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Altenburg Ponitz, Altkirchen, Großstechau: Landkreis rührt die kleinen Schulen nicht an
Region Altenburg Ponitz, Altkirchen, Großstechau: Landkreis rührt die kleinen Schulen nicht an
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07:00 13.02.2017
Unterricht in der Grundschule Ponitz. Quelle: Jens Rosenkranz
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Altenburg

Aufatmen in Ponitz, Altkirchen und Großstechau: Die von den Schülerzahlen her kleinsten Grundschulen des Kreises bleiben erhalten, zumindest bis 2019. Denn solange gilt der aktuelle Schulnetzplan des Landkreises. Trotz der Aufforderung des Bildungsministeriums, die drei Einrichtungen nochmals auf den Prüfstand zu stellen, rüttelte der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung nicht an ihnen, obwohl sie im Vergleich zu anderen Standorten viel weniger Schüler haben. Altkirchen kommt im Schuljahr 2018/19 auf 77, Großstechau auf 51 und Ponitz gar nur auf 42 Mädchen und Jungen.

Doch was genau heißt „zu wenige Schüler“? Wo liegt die kritische Grenze? Verbindliche Standards zur Festlegung von Schul- und Klassengrößen gibt es nach Ansicht des Landratsamtes in Thüringen nicht. Für die Prüfung des Raumangebotes stehen die Schulbau- und Raumprogramm-Empfehlungen für den Freistaat vom 10. Juli 1997 zur Verfügung. „Inwieweit diese den heutigen pädagogischen Anforderungen genügen, bleibt anzuzweifeln“, heißt es im Kreistagsbeschluss.

Und genau an diesen fehlenden Vorgaben durch die Landesregierung, ab wann eine Schule zu wenige Schüler hat, übten Redner deutliche Kritik. Ein leidenschaftliches Plädoyer für ländliche Bildungsstätten hielt Peter Bugar (Die Regionalen), der als Altkirchener natürlich ein spezielles Interesse daran hatte. Auf den Dörfern kenne man die Sorgen und Nöte in den Elternhäusern, wisse um Probleme. Lehrer seien frühzeitig eingebunden und können geeignete Maßnahmen treffen. So können seiner Ansicht nach soziale Spannungsfelder frühzeitig unter Kontrolle entschärft werden, sagte der ehemalige Bürgermeister. Das sei in größeren Bildungseinrichtungen schwieriger. Das Problem des Lehrermangels sei lange bekannt und müsse von Ministerium und Schulamt gelöst werden und nicht von der Kreisverwaltung oder dem Kreistag, betonte Bugar. Die Grundlagen des Lernens würden in den Grundschulen gelegt. Deshalb sollte gerade an dieser Stelle nicht gespart werden. Bugar forderte, damit aufzuhören, kleine gegen große Schulen auszuspielen.

Bugars Rede verärgerte allerdings Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD). Er teilte die Behauptung nicht, dass sich in großen Schulen die Probleme häuften, mit Drogen beispielsweise. Auch in den Städten gebe es viele engagierte Lehrer und der Unterricht für Flüchtlingskinder an städtischen Schulen müsse gewürdigt werden, sagte Wolf. Der OB forderte die Landesregierung auf, endlich für klare Kriterien für kleine Schulen zu sorgen. Ansonsten seien die Kreisräte die Deppen, wenn solche Standorte geschlossen werden.

Ohne verbindliche Zahlenvorgaben stimme niemand einer Schließung zu, sagte auch CDU-Fraktionsschef Uwe Melzer. „Die Landesregierung versteckt sich hinter der politischen Entscheidung des Kreistages.“ Die Schülerzahlen von Großstechau bezeichnete Melzer allerdings als äußerst problematisch, die von Ponitz als sehr kritisch. Außerdem fehlten in beiden Standorten Fachlehrer, wie für Musik, Ethik, Kunst, Werken oder Englisch. Überlasse man eine Standortentscheidung dem Schulträger, müsse Erfurt auch für die nötigen Lehrer sorgen, forderte Melzer.

Der Kreistag entschied sich dafür, alle drei Standorte zu erhalten. Sieben Kreisräte enthielten sich.

Von Jens Rosenkranz

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