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Altenburg Politischer Aschermittwoch in Kosma: AfD geißelt Flüchtlingspolitik
Region Altenburg Politischer Aschermittwoch in Kosma: AfD geißelt Flüchtlingspolitik
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14:32 03.03.2017
Will den Politischen Aschermittwoch jetzt regelmäßig im Kulturhof Kosma veranstalten: Compact-Chef Jürgen Elsässer (l.) und seine Gäste am Mittwochabend.  Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

 Der Politische Aschermittwoch mit deftig-derben Attacken auf die politischen Gegner hat im Altenburger Land keine Tradition. Das soll sich ändern. Überrascht von einem emotional aufgeheizten Publikum in einem proppenvollen Saal am Mittwoch kündigte Jürgen Elsässer, Chef des rechtspopulistischen Compact-Magazins, an, seine Veranstaltung nun jedes Jahr im Kulturhof Kosma zu wiederholen.

Hauptredner sollte der Thüringer AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke sein, doch dieser ließ sich entschuldigen, wurde allerdings den ganzen Abend lang mit Sprechchören gefeiert. An seiner Stelle sprach dessen ebenso bejubelter Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, der sich mit seiner Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Herausforderer Martin Schulz (SPD) und der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung allerdings zahm gab und dabei auf seine Funktion als seriöser Landtagsabgeordneter verwies.

Weit angriffslustiger war Jens Maier, Richter am Landgericht Dresden und AfD-Kandidat für den Bundestag, der die Politik der offenen Grenzen kritisierte und vor einer ungebremsten Masseneinwanderung warnte, die zu einem Kollaps der Sozialsystem führe. Verlierer, rief Maier unter tosendem Applaus, würden Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger sein. Die Altparteien planten „die feindliche Übernahme unserer Heimat“ durch die Migranten, sagte Maier, der auch an der Kundgebung am späten Nachmittag auf dem Markt gegen die Kosmaer Veranstaltung teilgenommen haben wollte, dort seinen Worten zufolge aber unerkannt blieb.

Merkel und Schulz bezeichnete er als „Doppelpack“, in Anlehnung an SPD-Chef Sigmar Gabriel, der Demonstranten auch schon mal als Pack tituliert hatte.

Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Bürgerforum Altenburg, dessen Sprecher Gunter Seyffarth den Kosmaer Gastwirt würdigte, der als Gastgeber dieses Aschermittwochs in sozialen Medien angefeindet werde.

Während der Versammlung versuchten etwa 15 bis 20 der linken Szene zuzuordnende junge Leute in den Gasthof zu gelangen. Sie wurden allerdings nicht eingelassen. Auf deren Bitte hin begleitete sie die Polizei, die mit einem starken Aufgebot in Kosma Präsenz zeigte, aus dem Dorf. Sie hatten Angst vor Übergriffen durch Neonazis, erläuterte Altenburgs Polizeichef Andreas Pöhler der OVZ. Die Versammlung verlief seinen Angaben zufolge störungsfrei.

Von Jens Rosenkranz

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