "Menschen im Hotel" stehen unter anderem Maximilian Popp, Vanessa Rose und Hanna Petkoff (v.l.) auf der Bühne. Quelle: Foto: Sabina Sabovic
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Altenburg/Gera

Die „verbindende Kraft der Kultur wirksam nutzen in Zeiten, in denen alles auseinanderdriftet“ – das haben sich Theater & Philharmonie Thüringen für die kommende Spielzeit auf die Fahne geschrieben, sagte Kay Kuntze, Generalintendant von Thüringens einzigem Fünf-Sparten-Haus, am gestrigen Donnerstag. 950 Vorstellungen und 22 Neuinszenierungen werden sich diesem Fokus widmen. Chefdramaturg Felix Eckerle betonte: Das Theater will sich positionieren, regional, international, gesellschaftspolitisch.

Zwei große Säulen bestimmen das Programm. Die erste trägt den Titel „Wider das Vergessen“ und thematisiert verschiedene Aspekte des Nationalsozialismus. Gezeigt wird das Musical „Cabaret“, inszeniert von Lydia Bunk. Es erzählt die Geschichte eines amerikanischen Schriftstellers, der 1930 in das wilde Berlin zieht. Mit dem Widerstand gegen die Nazis beschäftigt sich die Kammeroper „Weiße Rose“ mit Musik von Udo Zimmermann, umgesetzt von Juliane Stephan. Mit „Der Kaiser von Atlantis“ zeigt das Theater die einzige Oper, die in einem Konzentrationslager komponiert wurde. Viktor Ullmann schrieb das Stück 1943 in Theresienstadt, das in Gera als Interaktion von Puppenspiel und Musiktheater auf die Bühne gebracht wird.

Hinter die Fassaden der Gesellschaft blicken

Unter der Überschrift „Heimat Europa“ steht der zweite große Schwerpunkt im Programm, der erforschen möchte, was die Menschen in Europa verbindet. In diesem Kontext kommt die lyrische Tragödie „Oedipe“ zur Aufführung. Ebenfalls in der Reihe ist „Clowns“ geplant, eine internationale Kooperation mit einem rumänischen Theater und einem Zirkusverband aus Polen.

Was ist überhaupt europäisch? Um diese und andere Fragen geht es in dem Stück, das laut Eckerle „ein Sinnbild für kulturelle Vielfalt“ werden soll. Das Gegenteil von Vielfalt, nämlich Abgrenzung, thematisiert die Uraufführung „Als der Herzog über den Herzog herzog“. Die Satire von Schauspieldirektor Manuel Kressin taucht in eine Parallelwelt wilder Verschwörungstheorien und alternativer Fakten ein und spielt auf das Phänomen der Reichsbürger an. Ebenfalls hinter die Fassaden der Gesellschaft blickt das Schauspiel „Menschen im Hotel“ von Vicki Baum.

Triadisches Ballett von Oskar Schlemmer als Gastspiel

Für Tanz- und Bauhaus-Fans hält Theater & Philharmonie Thüringen im Rahmen des Bauhaus-Jahres ein besonderes Schmankerl bereit: Das Bayerische Junior Ballett wird mit seiner Inszenierung des„Triadischen Balletts“ von Oskar Schlemmer in Gera gastieren – heute nur noch selten auf der Bühne zu erleben. In einer eigenen Inszenierung bringt das Theater das „Mechanische Ballett“ nach Kurt Schmidt zur Aufführung.

Auch eine Ballettfestwoche wird es 2019 wieder geben, eröffnet vom Klassiker „Giselle“. Zum Spielzeitabschluss wird „Der Untergang der Titanic“ gezeigt – passend zur Schließung des Altenburger Theaters im Zuge der seit langem vorbereiteten, umfangreichen Umbaumaßnahmen.

Vorverkauf startet am 1. Mai 2018

Um den künstlerischen Nachwuchs zu fördern, wird zur neuen Spielzeit in Zusammenarbeit mit der Jenaer Philharmonie die Duale Orchesterakademie Thüringen eingerichtet. Zwölf junge Tänzer haben im Rahmen des Elevenprogramms des Thüringer Staatsballetts die Chance, professionelle Bühnenerfahrung zu sammeln. Der Vorverkauf für die neue Spielzeit beginnt am 1. Mai. Dann liegt auch das neue Spielzeitheft bereit.

Von Sophie Aschenbrenner

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