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Polizisten spielen für Kirchensanierung in Großröda

Benefizkonzert Polizisten spielen für Kirchensanierung in Großröda

Mit viel Liebe und scheinbar unerschöpflicher Ausdauer kümmert sich die Kirchgemeinde Großröda um den Erhalt ihres Gotteshauses. Gleich nach der Wende starteten die ersten Sanierungsarbeiten. Vieles wurde seither geschafft. Knackpunkt ist natürlich das Geld. Um weiteres einzusammeln, gibt das Thüringer Polizeimusikkorps am 20. August ein Benefizkonzert.

Kirchenvorstand Uwe Riedel zeigt den Sanierungsbedarf an der Kirche Großröda.

Quelle: Jörg Reuter

Großröda. Mit viel Liebe und scheinbar unerschöpflicher Ausdauer kümmert sich die Kirchgemeinde Großröda um den Erhalt ihres Gotteshauses. Gleich nach der Wende starteten die ersten Sanierungsarbeiten. Vieles wurde seither geschafft. Besonders wichtige Schritte waren das Überholen des Dachs und des Kirchturms, der Einbau neuer Fenster oder die Aufarbeitung der Orgel. Ungeachtet dessen sind die Reparaturen an dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Kirchenbau noch nicht abgeschlossen. Knackpunkt ist natürlich das Geld.

So steht die Summe von 300 000 Euro für die Sanierung der Kirchenaußenhaut im Raum. Worauf seit einiger Zeigt gespart wird. Und weswegen es auch am 20. August ein Benefizkonzert geben wird. Obgleich der Titel Konzert eigentlich eine Untertreibung ist. Viel besser würde Dorffest passen, dessen Höhepunkt der Auftritt des Thüringer Polizeimusikkorps wird. Rund um das Gastspiel der über 30 uniformierten Bläser, die übrigens schon länger nicht in der Region waren, ist ein bunter Nachmittag organisiert. Los geht es am Sonnabend bereits mit einem musikalischen Vesper zu Kaffee und Kuchen im Festzelt, wo der Beiersdorfer Chor auftritt. Gegen 17 Uhr präsentieren dann die Polizeimusiker in der Kirche bekannte Melodien aus Musical und Film. Während des Konzertes wird auch die sanierte Urban-Kreutzbach-Orgel erklingen, auf ausdrücklichen Wunsch der Beamten. Für die Verpflegung sorgt unter anderem das Altenburger Weindepot mit einer Salatbar und vielem mehr.

Dem Organisationsteam ist die Freude anzumerken, mit der es ist das Festprogramm zusammengestellt haben. Aber auch die Aufregung, denn sie wünschen sich für den Abend eine volle Kirchen wie zu Weihnachten. Durchaus ambitioniert, denn die Kirche wird wegen ihrer enormen Größe bisweilen humorig auch als Dorfdom bezeichnet. Stolze 700 Sitzplätze auf drei Etagen könnten besetzt werden. „Wegen des Fassungsvermögens eignet sich unsere Kirche ja besonders für Konzerte. Zu zwei bis drei laden wir in Sommermonaten regelmäßig ein“, sagt Kirchenvorstand Riedel.

Doch die ungewöhnlichen Ausmaße des Gotteshauses stellen heute die Herausforderungen bei Erhalt und Nutzung dar. Damals, Mitte des 19. Jahrhunderts, hatte die Kirchgemeinde, die die Dörfer Großröda, Neuposa, Kleinröda, Pönitz, Posa, Starkenberg und Kostitz umfasst, 900 Mitglieder. Weil es außer in Großröda in den Orten keine Kirchen gab und gibt, pilgerten die Christen nach Großröda zum Gottesdienst. In der alten Kirche war aber nicht annähernd genug Platz, weshalb bis 1863 ein neues Gotteshaus errichtet wurde. Rund 150 Jahre später zählt die Kirchgemeinde in allen Orten zusammen nur noch 164 Mitglieder.

Die verhältnismäßig kleine Gruppe muss nun das nötige Geld zusammentragen. Gerade erst waren rund 3000 Euro nötig, damit die Elektrik in der Kirche erneuert werden kann, die beinahe so alt wie die Kirche ist. Selbstredend, dass die 300 000 Euro für die Sanierung der Außenhaut nicht komplett von der Kirchgemeinde gestemmt werden können. Deshalb wurden Städtebaufördermittel beantragt, die aber nicht vor 2018 zu Verfügung stehen. Wenn es diesbezüglich eine Zusage gibt, hoffen die Großrödaer, dass der Kirchenkreis auch noch Geld dazugibt, so dass vor Ort „nur“ noch zehn Prozent Eigenanteil anfallen.

Von Jörg Reuter

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